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	<title>Thema Friedrichstraße &#8211; Futurberlin</title>
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	<description>Guide für Gegenwart und Zukunft der Stadt</description>
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	<title>Thema Friedrichstraße &#8211; Futurberlin</title>
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		<title>Körtes Störer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André Franke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Mar 2025 10:40:14 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Friedrichstraße]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist mir Balsam auf der Seele, wenn ich lese, dass wieder mehr Touristen in die Stadt kommen. Erstmals seit der Pandemie verbuchen die Hotels im vergangenen Jahr wieder mehr als 30 Millionen Übernachtungen mit knapp 13 Millionen Gästen in den Betten, berichtet die Morgenpost aus einer Studie. Mit Genuss vernehme ich, dass 60 Prozent [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mir Balsam auf der Seele, wenn ich lese, dass wieder mehr Touristen in die Stadt kommen. Erstmals seit der Pandemie verbuchen die Hotels im vergangenen Jahr wieder mehr als 30 Millionen Übernachtungen mit knapp 13 Millionen Gästen in den Betten, berichtet die <a href="https://www.morgenpost.de/berlin/article408344373/warum-berlin-touristen-in-die-hauptstadt-kommen.html" target="_blank" rel="noopener">Morgenpost</a> aus einer Studie. Mit Genuss vernehme ich, dass 60 Prozent der Besucher aus Deutschland kommen. Das ist ja wirklich wie in alten Zeiten. Und dann lese ich das: Nach dem Grund gefragt, warum sie kommen, sagen sie, sie kämen fürs Stadtbild und für die Architektur. Dieses Reisemotiv steht mit 37 Prozent sogar vor der Geschichte und vor dem Berliner Nachtleben!</p>
<h2>Körtes Stadtbild</h2>
<p>Da muss ich schmunzeln. Denn ich denke an Donnerstag-Abend letzte Woche. Da war ich zu Gast bei einem Vortrag des Vereins Forum Stadtbild im Theater Coupé am Fehrbelliner Platz in Wilmersdorf. Der Verein hatte Arnold Körte eingeladen, der über das Schaffen des Berliner Architekten Martin Gropius referierte und in bescheidenem Ton, nur in einem Nebensatz bemerkte, Gropius sei sein Ur-Großvater gewesen. Körte ging es ebenfalls sehr um das Berliner Stadtbild.</p>
<p>Er zeigte ein Plakat, das im Jahre 1913 entstanden war. Das Fremdenverkehrsamt hatte einen Wettbewerb ausgeschrieben, um Berlin zu &#8222;branden&#8220;. Heraus gekommen war ein Bild, das im Vordergrund den Spreekanal mit einem Kahn zeigte und dahinter die kleinteilige vormoderne Bebauung des Berliner Stadtkerns am Ufer. Sie konnte im Grunde genommen für die abgerissene &#8222;Schlossfreiheit&#8220; stehen, wenn man den Schauplatz standortgerecht übersetzen wollte. Denn hinter diesen Reihenhäusern, Townhäusern würden wir sie heute nennen, türmte sich maßstabsungerecht, quasi &#8222;out of scale&#8220;, das Berliner Schloss auf  &#8211; mit dem Eosanderportal inklusive der Schlosskuppel -, größer als es von Natur aus da stand. Das war die Botschaft: Der übermächtige Repräsentationsanspruch der Hauptstadt, Kaiserstadt, versus Kiez.</p>
<p>Arnold Körte lobte das Poster sehr, die Klarheit in der Aussage. Dagegen hielt er die plakativen Botschaften der heutigen Berlin-Vermarktung: Hier das Brandenburger Tor im Gegenlicht der Abendsonne, dort das Bodemuseum mit dem Fernsehturm im Nacken. Dazu diverse Luftbild-Perspektiven, die den verzweifelten Versuch darstellen, die Großstadt in seiner Gesamtheit zu ergreifen, zu begreifen, zu übergeben: an den (schon damals existenten) Hauptstadttouristen. Medial geht das Stadtmarketing seit 1913 nur noch den Bach runter, so die Message. Kann man gar nichts gegen sagen.</p>
<h2>Stadtbilder von Chipperfield</h2>
