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Flyer der Mauerpark-Allianz (Ausschnitt): Schwarze Lkw und Pkw zeigen die Befürchtungen vor erhöhter Verkehrsbelastung, besonders durch den Baustellenbetrieb

Flyer der Mauerpark-Allianz (Ausschnitt): Schwarze Lkw und Pkw zeigen die Befürchtungen vor erhöhter Verkehrsbelastung, besonders durch den Baustellenbetrieb

Ab heute beginnt für das Prozedere der Pläne im Mauerpark die zweite Stufe der Bürgerbeteiligung, die sogenannte “Öffentliche Auslegung”. Bis zum 16. März kann jeder, der möchte, seine Einwände gegen den Bebauungsplan 1-64a VE hervorbringen – in der Hoffnung, dass das Bezirksamt Mitte die Einwände berücksichtigt.

Der B-Plan soll dem Investor, der Groth Gruppe, Baurecht für ein Wohngebiet mit derzeit 709 Wohnungen nördlich des Gleim-tunnels verschaffen und ist infolge von städtebaulichen Verträgen die Voraussetzung für die Erweiterung des Mauerparks südlich davon.

Eine erste, “frühzeitige” Beteiligung, hat 2010 stattgefunden. Damals gaben Bürger 2.649 Stellungnahmen ab. Die Intitiativen kritisierten das Auswertungs-ergebnis, in dem die Einwände ihrer Ansicht nach kaum Berücksichtigung fanden. Das Bezirksamt, in Person des damaligen Baustadtrats Ephraim Gothe behauptet das Gegenteil (Fazit aus dem 18-seitigen Auswertungsergebnis; ganzes Dokument hier):

“Zusammenfassend ist zu konstatieren, dass nach Abwägung der privaten und öffentlichen Belange zu den Planungszielen, das Verfahren des Bebauungsplans 1-64 unter Beachtung vorgebrachter Hinweise weiter verfolgt wird.”

Die Mauerpark-Allianz, ein Zusammenschluss aus Initiativen, Der Linken und den Piraten, informierte schon letzten Donnerstag über die Pläne und die Auslegung. Sie sieht das Prenzlauer Berger Gleimviertel und das Brunnenviertel im Wedding (Bezirk Mitte) von Gentrifizierung bedroht. Eine 3D-Animation läuft dazu auf youtube. Sie lässt die Baumassen in die Höhe wachsen und zeigt die befürchtete Verschattung der betroffenen Anrainer, wie die Jugendfarm Moritzhof.

Planzeichnung des offziellen B-Plan-Entwurfs 1-64a VE: rot bedeutet, die Flächen werden als Wohngebiet ausgewiesen. Grün: öffentlicher Spielplatz. Zu dem Plan gibt es eine schriftliche Begründung, die auch eingesehen, gelesen werden kann. Viel Spaß!

Planzeichnung des offziellen B-Plan-Entwurfs 1-64a VE: rot bedeutet, die Flächen werden als Wohngebiet ausgewiesen. Grün: öffentlicher Spielplatz. Zu dem Plan gibt es eine schriftliche Begründung, die auch eingesehen, gelesen werden kann. Viel Spaß!

Die Allianz bietet einen umfangreichen Service. In ihrem fünfsprachigen Flyer gibt sie den Bürgern, die sich beteiligen wollen, ein Abreißformular an die Hand und bietet auf ihrer website sogar Argumente gegen die Groth-Pläne an. Die Mauerpark-Allianz, zu der auch die mit dem Volksentscheid erfolgreiche Initiative 100% Tempelhofer Feld gehört, bereitet außerdem ein Bürgerbegehren gegen den B-Plan vor.


Die Mauerpark-Geschichte ist äußerst komplex. Man kann sie sich bei Gelegenheit mal erklären lassen – immer montags 19:00 Uhr in der Jugendfarm Moritzhof, Schwedter Straße 90, wo sich die Mauerpark-Aktivisten für Fragen zur Beteiligung zur Verfügung stellen. Mehr Infos zum Plan und zur Auslegung auch auf der website des Bezirksamts Mitte, hier.

Mehr Beiträge auf Futurberlin.de

  • „Der Stadtrat, der aus der Hüfte schießt“ – Wie Mittes Baustadtrat Carsten Spallek weniger Bürgerbeteiligung wagt und mit seinem kuriosen Stil bisher ganz gut fährt (März 2013), im Fokus drei Mitte-Projekte: Mauerpark, Monbijoupark und Marienkirchhof
  • „Ob es klappt, weiß man nicht“ – Interview mit Frank Bertermann (Grüne), Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses der BVV Mitte, über die damals initierte Bürgerwerkstatt Mauerpark und den aufgstellten Bebauungsplan 1-64 (August 2010)
Yadegar Asisi-Panorama im Hintergrund. Die Zeit der Rundumschläge am Checkpoint Charlie ist bald vorbei.

