Gropius erwartet Vivantes — Und ROZ-Tasse im Regal

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7. Oktober 2016

Auf Recherche-Fahrt für „Vivantes erradeln“, einer Tourserie von Berlin on Bike, fuhr ich heute nach vielen Jahren den Rohrdamm entlang. Das ist der Ort, an dem ich studiert habe. Das Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU war dort eine Zeit. Jahre lang fuhren wir hier raus, nach Spandau, Nähe Nonnendammallee, wo die Stadt auseinanderreißt und die „Automeile“ beginnt und das Kraftwerk Reuter West mit seinem Riesen-Kühlturm jeden Impuls lähmt, weiter rauszugehen, zu fragen, was da noch kommt am Horizont.

Eine Tasse namens „ROZ“

Hier am Rohrdamm, hatten wir oben im Haus ein Café. Wir nannten es „ROZ“ (sprich: „Rotz!“), die Kurzform von „Rohrdamm-Zentrum“. Ich kann mich erinnern, wie wir hier den Film „Berlin Babylon“ sahen oder Vorträge vorbereiteten. Auf den Sofas. Es gab spezielle ROZ-Tassen hier, Kaffeetassen. Als das Institut hier auszog, nahm jeder welche mit nach Hause. Ich hab auch eine. Und ich nehme sie am Sonntag aus dem Küchenregal und mit auf Tour.

Kaffeetasse aus dem Rohrdamm-Zenter, genannt "ROZ", Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin (Tasse und Foto: André Franke)

Kaffeetasse aus dem Rohrdamm-Zenter, genannt „ROZ“, Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin (Tasse und Foto: André Franke)

Dann kommen wir auf der 13. Vivantes-Etappe hier vorbei, und ich: die Tasse parat. Der Beweis, dass ich studiert habe 🙂 Gibt es was tolleres als ein Diplom in der Tasche und den ganzen Tag Fahrrad fahren?

Ich staune nur, wie sich hier für mich der Kreis schließt. Der Rohrdamm war eine meiner ersten Adressen in Berlin. Jetzt schickt mich der Chef auf die Strecke und ich fahre nach 1997.

Event: Triennale der Moderne

An diesem Wochenende findet in Berlin die „Triennale der Moderne“ statt (vorher gab es ein Wochenende in Weimar und ein Wochenende in Dessau). Es gibt Filme, Spaziergänge und eine Busfahrt zu den Siedlungen der Berliner Moderne und zu Bauten von Bauhaus-Gründer Walter Gropius. Die „Ring-Siedlung“ (Siemensstadt) ist mit im Programm, am Samstag auf einem geführten Spaziergang, am Sonntag auf der Bustour, die 9 Uhr morgens beginnt und bis 19 Uhr abends geht (alle sechs Siedlungen werden angefahren). Siehe Eventkalender …

Endlich Siemensstadt!

Wär ich ein Igel, könnt ich jetzt sagen: Ich war all hier. Ich bin heute genau durch diese Ringsiedlung geradelt! Die liegt nämlich am Sonntag auf unserer Strecke. Die Bauten von Gropius sehen aus, als wären sie neugebaut, neu, modern, von heute. Schneeweiß und sauber. Ich habe sie zum ersten Mal gesehen. Im Studium hab ich es immer nur bis zum Bäcker in der Nonnendammallee geschafft. Gropius lag zu weit im Norden. Man war sowieso schon weit genug draußen.

Wenn sich morgen ein Kollege findet, der mich von einer (anderen) Tour befreit, dann hoffe ich, an dem Spaziergang durch die Siemensstadt mitmachen zu können, der 13 Uhr beginnt. Das wäre dann auch eine Art Triennale, meine ganz persönliche Ringsiedlungstriennale. Drei Tage Ringsiedlung – und zurück.


Vivantes feiert 15. Geburtstag. Berlin on Bike führt die Mitarbeiter auf 15 Etappen zu den Einrichtungen des Unternehmens, immer sonntags …

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Mehr zu den Siedlungen der Berliner Moderne bei SenStadtUm …

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