<p>Aber auch die Realarchitektur kommt bei Körte schlecht weg. Die Kolonnaden der James-Simon-Gallerie auf der Museumsinsel von David Chipperfield sind ihm zu hoch geraten, weil das dahinter stehende Pergamonmuseum zu verschwinden droht. Und die Rundbögen im Gropius-Ensemble des Forums Museumsinsel (auch ein Chipperfield-Bau) sind für ihn unverständlich, weil der Vorgängerbau von Gropius eben eine ganz andere Fassadengestalt gehabt hat. Als er dann aber eine Perspektive von der Museumsinsel mit Blick nach Westen zeigt, auf der in voller Uferbreite die Kolonnaden an der Alten Nationalgalerie zu sehen sind und Körte bemerkt, er hätte das im Hintergrund stehende schwarze Hochhaus, das Internationale Handelszentrum der DDR, am liebsten aus dem Foto herausretuschiert, wurde mir klar, dass Berlin nicht mit noch so hingebungsvoller Vedutenliebe erklärbar ist.</p>
<div id="attachment_17462" style="width: 540px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/IHZ-1.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-17462" class="wp-image-17462" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/IHZ-1.png" alt="" width="530" height="398" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/IHZ-1.png 2016w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/IHZ-1-300x225.png 300w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/IHZ-1-1030x773.png 1030w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/IHZ-1-80x60.png 80w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/IHZ-1-768x576.png 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/IHZ-1-1536x1152.png 1536w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/IHZ-1-1500x1125.png 1500w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/IHZ-1-705x529.png 705w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/IHZ-1-450x338.png 450w" sizes="(max-width: 530px) 100vw, 530px" /></a><p id="caption-attachment-17462" class="wp-caption-text">Lichtblick früh morgens gegen sieben Uhr: Das Internationales Handelszentrum strahlt, während das Welterbe noch schläft (Foto: André Franke)</p></div>
<p class="p1">Mit Veduten hatte Körtes Vortrag begonnen: mit dem schönen Dresden im stimmungsvollen 18. Jahrhundert, einer Stadtansicht vom rechten Elbufer unter der Augustusbrücke mit Frauenkirche, Hofkirche und Schloss, geschaffen von Bernado Bellotto aus dem Jahr 1748. Für Berlin, so Körte, hat es so eine vergleichbare Vedute nie gegeben.</p>
<p class="p1">Warum eigentlich nicht? Wahrscheinlich, weil Berlin von Grund auf zu facettenreich ist. Allein die Lage an Spree und Spreekanal vervierfacht das Stadtbildpotenzial der Uferlagen, wenn man sich vor Augen hält, dass mit Berlin, Cölln und Friedrichswerder gleich drei Städte (bzw. nach 1709 drei Stadtteile) am Wasser lagen und sich fortan mit Bauten präsentierten.</p>
<h2>Berlin und seine Störer</h2>
<p class="p1">Am ehesten käme noch das Panorama Berlins von Caspar Merian von 1652, ein Stich, in Frage, auch wenn es verglichen mit der Vedute von Dresden hundert Jahre früher entstand. Darin blicken wir vom Westen kommend entlang der schönen und Schatten werfenden Linden in der Bildmitte auf die Mauern Cöllns und das Schloss des Großen Kurfürsten. Ein Drittel der Bildfläche nehmen Felder ein, die schon ein halbes Jahrhundert später mit der Dorotheenstadt und Friedrichstadt bebaut werden sollten. Das heißt, bereits eine Fürstengeneration später, war das Stadtbild obsolet geworden. In Dresden dagegen fließt die Elbe immer noch unter der Augustusbrücke hindurch.</p>
<p>Das ist das Problem mit Berlin. Berlin ist zu schnell. Berlin hat zu viele Störer. Und so ein Störer ist eben auch das Internationale Handelszentrum für Arnold Körte in seinem Bild von der Museumsinsel.</p>
