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Nach Helmut Schmidts Beitrag zur Schlossversenkung scheint die Welle, die er auslöste, ausgelaufen. „Der Freitag“ zieht Bilanz und hat blattübergreifend Kommentare gesammelt und sie nach „Pro und Contra Schlossversenkung“ verdienstvoller Weise auch gezählt. Das Ergebnis wird die Stiftung Humboldtforum kaum mögen. Eine Petition, von Rainer Eigendorff aus Berlin ans Abgeordnetenhaus gerichtet, liefert „der Freitag“ als Textanhang gleich mit. Sie läuft noch bis zum 31. März. Welche Aussicht auf Erfolg hat sie?

zum Artikel des „Freitag“

zur Petition „Kein Neubau des Berliner Stadtschlosses“

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Wer in Berlin vor Baustellen steht, zum Beispiel am Leipziger Platz, zum Beispiel an der Rathausstraße in Mitte, und davon erfährt, dass dort für neue Einkaufszentren gebaut wird, der schüttelt oft den Kopf. Als ob Berlin nicht genügend davon hätte. Nein, da geht tatsächlich noch was. Die Umsätze im Berliner Einzelhandel sind im vergangenen Jahr um zwei Prozent gegenüber 2011 gestiegen, schreibt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Sie liegen damit sogar über dem Bundesdurchschnitt. Gestiegen ist neben dem Umsatz auch die Beschäftigung mit drei Prozent, vor allem im Teilzeitbereich. Haben das Shopping-Quartier „Leipziger Platz Nr. 12“ und das „Alea 101″ also Zukunft?

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Jetzt geht’s den Partytouristen in den Plattenbauten der Wilhelmstraße an den Kragen. Wie die Berliner Zeitung schreibt, will der Bezirk Mitte mit strengeren Auflagen und Kontrollen dafür sorgen, dass die Nutzung der Gebäude als Ferienwohnungen für den Eigentümer unattraktiver wird. Um das zu tun, braucht der Bezirk offenbar Mieterlisten als „Beweismaterial“, die er sich jetzt vom Eigentümer vorlegen lassen will. Der Bezirk will außerdem Ferienwohnungen verbieten, wie es Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg vor kurzem vorgemacht haben. Als Grundlage dafür sollen Milieuschutzgebiete festgelegt werden, Moabit zum Beispiel.

Aber wie aussichtsreich ist diese Idee für die Bewohnerschaft der Wilhelmstraße, und leben sie eigentlich in einem Kiez? Vor einiger Zeit sollte einer der Plattenbauten abgerissen werden, ist er samt seiner Einwohner, inklusive Partytouristen, eigentlich gerettet oder nicht?

zum Artikel der Berliner Zeitung

Der wertvollste Entwicklungsstandort der Berliner City West mit großem, noch nicht entdecktem Potenzial ist das unmittelbar im Westen an den Bahnhof Zoo grenzende große Areal zwischen Hardenbergstraße, Fasanenstraße, Landwehrkanal und Bahndamm. Er ist einzigartig in der City West. (zu Google.Maps)

Bereits 1999 hatten Josef Paul Kleihues und Florian Mausbach auf die Chance dieses Areals öffentlich aufmerksam gemacht, als sie eine weit vorausschauende städtebauliche Idee entwickelten, die „Europolis am Bahnhof Zoo“ (zum Entwurf). Nachdem die ersten zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall vorrangig dem Wiederaufbau der Mitte Berlins und der City Ost am Alexanderplatz galten, hat heute eine neue wirtschaftliche Aufbruchstimmung auch die City West erfasst. Dieser neue wirtschaftliche Drang in die City West macht aus einer städtebaulichen Idee jetzt ein aktuelles Planungsbedürfnis. Deshalb haben Jan Kleihues und Florian Mausbach die Idee der Europolis am Bahnhof Zoo wieder aufgegriffen und weiter entwickelt.

