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— Mitteilung des Stadtbüros von Katrin Lompscher —

Liebe an Stadtentwicklung und Wohnungspolitik Interessierte!

Das nächste STADTgespräch findet am 25.02.2016 wie gewohnt von 18:30 bis 20:00 im Stadtbüro statt. Die Abgeordnete Katrin Lompscher diskutiert mit Dirk Spender vom Regionalmanagement City West über Wirtschaftspolitik und Standortpolitik und wie diese sich stadtentwicklungspolitisch auswirken. Dieses Gespräch steht schon sehr lange an, denn das Regionalmanagement ist an vielen Planungsprojekten in Charlottenburg beteiligt und somit ein einflussreicher Akteur der Stadtproduktion. Kürzlich erst war das Thema City West auf der Tagesordnung des Plenums im Abgeordnetenhaus und die Rede von Katrin Lompscher kann man sich hier ansehen.

Stadtbüro 25.2. - 1

In dem Gespräch wird es auch um das Verhältnis der City West zur City Ost gehen – so stellt sich auch die Frage, welche Maßstäbe an die Planung der Zentren in der polyzentralen wachsenden Stadt zu legen sind. Die Einladung kann gerne weitergegeben werden!
(Um Anmeldung wird gebeten: stadtbuero@katrin-lompscher.de)

Mit freundlichen Grüßen,

i.A. Katalin Gennburg

Wiss. Mitarbeiterin von Katrin Lompscher (MdA) Sprecherin für Stadtentwicklung, Wohnen, Bauen der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus www.cityost.wordpress.com www.katrin-lompscher.de/stadtbuero

Stadtbüro Katrin Lompscher

Behaimstraße 17, 10585 Berlin

Telefon: 030 20654727

Mobil: 0160 3252972

Fundamentarbeiten an der James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel, 2015 (Foto: André Franke)

Fundamentarbeiten an der James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel, 2015 (Foto: André Franke)

Mit gleich vier Veranstaltungen heute Abend (alle beginnen sie 19 Uhr) habt Ihr die Qual der Wahl. Von historisch (Friedrich-Wilhelm-Stadt) bis futuristisch (Flussbad) reicht das Spektrum der Themen, auch bautechnisch (Berliner Baugrund) und städtebaulich (Ideenwettbewerb City West) kommt Ihr bei Interesse auf Eure Kosten. Viel Spaß! Hier die vier Events:

Friedrich-Wilhelm-Stadt: 

Horst-Peter Serwene hält am Mittwoch um 19 Uhr in der Zentral- und Landesbibliothek, Breite Str. 30-36, im Berliner Saal, einen Vortrag über die 1830 gegründete Berliner Vorstadt.

Ideenwettbewerb City West: 

Eine Ausstellungseröffnung und Preisverleihung zum studentischen städtebaulichen Ideenwettbewerb „Die Zukunft der City West“ findet ebenfalls am Mittwoch, 19 Uhr, im Kutscherhaus beim Architekturpreis Berlin e.V., in der Kurfürstendamm 50 A, 10707 Berlin, statt.

Flussbad Berlin:

Zu exakt gleicher Zeitaber im Freischwimmer, Vor dem Schlesischen Tor 2, 10997 Berlin, trifft sich der Stammtisch von Flussbad Berlin, mit Lisa Blum.

Berliner Baugrund:

Und noch mal zur selben Zeit, wie gesagt, Mittwoch um 19 Uhr, gibt es beim Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (AIV) einen Vortrag zum Thema „Gründen in Mitte – Erfahrungen mit dem Berliner Baugrund“ – in der Bleibtreustraße 33, 10707 Berlin.

Version 3Sehr geehrte Damen und Herren,

gern laden wir Sie und Ihre Freunde zur Ausstellungseröffnung zum studentischen städtebaulichen Ideewettbewerb „Die Zukunft der City West“ und zur Verleihung des  „Förderpreises Werkbund Berlin“ am 17. Februar 2016 um 19 Uhr ins Kutscherhaus am Kurfürstendamm ein.

Wir danken allen Beteiligten: den Hochschulen, den Studenten und Partnern.

