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Die Staatsoper-Baustelle vom Bebelplatz: aktueller Eröffnungstermin (Nr. 3) ist der 3. Oktober 2017

Die Staatsoper-Baustelle vom Bebelplatz: aktueller Eröffnungstermin (Nr. 3) ist der 3. Oktober 2017

Zahlenspiele machen Laune. Ich hoffe nur, ich habe mich nicht verrechnet. Die ZITTY überschreibt ja ihre aktuelle Titelgeschichte mit „Die 3,89-Milliarden-Groschenoper“, wobei der Überraschungseffekt der Schlagzeile im Dimensionssprung vom Millionen- zum Milliardenprojekt liegt. Die Rede ist von der Sanierung der Staatsoper. Seit Dezember 2014 soll sie 389 Millionen Euro kosten. Ein aufschlussreicher Artikel ist das, der die Geschichte des neuesten Berliner Bauskandals ausbreitet (es gibt einen Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus) und dabei alle Finanzversprechen, Kostensteigerungen und Ex-Eröffnungstermine nennt. Warum also nicht noch weitergehen und sich des Englischen bedienen, der „Threepenny-Opera“? Den Penny übersetzen wir zurück ins Deutsche (beziehungweise ins europäische Währungsmaß) und können damit das Komma letzten Endes noch eine Stelle weiter nach rechts schieben. Und die Bausumme steigt augenscheinlich – für Berlins voluminöse Centopera. SCHOCK!

Siehe ZITTY Berlin Heft 08/15

Nochmal der Hinweis auf das (im Internet als Podcast anhörbare) Interview mit Nikolaus Bernau von der Berliner Zeitung (letzter Blogpost), der das Staatsoper-Projekt als „schieren Wahnsinn“ bezeichnet (Link hier)

Ein Eldorado für alle Flughafen-Verrückten: die website "BERwatch" von den Berliner Piraten

Ein Eldorado für alle Flughafen-Verrückten: die website „BERwatch“ von den Berliner Piraten

Als ich vor ein paar Wochen mit Kollegen in der Stadtklause am Askanischen Platz saß und wir über den BER redeten, wurde mir klar, dass das Problem des Flughafenprojekts aus heutiger Sicht im Grunde darin besteht, dass die Vorgänge und verschiedensten Aspekte nicht mehr kommunizierbar sind. Es fehlt die Zeit, um die ganze Geschichte zu erzählen. Und hätte man sie, fehlte den Zuhörern die Geduld. Denn es müsste ja so lange dauern!

Ich frage mich, in welcher Form die Geschichte vom BER eigentlich erzählbar wäre. Wie geht diese Geschichte? Wer kann sie (mir) in zehn Minuten zu verstehen geben? Und was ist an ihr eigentlich das Wichtigste? – Eine einfache Chronik beantwortet diese Frage nicht.

Suchend bin ich gestern auf die website “BERwatch” der Berliner Piraten gestoßen, auf der sie den Bauskandal vieldimensional für den laufenden Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus aufarbeiten. Und ich bin beeindruckt. Ich will sie hiermit all jenen empfehlen, die professionell oder in ihrer Freizeit in die Wissenschaft des “komplexen Flughafenverbaus” einsteigen wollen.

Die website bietet gleich mehrere, externe Chroniken an, verlinkt zu den jeweiligen Medien. Die Chronik von BERwatch selbst ist abrufbar nach separaten Themen, zum Beispiel Standortwahl, Lärmschutz, politische Aufarbeitung. Aber nicht nur das. Die website hat auch die überholten Zielsetzungen des Projekts erfasst, und führt systematisch in den Dschungel der an dem Großprojekt beteiligten Akteure. Das ganze wird unterlegt mit fundierten und für jeden einsehbaren Dokumenten.

Wünsche viel Spaß dabei!