Es gibt viele Gründe, über das Gesamtareal und seine Möglichkeiten neu nachzudenken. Der Westen der Berliner Innenstadt ist seit eh und je neben der historischen Mitte der angesehenste Standort Berlins. Der Kurfürstendamm ist der lebendigste und attraktivste Boulevard, der Tauentzien mit dem KaDeWe die  gefragteste Einkaufsstraße und das gründerzeitliche Charlottenburg mit seinem Charme die traditionell gute Lage für Wohnen, Hotels, Restaurants, Galerien, Mode, Unterhaltung, Museen, Theater und Oper. Während der Alexanderplatz das Einkaufs- und Versorgungszentrum Ostberlins bildet,  die Berliner Mitte das nationale, touristische, kulturelle und repräsentative Hauptstadt-Zentrum, ist die City West der urbane Dienstleistungs-Schwerpunkt der Berliner Wirtschaft rund um den geschäftigen Verkehrsknoten Bahnhof Zoo mit Industrie- und Handelskammer, Berliner Bank, Finanz- und Versicherungsinstituten, Anwaltspraxen und großen Hotel- und Kongressangeboten. Dass das Waldorf- Astoria Hotel das neue Hochhaus des Zoofensters wählt, ist mit dem geplanten Zwillingsturm „Upper West“ und weiteren Erneuerungsbauten wie dem Bikini-Haus und dem Zoo-Palast ein deutliches Symbol der Renaissance des Berliner Westens und der City West.

Bisher gibt es nur Planungsüberlegungen für den hinteren Teil des Areals zwischen Hertzallee und Landwehrkanal mit Busbahnhof, TU-Bibliothek und Zoo-Gebäude. Die  Investorenpläne für ein Riesenrad sind gescheitert. Seit das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ins Ernst-Reuter-Haus an die Straße des 17. Juni  gezogen ist, stehen Teile der Bundesbauten an der Fasanenstraße leer. Dies ist Anlass für neue Überlegungen auch für den vorderen Teil des Gesamtareals mit Berliner Bank, Verwaltungsgericht, Museum für Fotografie und Bundesverwaltung. Den Verkehrsmittelpunkt der City West, den benachbarten Bahnhof Zoo, will die Deutsche Bahn AG runderneuern und mit Geschäften beleben. Über einer Tiefgarage soll der Hardenbergplatz neu gestaltet werden. Da die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin Haupteigentümer auf dem Gesamtareal sind, bietet sich die Möglichkeit weitblickender Gestaltung  in öffentlicher Verantwortung.

Heute teilt sich Charlottenburg in zwei städtebauliche Zonen:  in die wegen ihrer belebenden Nutzungsmischung, ihres einheitlichen Maßstabs und ihrer bildreichen Architektur beliebten Gründerzeitquartiere um Kurfürstendamm und Kantstraße einerseits sowie in das durch modernen Nachkriegswiederaufbau und Autogerechtigkeit, solitäre Geschäfts- und Verwaltungsbauten, Kaufhäuser, Hotels und Hochhäuser geprägte Band zwischen Ernst-Reuter-Platz und Urania-Haus andererseits.

Mit der „Europolis“ wird die urbane Tradition der europäischen Stadt mit ihrer lebendigen Mischung, gestalterischen Ordnung und ihrem vertrauten menschlichen Maßstab fortentwickelt durch Verbindung mit dem Städtebau der Moderne und dessen größerer baulichen und technischen Freiheit und den heutigen verkehrlichen, stadthygienischen und ökologischen Anforderungen. Es entsteht ein neues metropolitanes Cityquartier, das in baulicher Dichte, Höhe und urbanem Qualitätsanspruch dem mit öffentlichen Verkehrsmitteln aller Art besterschlossenen City-Standort am Bahnhof Zoo auch in stadtwirtschaftlicher Sicht entspricht.

Die Europolis am Bahnhof Zoo ist ein aus Geschäfts-, Wohn-, Wissenschafts- und Kulturbauten gemischtes, hochverdichtetes, zugleich aber ein großzügig durchgrüntes Stadtquartier. Indem es  den vertrauten Maßstab und die lebendige Mischung der Gründerzeit mit der aufstrebenden Freiheit der Moderne verbindet und so die Vorzüge des klassischen Städtebaus mit denen der Moderne zum Einklang bringt, könnte das neue Quartier auch ein Beispiel geben, wie der ideologische Streit zwischen Traditionalisten und Modernisten, der die Berliner Architekturszene prägt und spaltet, sich überwinden lässt. Auf eine Formel gebracht: Europolis ist Savignyplatz plus Hansaviertel.