Mit freundlichen Grüßen,
Angelika Günter

Deutscher Werkbund Berlin e.V.
Angelika Günter, Geschäftsführerin
Goethestraße 13
10623 Berlin


Aus der Aufgabenbeschreibung:

„Aufgabe des studentischen Wettbewerbs ist die Erarbeitung einer Zukunftsvision für das Gebiet zwischen Hardenbergstraße und Landwehrkanal, Fasanenstraße und Zoologischem Garten. Dieses zentrale Gebiet der so genannten City West soll aus seiner historisch bedingten rückseitigen Randlage befreit und in einen räumlich vielfältigen, verdichteten urbanen Zielort der westlichen Innenstadt mit einer entsprechenden Mischnutzung verwandelt werden.“

Hier zum vollständigen Auschreibungstext des Wettbewerbs.

40jahre

— Newsletter des Regionalmanagement City West —

1976 wurde der Verein Arbeitsgemeinschaft City als eingetragener Verein gegründet und ist seitdem in Sachen Stadt- und Wirtschaftsentwicklung in Charlottenburg aktiv.  Bei der Gründungsversammlung am 30. September 1976 im Hotel Kempinski schlossen sich die Arbeitsgemeinschaft City-Bereich Kurfürstendamm und die Arbeitsgemeinschaft City-Bereich Tauentzien zur Arbeitsgemeinschaft City, kurz AG City zusammen. In den vergangenen 40 Jahren waren Netzwerkarbeit, Events und  Stadtbildverbesserung rund um den Kurfürstendamm und die Tauentzienstraße das Anliegen der Gewerbetreibenden.

Bei der Jubiläumsfeier am 26. Januar 2016 fanden sich neben dem Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, Pfarrer Martin Germer und viele Vereinsmitglieder der AG City in der Gedenkhalle der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche ein.

Die AG City e.V. beteiligte sich in der erster Förderperiode des Regionalmanagement CITY WEST in den Jahren 2010-2013 sowie bei öffentlichen Bauprojekten im Förderprogramm Aktives Zentrum an der Planung und Umsetzung als Kooperationspartner des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf.

— Mitteilung des Regionalmanagement City West —

Am 26. November 2015 fand die erste Planungswerkstatt zur Erneuerung des Kinderspielplatzes Knesebeckstraße 78/79 und der Pausenhofflächen Joan-Miró-Schule Bleibtreustraße 43 statt.

Zur Planungswerkstatt waren alle Akteure und Interessenten eingeladen, sich auszutauschen und aktiv einzubringen. In erster Linie wurden dabei die Kinder und Jugendlichen als spätere Nutzer*innen angesprochen. Gleichzeitig sollten die Bedarfe und Wünsche von Anwohner*innen, Eltern, Lehrer*innen und Erzieher*innen Gehör finden. Die Teilnehmer durften in den Arbeitsgruppen Kritik, Wünsche und Ideen äußern.

Planungswerkstatt Knesebeckstraße 2015 (Foto: Koordination Aktives Zentrum City West / plan context Landschaftsarchitektur)

Planungswerkstatt Knesebeckstraße 2015 (Foto: Koordination Aktives Zentrum City West / plan context Landschaftsarchitektur)

Bezirksstadtrat Marc Schulte zeigt sich beeindruckt über das große Engagement der Schulleitung, des Lehrer- und Erzieherkollegiums sowie der Kinder und Eltern am Planungsprozess. Von den Planern des Büros plancontext und dem Schulleiter, Herrn Wagner, wurde betont, dass die vielen wertvollen Hinweise und Anregungen aus dem Workshop und der Diskussion in der weiteren Konkretisierung der Umgestaltung so weit wie möglich berücksichtigt werden. Die Teilnehmer*innen werden zur einer Zwischenpräsentation eingeladen. Der genaue Termin und der Ablauf wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Die vollständige Dokumentation finden Sie hier.