<div id="attachment_17437" style="width: 490px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/Handelszentrum-1.png"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-17437" class="wp-image-17437" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/Handelszentrum-1.png" alt="" width="480" height="640" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/Handelszentrum-1.png 3024w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/Handelszentrum-1-225x300.png 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/Handelszentrum-1-773x1030.png 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/Handelszentrum-1-60x80.png 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/Handelszentrum-1-768x1024.png 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/Handelszentrum-1-1152x1536.png 1152w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/Handelszentrum-1-1536x2048.png 1536w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/Handelszentrum-1-1125x1500.png 1125w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/Handelszentrum-1-529x705.png 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2025/03/Handelszentrum-1-450x600.png 450w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></a><p id="caption-attachment-17437" class="wp-caption-text">Internationales Handelszentrum mit Blick aus der Charlottenstraße im Sommer 2023 (Foto: André Franke)</p></div>
<p>Mich stört es nicht. Ich kann mit diesem DDR-Hochhaus an der Friedrichstraße viel anfangen. Es war bis vor ein paar Jahren nachts in einem ganz warmen Orange beleuchtet, bevor aus irgendeinem Grund das Licht greller wurde. Da saß ich einmal im Open-Air-Kino des Bundestags am Reichstagsufer gegenüber dem Elisabeth-Lüders-Haus auf der Ufertreppe und blickte weg vom Film Richtung Osten zum Mond. Es war Vollmond. Und der Vollmond hing wie ein Lampion oder wie eine fette Orange am Horizont über dem Bahnhof Friedrichstraße. Da bildeten der Erdtrabant und das Handelszentrum einen Doppelpunkt am Berliner Nachthimmel, als hätten sie sich zu diesem Treffen verabredet.</p>
<h2>Großstadtwalks mit Mental map</h2>
<p>Ein anderes Mal lief ich zu Fuß vom ICC zur Pappelallee. Es war ein schöner Sonntag, und durch einen Zufall landete ich tief im alten Westen Berlins. Ich hatte überraschend drei Stunden Zeit, um eines meiner Kinder von einer Geburtstagsparty abzuholen. Das ICC steht am Rand des Grunewalds. Die Pappelallee liegt in Prenzlauer Berg. Blickt man von hier aus, von der Pappelallee, Richtung Stadtzentrum, steht am Ende des kilometerlangen Straßenzugs, der in die Kastanienallee und in den Weinbergsweg übergeht, das weiß-schwarze Internationale Handelszentrum.</p>
<p>Ich stellte die Strecke auf den Kopf, ging die erste Etappe vom ICC über die Kantstraße zum Breitscheidtplatz mit der Gedächtniskirche, zog weiter entlang der Tiergartenstraße bis ungefähr zum Potsdamer Platz, und spazierte durch die westliche Friedrichstadt bis zur Friedrichstraße. Hier, etwa Höhe Mohrenstraße, drehte ich nach Norden ein und steuerte das Handelszentrum an. Als ich das Gebäude erreicht hatte, stand ich im Kopf schon in der Pappelallee. Als ich dort ankam, hatte ich eine meiner schönsten Großstadtwanderungen hinter mich gebracht. Ich erinnere mich, dass ich anfangs nur die Kantstraße gehen und ins Schwarze Café einkehren wollte. Aber die Sonne schien. Also verlängerte ich. Ich weiß nicht mehr genau, ab wo ich an das Hochhaus dachte. Es war spätestens an der Gedächtniskirche. Das Hochhaus hat mich zu diesem Akt motiviert. Später hat es mir geholfen, die Langstrecke in Etappen zu zerlegen. Es war ein Meilenstein auf diesem Weg. Hätte ich diesen Spaziergang unternommen, wenn das Hochhaus nicht dort stünde?</p>
<h2>Bereitschaft zur Verstörung</h2>
<p>Berlin ist nicht schön im Sinne von vollendet. Berlin ist stark im Sinne von: Hier wirken viele Kräfte. Und Berlin ist stärker als wir und unsere Wünsche. Das macht sie zur Großstadt. Sie ist immer irgendwie größer als wir, geht andere Wege als in Richtung unserer Visionen, lässt uns morgen nicht mehr das vorfinden, was gestern war. Berlin bedeutet, bereit sein, sich verstören zu lassen.</p>