Das überwiegend in Landesbesitz befindliche große Gelände  zwischen Hertzallee und Landwehrkanal, mit Anschluss an die Straße des 17. Juni und damit an  die Hauptmagistrale Berlins sowie über die Fasanenstraße, Jebensstraße und Hertzallee an das Zentrum Charlottenburgs, ist heute in seinem Wert völlig unterentwickelt. Sein Hinterhof-Charakter hat seinen Grund in der Sperrriegel-Wirkung des Blocks  auf der Westseite des Bahnhofs. Mit dem Teil-Leerstand von Bürobauten des Bundes – Militärverwaltungsbauten der 1930er Jahre – bietet sich die Chance einer Neuordnung des dortigen Blockinneren und zugleich die Öffnung und Erschließung des Gesamtareals. Dass das Hochhaus der Berliner Bank und die denkmalwerten wilhelminischen Bauten an Hardenberg- und Jebensstraße erhaltenswert sind, steht außer Frage. Gilt dies in Gänze auch für die ehemaligen Militärverwaltungsbauten der 1930er Jahre?

Ein Freiräumen des Blockinneren und Öffnen zum Bahnhof Zoo, zu Hardenbergstraße und Fasanenstraße wie zum Areal nördlich der Hertzallee bietet die einmalige Chance, ein großes Stadtquartier aus einem Guss neu zu gestalten, das in seiner städtebaulichen Bedeutung für Berlin dem neuen Quartier am Potsdamer Platz zu vergleichen ist. Ein Netz der Durchgängigkeit vom Bahnhof Zoo und vom Hardenbergplatz, von der Hardenberg- und Fasanenstraße über die Hertzallee hinaus bis zu Landwehrkanal und Tiergarten würde das Gesamtareal erschließen und öffnen, ihm den heutigen Hinterhof-Charakter nehmen und durch eine entsprechend anspruchsvolle städtebauliche und architektonische Gestaltung zu einem der wertvollsten und attraktivsten urbanen Standorte Berlins machen.

“Vorne der Kudamm hinten die Ostsee“, hat Kurt Tucholsky den Wunschstandort des Großstädters knapp beschrieben. Das trifft, ersetzt man Ostsee durch Tiergarten, auf diesen Standort zu. Durch die Nähe zum Wasser und zum weitläufigen Grün des Tiergartens bietet sich der Ort auch zum urbanen innerstädtischen Wohnen an. Die Gestalt  der Europolis orientiert sich zum einen an der Blockstruktur des gründerzeitlichen Charlottenburgs, um den vertrauten Maßstab der „Erdbewohner“, die Berliner Traufhöhe, als Erlebnishorizont zu erhalten. Aus den vertrauten Blöcken aber wachsen wie städtebauliche „Erker“ und Ecktürme Hochhäuser. Die dem wertvollen Standort geschuldete Dichte wird ausgeglichen durch großzügige Freiflächen, Grün- und Platzflächen, die sich zu einer grünen Kette verbinden, die aus der steinernen lauten City hinaus zum grünen und stillen Tiergarten führt. Angesichts allgemein hoher Nachfrage nach Wohnimmobilien und damit steigender Mieten, aber auch der wachsenden Attraktivität Berlins, ist an diesem Ort eine großzügige und rasche Wohnentwicklung möglich, für ein beispielhaftes modernes innerstädtisches Wohn-, Arbeits-, Kultur- und Wissenschafts-Quartier.

