Die unzulängliche Stadt
Vor zwanzig Jahren brachte mich ein Brecht-Zitat dazu, meinen Bürojob zu kündigen. Schon lange habe ich es nicht mehr im Ohr gehabt … Wir sollten uns nicht so sehr vor dem Tod fürchten, sondern mehr vor dem unzulänglichen Leben, las ich und begann, Stadtführungen zu machen. Ich frage mich in diesen Tagen, ob man sich auch vor einer unzulänglichen Stadt fürchten kann? Denn der Begriff oder das Merkmal, hinter etwas, das möglich wäre, zurückzubleiben, hat sich mir plötzlich wieder aufgedrängt, als ich vor kurzem eine Tour entwarf, bei der wir einen der wenigen zirkulären Stadträume Berlins abradeln werden. Wir fahren also im Kreis. Dass das (gerade das!) aber leider nicht so ohne Weiteres möglich ist, eben weil der Stadtraum, dieser Schlauch, der im Kreis gelegt ist, seine Schwächen hat, seine Defizite, ja sogar Tücken, werden wir erleben.
- Tour: „Die Mitte ist rund – Zugänglichkeit und Unzulänglichkeit eines zirkulären Stadtraums“
- Start: Sonnabend, 12. September, Neptunbrunnen, Berlin-Mitte, 12 Uhr
- Die Tour ist ein kostenfreier Beitrag zum Tag der offenen Tür für die Stiftung Mitte Berlin und findet als geführte Radtour statt.
- Anmeldung: Tag des offenen Denkmals

Der Tonner rast aus dem Tunnel heraus und rollt weiter Richtung Nikolaiviertel. Beweis für die Untauglichkeit des Berliner Stadtkerns für den Fußverkehr.