Spätestens als Stefan Erfurt neulich, wie das Regionalmanagement City West berichtet, ein Bittschreiben für eine Fußgängerampel über die Hardenbergstraße an Klaus Wowereit übergab, muss dem Geschäftsführer des c/o Berlin klar geworden sein, dass das hier nicht mehr Mitte ist, wo er seine Galerie hinmanövriert hat. Und wenn er die Band Tocotronic kennen sollte, mag ihm dabei vielleicht auch die Melodie des oben angesprochenen Songs durch den Kopf gegangen sein. In der Oranienburger Straße, wo das c/o vorher war, muss kein Anrainer fürchten, von Fußvolkmassen nicht wahrgenommen und womöglich verfehlt zu werden, erst recht nicht, wenn man wie das c/o im schönen Postfuhramt saß. Hier aber, jenseits des Bahnhof Zoos kann man sich da nicht sicher sein. Wer das neue c/o im Amerikahaus besucht, der gelangt dorthin nicht zufällig, muss er doch durch die verruchte Hintertür des Bahnhofs, an der schon Christiane F. gestanden hat, und (noch) ohne Ampel die Straße überqueren. Unter Umständen nimmt er sogar mit dem Newton Museum in der benachbarten Jebenstraße vorlieb. Was liegt näher, als die beiden Kulturorte, deren Mitarbeiter sich quasi zuwinken können, wenn sie die Fenster öffnen, besucherfreundlich miteinander zu verbinden. Stefan Erfurt hat also einen Wunsch geäußert, der berechtigt ist. Aber es ist auch ein Wunsch, der unausgesprochen auch über anderen Berliner Orten schwebt: der Philipp-Scheidemann-Straße zum Beispiel, wo ein Zebrastreifen vom Platz der Republik zum Brandenburger Tor führen sollte, oder an der Karl-Liebknecht-Straße, wo morgen um 13 Uhr der Grundstein für den Grund gelegt wird, für den Touristen ab 2019 in verstärktem Maße von Museumsinsel und Lustgarten herüber gelaufen kommen. Die Songzeile endet übrigens mit „… und werden es auch niemals sein“ – Insofern, beharren Sie auf Ihren Wünschen, Herr Erfurt!

Link zum Tocotronic-Song „Wir sind hier nicht in Seattle Dirk“

Link zum c/o Berlin

Link zum Regionalmanagement City West

In einem Leserbrief des aktuellen “Spiegel” reagiert Berlins Ex-Senatsbaudirektor Hans Stimmann auf einen Artikel von Georg Diez, der in der vorletzten Woche (Spiegel Nr. 12) gegen Berlins neue Architektur wetterte und die Verantwortung für “fade” Fassaden und den “Lego-Klassizismus” Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit höchstpersönlich in die Schuhe schob. Stimmann entlastet Wowereit und schreibt, die Verantwortung für die “ästhetischen Sünden” ruhe auf vielen Schultern.

In der Tat klingt es märchenhaft, was Georg Diez da vom Stadtoberhaupt erwartet: “Ein Bürgermeister sollte ein Bild von seiner Stadt haben, das er den Bürgern vermittelt, er sollte zeigen, was er will und was er nicht will (…) als wäre das nicht seine Aufgabe, gestalterisch zu wirken.” Ist es auch nicht. Zum Glück nicht. Es ist ja nicht seine Stadt.

Aber wie abwegig der Gedanke von der stadtbildprägenden “Wurstigkeit” Wowereits ist, wird in der Verschiedenartigkeit der angeführten Bauprojekte schnell klar. Eine Aufzählung: Hauptbahnhof, Bahnhofsvorplatz mit Hotelbauten, Trampelpfad am Spreebogen, Kanzleramt, O2-Arena, Zoofenster, East-Side-Gallery, Flughafen, Steglitzer Kreisel, Schloss, Alexa, Rathausforum, Yoo, Kronprinzengärten, Total Tower, Holzmarkt. Diez wirft der Stadt “ästhetischen Opportunismus” vor, scheint seine Beispiele aber selber opportunistisch auszusuchen. Allein der “vom Himmel gefallene” und “unelegante” Hauptbahnhof: Er wäre elegant, wenn sein Ost-West-Dach zu Ende gebaut worden wäre. Das Land Berlin, hat die Deutsche Bahn dafür immerhin verklagt, wenn auch nicht aus ästhetischen Gründen und ohne Erfolg.

Das Yoo und die Kronprinzengärten sind für Georg Diez Anzeichen einer “Russifizierung” von Mitte und einer “fortschreitenden Anästhesierung der Innenstadt”, die Fassaden des Investorenstils “von erschlagender Feigheit”. Er wundert sich, dass in Berlin “nichts Berauschendes” mehr gebaut würde und empfiehlt der Stadt Unter den Linden eine Art “Gegenwartsschock”.