Yadegar Asisi-Panorama im Hintergrund. Die Zeit der Rundumschläge am Checkpoint Charlie ist bald vorbei.

Der “Berliner Kurier” schreibt am Dienstag, dass der irische Eigentümer seine Grundstücke am Checkpoint Charlie beiderseits der Friedrichstraße verkaufen will (oder – die staatliche Bank “Nama” im Nacken sitzend – verkaufen muss). Das heißt, Disneyland verabschiedet sich. Zum Ende des Jahres ziehen die Buden ab. Ich wette, wir werden sie uns zurückwünschen! Denn die Friedrichstraße/ Ecke Zimmerstraße wird bald nicht mehr von der Friedrichstraße/ Ecke Leipzigerstraße und von der Friedrichstraße/ Ecke Krausenstraße und von der Friedrichstraße/ Ecke x-beliebige Straße zu unterscheiden sein. Das wäre schlimmer als das, was wir heute haben. Aber was wäre eigentlich besser als der Mansch von heute? Eine Gedenkstätte? Ein Platz? Ein Park? Ein Panzer-Denkmal? Oder doch ein banales Bürohaus in Rasterfassaden? Eigentlich ist doch alles besser als die Grenze von vor 25 Jahren.

Das Debis-Haus am Potsdamer Platz wird umgebaut und für Besucher geöffnet. Wie der Tagesspiegel schreibt, soll in Zukunft der Zutritt sowohl ins Atrium, als auch zur 100 Meter hohen Aussichtsplattform auf dem Dach möglich sein. Bisher war das exklusiv für den Mieter. Dafür entstünden oben auch ein Restaurant und Café. Die SEB Asset Management AG wolle als Eigentümerin das Gebäude nach dem Auszug von Daimler Financial Services kleinteilig weiterentwickeln. Der ganze Block bekomme zusätzliche Eingänge, bisher hatte er einen. Architekt Renzo Piano soll sich an der Umgestaltung selber beteiligen. Er hatte das Gebäude mit den Terrakottafassaden und dem grünen würfelartigen Debis-Logo auf dem Dach 1997 gebaut. SEB besitzt laut Artikel am Potsdamer Platz insgesamt 18 Immobilien, wolle sie nach Umgestaltung und Neuvermietung aber verkaufen. Architekt Bernard Plattner spricht in dem Artikel vom heutigen Potsdamer Platz als von einer “unnahbaren, festen Burg, ohne Innenleben”. Er hatte das Projekt in den 90er Jahren geleitet.

Die Japaner kommen nicht nur nach Berlin, um zu fotografieren. Sie investieren auch und geben ihr Geld für Gebäude aus. Das Allianz-Hochhaus am Osthafen ist nach einem Bericht der Immobilienzeitung (IZ) jetzt in Besitz der japanischen Investmentgesellschaft Nis Arb Edo, die Berlins höchstes Bürogebäude für einen zweistelligen Millionenbetrag vom Voreigentümer gekauft haben soll. Gründe dafür seien der schwache Yen und das Image Deutschlands als „Hort der Stabilität“. Voreigentümer war der Fonds Episo, der laut IZ-Bericht unter dem Management von Tristan Capital Partners und AEW Europe steht und sich nach drei Jahren von dem 125 Meter hohen Tower trennt. Der Verkauf des Hauses mit seinen 35.000 Quadratmetern Geschossfläche sei „im Rahmen des Berlin-Hypes“ denn auch „gewinnbringend“ gewesen. Zur Immobilie gehören auch denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Elektro-Apparate-Werke aus den 20er und 30er Jahren, in denen das Bundeskriminalamt untergebracht ist. Die drei benachbarten flacheren Büroscheiben der Treptowers blieben durch die Allianz weiterhin genutzt und seien nicht verkauft worden; auch den Allianz-Schriftzug auf dem Turmdach müssen Berliner in der Zukunft nicht missen, er bleibt erhalten.

„Die Uhren ticken in Bayern anders“, betont FDP-Chef Philipp Rösler vor seinen Parteikollegen, nachdem am Wahlabend klar wird, dass seine Partei die 5-Prozent-Hürde in den bayerischen Landtag nicht genommen hat. Und in der Tat sehen die Ergebnisse anderswo besser aus. Mit 18 Prozent Stimmenanteil ist die FDP zweitstärkste Kraft hinter den Unionsparteien – in einer Online-Umfrage der Immobilienzeitung und der Immo Media Consult. 523 Immobilienprofis hätten an der Befragung im August teilgenommen, schreibt die Immobilienzeitung. Unter den Maklern stimmten sogar 22,5 Prozent für die FDP; unter den Juristen sagenhafte 39 Prozent. Dennoch sind auch in der Immobilienbranche die Liberalen auf Talfahrt. 2009 waren sie mit 42 Prozent immerhin stärkste Partei im „Branchenparlament“. Und was sagt das Branchenparlament zur Einführung einer Mietpreisbremse? – 71 Prozent der Befragten lehnen sie ab.