<p>Vielleicht ist das die Aufgabe dieser Stadt. Die Menschen aufwecken und zum Nachdenken bringen, nicht zum Träumen. Und ich glaube, dass auch viele Touristen nicht mit romantischen Erinnerungen, sondern mit gemischten und geladenen Eindrücken nach Hause fahren. Berlin ist eben &#8211; milde gesprochen &#8211; immer eine Inspiration.</p>
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		<title>Tuschens Tacheles</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André Franke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 21:31:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>An einem Sonntagnachmittag im Oktober letzten Jahres, dachte ich, wir würden diesen Film nie wieder sehen. Elf Jahre nach dem Aus des &#8222;Tacheles&#8220; in der Oranienburger Straße, sitzt Regisseur Klaus Tuschen nach der Vorstellung von &#8222;Aufgestanden in Ruinen &#8211; Projekt Tacheles&#8220; auf dem gepolsterten Sofa im kleinen Saal des Kino Babylon und sagt mit leiser [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>An einem Sonntagnachmittag im Oktober letzten Jahres, dachte ich, wir würden diesen Film nie wieder sehen. Elf Jahre nach dem Aus des &#8222;Tacheles&#8220; in der Oranienburger Straße, sitzt Regisseur Klaus Tuschen nach der Vorstellung von &#8222;Aufgestanden in Ruinen &#8211; Projekt Tacheles&#8220; auf dem gepolsterten Sofa im kleinen Saal des Kino Babylon und sagt mit leiser Stimme, er habe noch keinen Sender gefunden, welcher sich für den Film interessiert.</p>
<p>Wie kann man sich denn nicht für diesen Film interessieren, der eine Brücke über das magische Jahr 1990 schlägt? Im Vakuum zwischen gefallener Mauer und Wiedervereinigung wird ein Kunsthaus geboren.</p>
<div id="attachment_16142" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-1.jpeg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-16142" class="wp-image-16142" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-1-773x1030.jpeg" alt="" width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-1-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-1-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-1-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-1-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-1-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-1-450x600.jpeg 450w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-1.jpeg 960w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-16142" class="wp-caption-text">Quartier Am Tacheles: Eingefrorenes Lebensmodell (Foto: André Franke)</p></div>
<h2>Selfmade-Baustelle</h2>
<p>Die Kamera fängt die Geister einer Ruine ein, die sich zur Selfmade-Baustelle mausert. Im Zeitraum von Februar 1990 bis März 1991 besucht Klaus Tuschen zusammen mit einem Kollegen das Kunsthaus Tacheles. Er filmt, wie die Besetzer die Ruine aufräumen, filmt, wie die Künstler in den Räumen arbeiten und ausstellen. Auch wie sie im Plenum miteinander streiten, filmt Tuschen. Und wie sie sich auf Vertragsverhandlungen mit Bezirk und Senat vorbereiten, hält er ebenso mit der Kamera fest. Fortwährend holt er sie einzeln und in Gruppen, vor die Linse und vors Mikrofon, wo sie aussprechen, was sie bewegt.</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich dachte, ich laufe in meinen Traum hinein&#8220;</p></blockquote>
<p>Als Natascha Hedke ins Tacheles kommt, denkt sie, sie läuft in ihren Traum hinein. So beschreibt sie den Schritt über die Schwelle in das heruntergekommene Kunsthaus. Peter Poynton, ein Australier, der im Tacheles die Bar schmeisst, macht sich ein bisschen lustig über die Deutschen und ihre Liebe für Vollversammlungen: &#8222;Germans love plenums&#8220;. Und Jochen Sandig ringt um die richtige Methode, seine Mitstreiter und Mitstreiterinnen dazu zu bewegen, aktiv an der Gestaltung des Kulturprogramms und der Verwaltung des Hauses teilzunehmen.</p>
<h2>Brennendes Benzin auf dem Beton-Fußboden</h2>