Heute hat die Jebensstraße den Charakter eines Bahn-Hinterhofs – keine gute Adresse für das dortige Fotografiemuseum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz! Die Jebensstraße könnte zusammen mit der Sanierung und Aufwertung des Bahnhofs Zoo und seines Umfeldes durch Verkehrsberuhigung zum westlichen Vorplatz des Bahnhofs werden, das benachbarte Bundesareal öffnen, als attraktive Verbindung  zu dem neuen großstädtischen Arbeits- und Wohnquartier zwischen Hertzallee und Landwehrkanal führen bis hinein ins Grün des Tiergartens, entlang an Bahnhof und Bahndamm mit zu öffnenden S-Bahn-Bögen. Die als Einkaufspassagen neu gestalteten Aus- und Durchgänge des Bahnhofs Zoologischer Garten von Ost nach West könnten ihre Fortsetzung finden  in den bereits gegebenen und sich anbietenden Gebäudeabständen der Bauten an der Jebensstraße.

So kann das Blockinnere, von Verwaltungsbauten des Bundes  befreit, sich öffnen und Platz schaffen für einen hohen Turmbau als Mittel- und Höhepunkt der Quartiersentwicklung.

Als Büro- und Hotel-Hochhaus in der Nachbarschaft von IHK und Berliner Bank stärkt der Turmbau sichtbar die City West als Standort der Berliner Wirtschaft. In der Nachbarschaft der Universität der Künste und der Technischen Universität,  in Ergänzung zum Museum für Fotografie und zur TU-Bibliothek kann die Piazza um den Turmsockel und das weitere Umfeld zum Fokus von Aktivitäten in Kunst, Kultur und Wissenschaft werden. Mit einem Aussichtsrestaurant in der Spitze  könnte der Turmbau auch zu einer weiteren Attraktion für den Stadttourismus werden.

Als Wahrzeichen der City West kann der Turm das mittlerweile historische Europa Center – Symbol des Westberlins der 60/70er Jahre – ablösen Als weithin wirkendes Stadtzeichen markiert der neue Turm wie schon der Fernsehturm am Alexanderplatz mit seinen Nachbar-Türmen oder die Hochhäuser am Potsdamer Platz die sich wandelnde Innenstadtsilhouette Berlins mit ihren City-Standorten unterschiedlicher Bedeutung. Als enger Nachbar des markanten Bauwerks des Bahnhofs Zoo gestaltet sich das neue Hochhaus als Campanile-Typus  vergleichbar dem Messeturm an der historischen Frankfurter Festhalle oder dem neuen EZB-Doppelturm an der „Gemüsekirche“ der Frankfurter Großmarkthalle.

Statt des gescheiterten Riesenrades wird in vergleichbarer Höhe, aber mit anderer Symbolwirkung, der Campanile am Bahnhof Zoo zum signifikanten und werbenden Zeichen für die mutige Weiterentwicklung Berlins zur aufblühenden europäischen Metropole.

Natürlich war einer gestern Abend nicht da: Carsten Spallek. Was hat schon ein Baustadtrat auf einer Veranstaltung zu tun, die nur dazu dient, weitere Veranstaltungen anzukündigen? Erst recht, wenn es sich dabei um die Bürgerwerkstatt im Mauerpark handelt. Sie ist keine politische Angelegenheit, sie ist eine Sache der Verwaltung und damit der Grün Berlin GmbH und der von ihr beauftragten Mediatoren Martin Seebauer und Beate Voskamp, die mit Mikrophonen und übergroßen, an die Brust gehängten Namensschildern in der Weddinger Ernst-Reuter-Schule stehen.

Genau wie vor über zwei Jahren sprechen Voskamp und Seebauer mit Bürgern, die gewillt sind, sich mit Ideen, Wünschen und Ansprüchen in die Gestaltung des neuen Mauerparks einzubringen. Mit Bürgern, die darüberhinaus über die beabsichtigte Bebauung nördlich des Gleimtunnels verhandeln wollen, sprechen sie nicht. Zum Beispiel mit Jörg Schleicher von der Stiftung Weltbürgerpark, der sich von Seebauer ausgegrenzt fühlt und im Laufe des Abends öfter dazwischenruft. Aber der Mediator hat dazugelernt. Schleicher wird grundsätzlich abserviert; die Bürgerwerkstatt hat ein Vorspiel.