Dass man die Rasterfassaden aus Naturstein mit ihrer Fifty-Fifty-Balance aus Fenster- und Fassadenfläche öde finden kann, ist gar keine Frage. Aber eine bessere wäre die: Ist das wirklich Opportunismus oder ist es gewollt und Programm?

Als es im Jahre 2010 am Center for Metropolitan Studies der TU Berlin bei einem Workshop um die Fortschreibung des Planwerks Innenstadt ging, meldete sich auch Manfred Kühne von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu Wort. In einem Nebensatz, aber sehr überzeugend, sprach er von sich selbst als einen “Stimmann-Schüler”. Der heutige Leserbriefschreiber hat in der Verwaltung seine Spuren hinterlassen, seinen Geist, obwohl er zum Zeitpunkt des Workshops schon seit vier Jahren kein Senatsbaudirektor mehr war.

Die Stadt gehört den Sesshaften, denjenigen, die bleiben, wenn die Verantwortlich-Wechselnden gehen. Und sie gehört denen, die jene Sesshafte für ihre Ideen entflammen können, wie Stimmann. Aber ein Bürgermeister? In einer Metropole wie Berlin ist er bestimmt zu weit von der Verwaltung entfernt. Das müsste schon ein sehr großer Funke sein, der da überspringen könnte. Die “Wurstigkeit”, die keine ist, scheint also wirklich den falschen Namen zu tragen.

Der wertvollste Entwicklungsstandort der Berliner City West mit großem, noch nicht entdecktem Potenzial ist das unmittelbar im Westen an den Bahnhof Zoo grenzende große Areal zwischen Hardenbergstraße, Fasanenstraße, Landwehrkanal und Bahndamm. Er ist einzigartig in der City West. (zu Google.Maps)

Bereits 1999 hatten Josef Paul Kleihues und Florian Mausbach auf die Chance dieses Areals öffentlich aufmerksam gemacht, als sie eine weit vorausschauende städtebauliche Idee entwickelten, die „Europolis am Bahnhof Zoo“ (zum Entwurf). Nachdem die ersten zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall vorrangig dem Wiederaufbau der Mitte Berlins und der City Ost am Alexanderplatz galten, hat heute eine neue wirtschaftliche Aufbruchstimmung auch die City West erfasst. Dieser neue wirtschaftliche Drang in die City West macht aus einer städtebaulichen Idee jetzt ein aktuelles Planungsbedürfnis. Deshalb haben Jan Kleihues und Florian Mausbach die Idee der Europolis am Bahnhof Zoo wieder aufgegriffen und weiter entwickelt.

Es gibt viele Gründe, über das Gesamtareal und seine Möglichkeiten neu nachzudenken. Der Westen der Berliner Innenstadt ist seit eh und je neben der historischen Mitte der angesehenste Standort Berlins. Der Kurfürstendamm ist der lebendigste und attraktivste Boulevard, der Tauentzien mit dem KaDeWe die  gefragteste Einkaufsstraße und das gründerzeitliche Charlottenburg mit seinem Charme die traditionell gute Lage für Wohnen, Hotels, Restaurants, Galerien, Mode, Unterhaltung, Museen, Theater und Oper. Während der Alexanderplatz das Einkaufs- und Versorgungszentrum Ostberlins bildet,  die Berliner Mitte das nationale, touristische, kulturelle und repräsentative Hauptstadt-Zentrum, ist die City West der urbane Dienstleistungs-Schwerpunkt der Berliner Wirtschaft rund um den geschäftigen Verkehrsknoten Bahnhof Zoo mit Industrie- und Handelskammer, Berliner Bank, Finanz- und Versicherungsinstituten, Anwaltspraxen und großen Hotel- und Kongressangeboten. Dass das Waldorf- Astoria Hotel das neue Hochhaus des Zoofensters wählt, ist mit dem geplanten Zwillingsturm „Upper West“ und weiteren Erneuerungsbauten wie dem Bikini-Haus und dem Zoo-Palast ein deutliches Symbol der Renaissance des Berliner Westens und der City West.