 

Nachdem vor drei Wochen der Tagesspiegel über den schlechten Zustand des Flughafengebäudes in Tempelhof berichtet hatte, weist die Tempelhof Projekt GmbH in einer Pressemitteilung Darstellungen zurück, in der das Gebäude als “Bauruine” bezeichnet wird. Es sei nur “stark sanierungsbedürftig”. Sie beschreibt darin auch, wie das Flughafengebäude in Zukunft genutzt werden soll und warum es sich nicht als Standort für die Zentral- und Landesbibliothek eignet.

Das steht im Entwicklungskonzept:

  • Nutzung der historischen Räume durch Unternehmen der Kreativwirtschaft und aus dem Bildungbereich
  • Sanierung und Öffnung des bislang geschlossenen ehemaligen Offiziershotels der U.S. Air Force am Platz der Luftbrücke als Kreativ- und Gründerzentrum mit Gastronomie, Touristeninfo, Ausstellungen und Konferenzen
  • weitere und verstärkte Nutzung der Hangars, Haupthalle, Transitbereiche und des Vorfelds für Veranstaltungen
  • Installation einer Photovoltaikanlage auf dem 1,2 Kilometer langen Dach
  • Einrichtung von öffentlich zugänglichen Besucherterrassen mit Geschichtsgalerie auf dem Dach
  • Einzug des Alliierten-Museums ab 2017 in Hangar 7

Und hier die Gründe, die gegen eine Bibliothek im Flughafengebäude sprechen:

“Das Flughafengebäude Tempelhof eignet sich nach Ansicht der Zentral- und Landesbibliothek auch nicht für den Bibliotheksbetrieb. Das langgestreckte Terminalgebäude, für den Flugbetrieb gebaut, entspricht in keiner Weise den heutigen logistischen Anforderungen an einen Bibliotheksbau. Ein effizienter und wirtschaftlicher Betrieb ist auf einen überaus kompakten, funktionalen Baukörper angewiesen, der ein hohes Maß an Flexibilität aufweisen und in seiner Geometrie so schlicht wie möglich sein muss. Die erforderliche Einbeziehung der Flugsteige für die öffentlichen Bereiche würde beispielsweise mehrere hundert Meter lange Wege für die Bibliotheksnutzerinnen und –nutzer zur Folge haben. Auch sämtliche Transportstrecken für Medien innerhalb der Bibliothek wären sehr aufwändig. Sie verhindern eine hohe Servicedichte und fordern gleichzeitig mehr Personaleinsatz. So wäre die Bibliothek im Flughafengebäude nicht wirschaftlich zu betreiben. Die Unterbringung der ZLB im Flughafengebäude gliche einem Neubauvorhaben unter erschwerten Bedingungen. Die Kosten sind nicht günstiger als bei dem geplanten Neubau am Rand des Tempelhofer Feldes.”

 

Auf der Cuvry-Brache am Kreuzberger Spreeufer sollen Wohnungen gebaut werden. Wie die taz schreibt, hat der Investor Artur Süsskind am Donnerstag seine Pläne vorgestellt. Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) lehnt danach eine Bebauung ab und spricht sich für eine Freifläche aus. Er sieht die Lösung darin, dass Berlin die Fläche vom Eigentümer zurückkauft. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher verteidigt sie mit der neuen Berliner Wohnungsnachfrage. Die Planungshoheit liegt bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, nicht beim Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Auf dem Gelände der Cuvry-Brache war früher das Yaam. Es war einmal ein Einkaufszentrum und Hotel dort geplant. Im letzten Jahr wollte das BMW-Guggenheim-Lab vor Ort über Stadtentwicklung diskutieren, aber es landete nach Protesten schließlich in Prenzlauer Berg.

— Audio-Slideshow — Heute vor zwei Wochen eröffnete der Total Tower in der Heidestraße. Zwei Tage lang konnte man in den 16. Stock rauffahren und das Panorama genießen, wobei: Ich erwischte noch die 12 Uhr-Schlange, aber kaum war ich oben, drängte die Aufsicht, die eine Hälfte des Gebäudes zu verlassen und in die andere zu gehen. Genießen war das nicht. Das Schnellgeknippste hier in der Slideshow.

Dazu erzäht Burkhard Reuss, Direktor für Kommunikation bei Total, wie sich Total Deutschland in den Berliner Kiezen engagiert und in der Alten Försterei einen treuen Partner gefunden hat: den 1. FC Eisern Union. Es gibt nämlich eine „Eiserne Zapfstelle“ an der B 96a. Hier der Audio-Mitschnitt.

Beides zusammen also nachhör- und nachschaubar als erster Audio-Slide auf Futurberlin.

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