Jetzt soll weitergespielt werden, und zwar so: Das erste Treffen der Bürgerwerkstatt ist für März geplant. Interne Arbeitstreffen wechseln sich mit öffentlichen Infoveranstaltungen ab. Seebauer will die Bürgerwerkstatt für Interessierte erweitern; bisher seien etwa 40 Teilnehmer registriert, sagt er. Die Ergebnisse sollen auf einer Liste fortgeschrieben werden, die jederzeit und für jedermann auf der Internetseite von Grün Berlin eingesehen werden können. Thematisiert wird nur die Fläche zwischen Gleimstraße im Norden und Bernauer Straße im Süden, also die zukünftige Grünfläche. Und: Seebauer erbittet sich einen fairen Umgang miteinander und erwartet von den Mitgliedern der Bürgerwerkstatt eine kontinuierliche Präsenz.

Obwohl die Bürgerwerkstatt 2011 offiziell für gescheitert erklärt wurde, haben Teile von ihr im Stillen weitergearbeitet. Vorne im Saal hängt ein Konzept (Ausschnitt siehe oben), das Alexander Puell erläutert. Der Park soll vor allem im Interesse der Anwohner gestaltet werden, weniger für die Touristen. Deshalb sollen in der Westhälfte vier Reihen Bäume gepflanzt werden, ein „Platanenhain“, während die Osthälfte auch in Zukunft frei bleiben soll. So verhält es sich auch mit Nord und Süd: Gegenstück für die „quirlige“ Nutzung, wie Puell die Gastronomien und den Flohmarkt an der Bernauer Straße bezeichnet, soll ein Spielgarten mit Teehaus sein, der sich in Höhe des Falkplatzes an der Max-Schmeling-Halle befinden soll. Puell will den Mauerpark nach Norden hin „befrieden“, wie er sagt.

Tolle Idee! Aber gerade im Norden, jenseits des Gleimtunnels (siehe Abbildung unten, roter Bereich), stehen die Zeichen auf Auseinandersetzung. Vor allem die Anwohner der Schwedter Straße im Prenzlauer Berger Gleimviertel wehren sich gegen den städtebaulichen Vertrag, der hier den Bau von 600 Wohnungen mit einer Geschossflächenzahl von 1,7 erlaubt und von der Bezirksverordnetenversammlung Mitte im letzten September nach mehreren verschobenen Sitzungen und mit knapper Mehrheit beschlossen wurde. Der Vertrag war zuvor entgegen dem Kompromiss, den die alte Bürgerwerkstatt und der Bezirk Mitte ausgehandelt hatten, zu Gunsten des Investors kurzerhand geändert worden, was vom Bürgerinitiativen-Netzwerk BIN Berlin als „Staatsstreich“ kritisiert worden war.

Neben der wieder anlaufenden Bürgerwerkstatt-Reihe zur Gestaltung der Grünfläche wird es in den nächsten Monaten auch die Fortführung des Bebauungsplans 1-64 geben. Er soll den städtebaulichen Vertrag „absichern“, wie Hans Göhler von der Grün Berlin GmbH dem Publikum erklärt. Der B-Plan soll irgendwann 2014 festgesetzt werden, nachdem die rechtlich vorgeschriebene Bürgerbeteiligung durchgeführt wurde – die mit der informellen Bürgerwerkstatt nicht zu verwechseln ist. Es hatte sogar schon eine frühzeitige Bürgerbeteiligung gegeben, die erste Stufe im Verfahren, auf der das Bezirksamt Mitte offenbar direkt aufbauen will, ohne den Verfahrensschritt zu wiederholen, wie Frank Bertermann (Grüne), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung in Mitte, sagte. Er fordert, das B-Planverfahren mit allen Verfahrensschritten zu wiederholen, da sich die Planungsbedingungen ja geändert hätten und außerdem im Raum stehe, den B-Plan vielleicht in verschiedene Bereiche zu teilen.

Auch wenn im Juni schon der zwei Hektar große, erste Teil der Grünfläche fertig sein soll (siehe Abbildung, dunkelgrüner Bereich), erstmal als Zwischennutzung, wird spannender bleiben, was aus dem Bebauungsplan wird. Ohne ihn, kann die Groth-Gruppe nördlich des Gleimtunnels nicht bauen. Aber ohne ihn wird im Zweifel auch der städtebauliche Vertrag rückabgewickelt, erklärt Göhler, und dann wird es auch mit dem zweiten Teil der Grünfläche nichts (hellgrüner Bereich). Wer hat sich das wohl ausgedacht?