Bisher gibt es nur Planungsüberlegungen für den hinteren Teil des Areals zwischen Hertzallee und Landwehrkanal mit Busbahnhof, TU-Bibliothek und Zoo-Gebäude. Die  Investorenpläne für ein Riesenrad sind gescheitert. Seit das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ins Ernst-Reuter-Haus an die Straße des 17. Juni  gezogen ist, stehen Teile der Bundesbauten an der Fasanenstraße leer. Dies ist Anlass für neue Überlegungen auch für den vorderen Teil des Gesamtareals mit Berliner Bank, Verwaltungsgericht, Museum für Fotografie und Bundesverwaltung. Den Verkehrsmittelpunkt der City West, den benachbarten Bahnhof Zoo, will die Deutsche Bahn AG runderneuern und mit Geschäften beleben. Über einer Tiefgarage soll der Hardenbergplatz neu gestaltet werden. Da die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin Haupteigentümer auf dem Gesamtareal sind, bietet sich die Möglichkeit weitblickender Gestaltung  in öffentlicher Verantwortung.

Heute teilt sich Charlottenburg in zwei städtebauliche Zonen:  in die wegen ihrer belebenden Nutzungsmischung, ihres einheitlichen Maßstabs und ihrer bildreichen Architektur beliebten Gründerzeitquartiere um Kurfürstendamm und Kantstraße einerseits sowie in das durch modernen Nachkriegswiederaufbau und Autogerechtigkeit, solitäre Geschäfts- und Verwaltungsbauten, Kaufhäuser, Hotels und Hochhäuser geprägte Band zwischen Ernst-Reuter-Platz und Urania-Haus andererseits.

Mit der „Europolis“ wird die urbane Tradition der europäischen Stadt mit ihrer lebendigen Mischung, gestalterischen Ordnung und ihrem vertrauten menschlichen Maßstab fortentwickelt durch Verbindung mit dem Städtebau der Moderne und dessen größerer baulichen und technischen Freiheit und den heutigen verkehrlichen, stadthygienischen und ökologischen Anforderungen. Es entsteht ein neues metropolitanes Cityquartier, das in baulicher Dichte, Höhe und urbanem Qualitätsanspruch dem mit öffentlichen Verkehrsmitteln aller Art besterschlossenen City-Standort am Bahnhof Zoo auch in stadtwirtschaftlicher Sicht entspricht.

Die Europolis am Bahnhof Zoo ist ein aus Geschäfts-, Wohn-, Wissenschafts- und Kulturbauten gemischtes, hochverdichtetes, zugleich aber ein großzügig durchgrüntes Stadtquartier. Indem es  den vertrauten Maßstab und die lebendige Mischung der Gründerzeit mit der aufstrebenden Freiheit der Moderne verbindet und so die Vorzüge des klassischen Städtebaus mit denen der Moderne zum Einklang bringt, könnte das neue Quartier auch ein Beispiel geben, wie der ideologische Streit zwischen Traditionalisten und Modernisten, der die Berliner Architekturszene prägt und spaltet, sich überwinden lässt. Auf eine Formel gebracht: Europolis ist Savignyplatz plus Hansaviertel.

Das überwiegend in Landesbesitz befindliche große Gelände  zwischen Hertzallee und Landwehrkanal, mit Anschluss an die Straße des 17. Juni und damit an  die Hauptmagistrale Berlins sowie über die Fasanenstraße, Jebensstraße und Hertzallee an das Zentrum Charlottenburgs, ist heute in seinem Wert völlig unterentwickelt. Sein Hinterhof-Charakter hat seinen Grund in der Sperrriegel-Wirkung des Blocks  auf der Westseite des Bahnhofs. Mit dem Teil-Leerstand von Bürobauten des Bundes – Militärverwaltungsbauten der 1930er Jahre – bietet sich die Chance einer Neuordnung des dortigen Blockinneren und zugleich die Öffnung und Erschließung des Gesamtareals. Dass das Hochhaus der Berliner Bank und die denkmalwerten wilhelminischen Bauten an Hardenberg- und Jebensstraße erhaltenswert sind, steht außer Frage. Gilt dies in Gänze auch für die ehemaligen Militärverwaltungsbauten der 1930er Jahre?

Ein Freiräumen des Blockinneren und Öffnen zum Bahnhof Zoo, zu Hardenbergstraße und Fasanenstraße wie zum Areal nördlich der Hertzallee bietet die einmalige Chance, ein großes Stadtquartier aus einem Guss neu zu gestalten, das in seiner städtebaulichen Bedeutung für Berlin dem neuen Quartier am Potsdamer Platz zu vergleichen ist. Ein Netz der Durchgängigkeit vom Bahnhof Zoo und vom Hardenbergplatz, von der Hardenberg- und Fasanenstraße über die Hertzallee hinaus bis zu Landwehrkanal und Tiergarten würde das Gesamtareal erschließen und öffnen, ihm den heutigen Hinterhof-Charakter nehmen und durch eine entsprechend anspruchsvolle städtebauliche und architektonische Gestaltung zu einem der wertvollsten und attraktivsten urbanen Standorte Berlins machen.

“Vorne der Kudamm hinten die Ostsee“, hat Kurt Tucholsky den Wunschstandort des Großstädters knapp beschrieben. Das trifft, ersetzt man Ostsee durch Tiergarten, auf diesen Standort zu. Durch die Nähe zum Wasser und zum weitläufigen Grün des Tiergartens bietet sich der Ort auch zum urbanen innerstädtischen Wohnen an. Die Gestalt  der Europolis orientiert sich zum einen an der Blockstruktur des gründerzeitlichen Charlottenburgs, um den vertrauten Maßstab der „Erdbewohner“, die Berliner Traufhöhe, als Erlebnishorizont zu erhalten. Aus den vertrauten Blöcken aber wachsen wie städtebauliche „Erker“ und Ecktürme Hochhäuser. Die dem wertvollen Standort geschuldete Dichte wird ausgeglichen durch großzügige Freiflächen, Grün- und Platzflächen, die sich zu einer grünen Kette verbinden, die aus der steinernen lauten City hinaus zum grünen und stillen Tiergarten führt. Angesichts allgemein hoher Nachfrage nach Wohnimmobilien und damit steigender Mieten, aber auch der wachsenden Attraktivität Berlins, ist an diesem Ort eine großzügige und rasche Wohnentwicklung möglich, für ein beispielhaftes modernes innerstädtisches Wohn-, Arbeits-, Kultur- und Wissenschafts-Quartier.

Heute hat die Jebensstraße den Charakter eines Bahn-Hinterhofs – keine gute Adresse für das dortige Fotografiemuseum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz! Die Jebensstraße könnte zusammen mit der Sanierung und Aufwertung des Bahnhofs Zoo und seines Umfeldes durch Verkehrsberuhigung zum westlichen Vorplatz des Bahnhofs werden, das benachbarte Bundesareal öffnen, als attraktive Verbindung  zu dem neuen großstädtischen Arbeits- und Wohnquartier zwischen Hertzallee und Landwehrkanal führen bis hinein ins Grün des Tiergartens, entlang an Bahnhof und Bahndamm mit zu öffnenden S-Bahn-Bögen. Die als Einkaufspassagen neu gestalteten Aus- und Durchgänge des Bahnhofs Zoologischer Garten von Ost nach West könnten ihre Fortsetzung finden  in den bereits gegebenen und sich anbietenden Gebäudeabständen der Bauten an der Jebensstraße.

So kann das Blockinnere, von Verwaltungsbauten des Bundes  befreit, sich öffnen und Platz schaffen für einen hohen Turmbau als Mittel- und Höhepunkt der Quartiersentwicklung.

Als Büro- und Hotel-Hochhaus in der Nachbarschaft von IHK und Berliner Bank stärkt der Turmbau sichtbar die City West als Standort der Berliner Wirtschaft. In der Nachbarschaft der Universität der Künste und der Technischen Universität,  in Ergänzung zum Museum für Fotografie und zur TU-Bibliothek kann die Piazza um den Turmsockel und das weitere Umfeld zum Fokus von Aktivitäten in Kunst, Kultur und Wissenschaft werden. Mit einem Aussichtsrestaurant in der Spitze  könnte der Turmbau auch zu einer weiteren Attraktion für den Stadttourismus werden.