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„Ins Schwärmen kommt man da nicht“, sagte ein Mann gestern im Berliner Dom auf der Diskussionsveranstaltung zum Siegerentwurf für die neue Freiraumplanung rund um das zukünftige Schloss. Prompt kam die Antwort vom Podium, in dieser Stadt käme man überhaupt nirgends ins Schwärmen. – „Aua“, sagt da Berlin. „Bin ick euch nich mehr scheene? Für meene uffjespritzte Lippen kann ick ja nüscht, und ooch die Zähne habt da mir jezogen, bis uff een‘, aber globt man nich, ihr könnt ma die Haarnadel aus meine Fastglatze ziehn! Ick sare euch eens: Ick freu mir uff mein neuet Glasooge wie sonst watt, ooch wenn’s woll’n blinder Fleck bleiben wird, ick vastehe nur nich, wieso man mir jetze schon den Lidschatten malt!??“

Kleines Quiz: Was ist gemeint mit den „uffjespritzten Lippen“ von Berlin? Was mit dem „letzten Zahn“, der „Haarnadel“, der „Fastglatze“, dem „Glasooge“ und und dem „Lidschatten“?

 

Muss er denn, muss er denn, aus dem Städtele hinaus? Nein, Klaus Wowereit regiert weiter. Der zurückgetretene Aufsichtsratsvorsitzende des großen BER muss nun nicht, muss nun nicht, aus dem Städtele hinaus und bleibt Berlins Regierender Bürgermeister. Das heutige Misstrauensvotum fiel positiv für ihn aus. Aber ist das auch gut so?

Nein, es ist schade. Mit ein wenig Wirbel hätte ein Votums-„Ja“ das Ende der rot-schwarzen Koalition im Schlepptau gehabt. Zwar bemüht sich Raed Saleh, auf Inforadio Klaus Wowereits Legitimation als gewählter Bürgermeister herauszukehren, aber er vergisst, dass die Berliner im Herbst 2011 nicht nur die SPD gewählt haben, sondern auch die Grünen. Und die kompromisslose Haltung des wiedergewählten Regierenden hatte mit dazu beigetragen, dass ein Teil der Wähler in Berlin heute in der zweiten Reihe sitzt. Mit Neuwahlen, einem ähnlichen Wahlergebnis wie vor anderthalb Jahren und vor allem ohne den Regierenden, wäre Berlins Zukunft eine andere und fortschrittlichere.

Und vielleicht sähe diese Zukunft nach einem durchgeschüttelten Berliner Politbarometer auch für das BER-Projekt samt seinem anhängigen Untersuchungsausschuss anders, nämlich zielführender aus. Martin Delius von den Piraten fordert, dass der Ausschuss sich mehr mit den Versäumnissen, die in der Gegenwart gemacht wurden, auseinandersetzen solle, heißt es bei Inforadio, und nicht nur mit den Vorgängen in den 1990er Jahren. Auch über diese Frage werden die Abgeordneten bald entscheiden. Sagen sie dann „Ja“, wird es dieses Mal auch gut so sein, und nicht schade. Denn die verprellten Berliner sind auf der Suche nach Schuldigen, die noch zu greifen sind. Man lasse sich an dieser Stelle den Satz auf der Zunge zergehen, den Raed Saleh im Gespräch mit Inforadio außerdem noch gesagt hat: „Es ist ein Desaster, aber es ist falsch, das Ganze zu personalisieren.“ –

Genau des Gegenteil sollte der Fall sein. Politische Personalisierung, also diejenigen finden, die innerhalb des Politikbetriebs für Fehler, erst recht für Desaster verantwortlich sind, ist ja die unbedingte Voraussetzung für politische Verantwortbarkeit gegenüber den Bürgern schlechthin. Jeder Politiker steht überhaupt in einer permanenten Personalisierungspflicht. Und kommt er dieser nicht nach, dann ist das mehr als nur schade.