Als Wahrzeichen der City West kann der Turm das mittlerweile historische Europa Center – Symbol des Westberlins der 60/70er Jahre – ablösen Als weithin wirkendes Stadtzeichen markiert der neue Turm wie schon der Fernsehturm am Alexanderplatz mit seinen Nachbar-Türmen oder die Hochhäuser am Potsdamer Platz die sich wandelnde Innenstadtsilhouette Berlins mit ihren City-Standorten unterschiedlicher Bedeutung. Als enger Nachbar des markanten Bauwerks des Bahnhofs Zoo gestaltet sich das neue Hochhaus als Campanile-Typus  vergleichbar dem Messeturm an der historischen Frankfurter Festhalle oder dem neuen EZB-Doppelturm an der „Gemüsekirche“ der Frankfurter Großmarkthalle.

Statt des gescheiterten Riesenrades wird in vergleichbarer Höhe, aber mit anderer Symbolwirkung, der Campanile am Bahnhof Zoo zum signifikanten und werbenden Zeichen für die mutige Weiterentwicklung Berlins zur aufblühenden europäischen Metropole.

— Bericht —

Die City West nimmt ein neues städtebauliches Projekt in Angriff: den Ernst-Reuter-Platz. Gestern fand dazu eine erste Standortkonferenz statt, bei der Architekten, Stadtplaner, Immobilienhändler, die Senatsverwaltung für Stadtenwicklung, aber vor allem auch Studenten der Technischen Universität (TU) und der Universität der Künste (UdK) sich gegenseitig über den gegenwärtigen Zustand und die potenzielle Zukunft des Platzes informierten. Die öffentliche Veranstaltung wurde vom Regionalmanagement CITY WEST durchgeführt und fand im Architekturgebäude der TU statt, einem der Häuser am Platz. Das Treffen soll der Auftakt für eine Reihe weiterer Strategiegespräche und Konferenzen im nächsten Jahr sein.

Der Ernst-Reuter-Platz wird heute vor allem als Kreisverkehr wahrgenommen. Um auf die Mittelinsel zu gelangen, geht der Fußgänger durch einen unterirdischen Tunnel, ähnlich wie bei der Siegessäule am Großen Stern. Die Gebäude an dem weiträumigen Platz sind in der Nachkriegzeit im Geist der städtebaulichen Moderne errichtet worden. Sie stehen zum Teil als Einzeldenkmale, aber auch als Gesamtanlage unter Denkmalschutz; sogar die Platzfläche ist laut Denkmalkarte der Senatsverwaltung als Gartendenkmal geschützt. Architekturprofessor Harald Bodenschatz von der TU sieht den Ernst-Reuter-Platz deswegen regelrecht „gepanzert mit Denkmalschutz“.

Die Nachkriegsmoderne mache denn auch die Identität des Ortes aus, wie Andreas Schulten, Büroimmobilienanalyst der BulwienGesa AG betont. Sie dürfe auf keinen Fall zerstört werden. Schwierig aus seiner Sicht sei die Konkurrenzsituation zu Berlin-Mitte. Die höchsten Büromieten (22 – 25 Euro pro Quadratmeter) würden aktuell am Sony Center, Unter den Linden/Ecke Friedrichstraße, aber auch in der Spandauer Vorstadt gezahlt, aufgrund von entsprechender Nachfrage. Der Ernst-Reuter-Platz konkurriere insbesondere mit Unter den Linden, „wo die Humboldt-Universität ein Schloss an die Seite gesetzt kriegt“, sagte Schulten.

Studenten der am Platz beheimateten Universitäten verdeutlichten mit ihren präsentierten Projekten, dass die Auseinandersetzung mit dem denkmalgeschützten Ort eher auf künstlerisch-funktionaler, statt auf baulich-räumlicher Ebene stattfinden könnte. Vorgestellt wurden das Projekt „Kreislaufstadt: Loop City“ (TU, Institut für Stadt- und Regionalplanung, Fachgebiet Städtebau und Siedlungswesen), das Projekt „Roundabout“ (TU, Institut für Architektur, Fachgebiet Bildende Kunst) und das Projekt „Klangumwelt Ernst-Reuter-Platz“ von Annette Matthias und Thomas Kusitzky.

Die beiden Studenten forschen an der UdK zum Thema Auditive Architektur und wollen aus dem Verkehrsraum Ernst-Reuter-Platz einen Lebensraum machen. Sie haben die Akustik des Ortes ein Jahr lang erfasst und ausgewertet, dann darauf aufbauend ihre Ideen entworfen: Matthias und Kusitzky verordnen dem Kreisverkehr eine „Generalpause“. Mit direkten Fußwegen in die Mitte des Platzes wollen sie seine „Zirkularität brechen“. Dazu synchronisieren sie die Ampelschaltung für den Autoverkehr auf einen Generalstopp. Eine weitere „Transformationsmaßnahme Ruhewiese“ sieht die topografische Anhebung der Mittelinselränder um ca. einen Meter vor, was den Verkehrslärm abhalten soll. Und transparente Pavillons zum gleichen Zweck stehen vor den Eingangsbereichen der modernen Höchhäuser, senden selbst Klänge aus als Kontrastprogramm.

Für Senatsbaudirektorin Regula Lüscher ist die Standortkonferenz ein voller Erfolg, sie lobt den Entwicklungsprozess. Mit den Leitlinien für die City West und dem Masterplan Universitätscampus City West habe der Senat 2009 einen Schneeball geworfen, den die lokalen Akteure erfolgreich aufgenommen hätten. Sie könne sich auch vorstellen, den Ernst-Reuter-Platz als Ort für die IBA 2020 einzubeziehen. Zuletzt zeigte sie sich sehr beeindruckt von Charlottenburg-Wilmersdorfs stellvertretenden Bezirksbürgermeister Klaus-Dieter Gröhler. So freundlich hätte er sie noch nie begrüßt, sagte sie. (Futurberlin)

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— Bericht —

Die City West läutet die Trendwende ein, der Kurfürstendamm kommt. Gerade gingen am 30. Oktober die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum des traditionsreichen Boulevards zu Ende. Jetzt kamen am Freitag die Bauherren der Projekte rund um den Breitscheidtplatz zusammen und informierten über ihre weiteren Pläne, wie Tagesspiegel und Berliner Zeitung berichten. Demnach investieren sie mehr als eine Milliarde Euro in den Aufbau der City West. Allein der Umbau des Ku’damm-Karrees soll 500 Millionen Euro kosten, es steht zum Verkauf. Sein irischer Eigentümer Ballymore fehlte bei dem Investorentreffen. Die Nachfrage nach Büros und Gewerbeflächen in der City West steigt, in den letzten zwölf Monaten seien elf Hektar neuvermietet worden. Im Europa-Center sind 91 Prozent der Flächen vermietet, im Neuen Kranzler-Eck sind es 93 Prozent. Ein Apple-Store zieht in die leerstehende ehemalige Filmbühne Wien.

Im denkmalgeschützten Haus Cumberland, das gerade umgebaut wird, sind schon alle 186 Wohnungen verkauft, darunter 20 Penthousewohnungen mit Sauna und Kamin, die Quadratmeterpreise lagen zwischen 3.500 bis 7.000 Euro. „Bread & Butter“-Geschäftsführer Karl-Heinz Müller will in dem Haus einen Modeladen aufmachen. Ins ehemalige Bankhaus Löbbecke, in einer Seitenstraße des Ku’damms, zieht die Berggruen-Holding von Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen.

Das neugebaute Hochhaushotel „Zoofenster“ soll Ende des ersten Quartals nächsten Jahres fertig werden, der Innenausbau verzögert sich. Im gleichen Jahr wird mit dem Bau des benachbarten „Atlas-Tower“ der Strabag Real Estate GmbH begonnen, das mit 119 Meter Höhe das „Zoofenster“ um einen einzigen Meter überragen wird. Das Kino „Zoo-Palast“ und der alte „Zoobogen“ werden gerade saniert und unter dem Namen „Bikini-Berlin“ als Gebäudekomplex Mitte 2013 fertiggestellt, vom Bikini-Haus soll es einen freien Blick in den Zoologischen Garten geben. Daneben werden auch Tauentzienstraße und Gedächtniskirche saniert. (Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Futurberlin)

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