<p>Wenn Takuya Ishide mit nacktem Oberkörper in rasenden Zügen seine Performance aufführt, wirbelt der Tänzer im Saal so viel Dreck vom Boden auf, dass klar wird, das müssen andere Zeiten gewesen sein. Das Publikum würde heutzutage husten, Masken tragen oder den Saal verlassen. Auch die Szene, in der der Bildhauer Kemal Cantürk auf dem Hof sitzt und mit staubbedeckten Handwerkerhänden seine Steinfiguren abschleift und ausschabt, verdeutlicht, dass alle Kunst im Tacheles aus einer Baustelle entspringt, kahlen, kalten Räumen, Schutt. Leben und Arbeit im Haus sind hart, roh  &#8211;  wie der Rohbau dieser alten Kaufhausruine selbst. Da kippt die jüngste der Künstlerinnen, Jenny Rosemeyer, einmal eine Lache Benzin auf den Betonfußboden, zündet die Pfütze an, um sich zu wärmen. Das muss im ersten Winter des wiedervereinigten Deutschlands gewesen sein.</p>
<p>Tuschens Tacheles ist unromantisch und wirklichkeitsnah. Die Augenblicke, die wir mit den Künstlern von damals auf der Leinwand teilen, sind groß und weit. Wir werden Anwesende. Wir betrachten den Tag im Tacheles wie Tuschens Protagonisten und Protagonistinnen, gewinnen die Lebensperspektive von bauenden Künstlern. Sie haben zwar Muße, aber über die Zeit reiben sie ihre Kraft auf. Abwesend sind die Zukunft und der klare gemeinsame Weg. Am Ende des Films stehen zwei zerstrittene Gruppen. Der Regisseur interviewt sie getrennt voneinander. Die Einen wollen das Haus institutionalisieren. Die Anderen wollen irgendwas, nur eines nicht: sich regieren lassen.</p>
<h2>Das Ungeborene des Tacheles</h2>
<p>Das Kunsthaus wurde berühmt und existierte zweiundzwanzig Jahre. Ist das nicht eine Erfolgsgeschichte? Für die Babylon-Gäste, die sich im Oktober letzten Jahres den Film anschauten, war es das nicht. Sie nahmen das Tacheles immer noch als Verlust wahr. Mehrere, so stellte sich bei den Salongesprächen heraus, sahen sich den Film nicht an, also kamen erst gar nicht ins Kino, weil sie sich vor der Wut fürchteten, die in ihnen aufzusteigen drohte. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Stadtentwicklung in Berlin schreckt Menschen ab.</p>
<p>Ich möchte vorerst an der positiven Bewertung festhalten: 22 Jahre Tacheles, ein Kunsthaus an einem Standort, ist ein Erfolg, denn:</p>
<ol>
<li>Das Tacheles hat in dieser Zeit Künstler aus der Welt nach Berlin gebracht.</li>
<li>Das Tacheles hat mit seinen Metallskulpturen einen eigenen Kunststil geschaffen.</li>
<li>Das Tacheles war ein Sprungbrett für Kulturschaffende, wie zum Beispiel für Jochen Sandig (u.a. Sophiensaele, Radialsystem V), der bis 1994 im Haus blieb und 16 Jahre später vom französischen Botschafter zum &#8222;Ritter für Kunst und Literatur&#8220; geschlagen wurde.</li>
<li>Das Tacheles hat Maßstäbe gesetzt und einen Anspruch an die Stadt formuliert, den es bis heute einzulösen gilt.</li>
<li>Für eine freie Kulturstätte im Zentrum Berlins sind zweiundzwanzig Jahre eine lange, respektable Lebens-Zeit, wenn man z.B. die schnelllebigen Standortveränderungen in der damaligen Berliner Clublandschaft dagegen hält.</li>
</ol>
<h2>Doppelt verloren</h2>
<p>Ich mag den Fokus auf diese Zeitspanne sehr, auch wenn es sich dabei nur um eine Zahl handelt. Sie ist groß genug, um Geschichte abzugreifen. Ein bisschen aufgerundet, lässt sich Verschiedenes ins Verhältnis setzen: Ein &#8222;Tacheles&#8220;, das wäre ein Vierteljahrhundert. Wer demnächst den 50. Geburtstag feiert, könnte auch sagen: &#8222;Nun werde ich zweimal Tacheles.&#8220; Der Zweite Weltkrieg begann so gesehen erst &#8222;vor dreimal Tacheles&#8220;. Und vor schlappe &#8222;viermal Tacheles&#8220; lebte Reichspräsident Friedrich Ebert noch.</p>
<p>Die Abgeschlossenheit ist es, die das Verlorene offenbart. Und es ist eben doppelt verloren: Einmal, wenn wir zurückblicken. Dann war da das Projekt Tacheles mit Ateliers, Werkstätten, Ausstellungsräumen, Café, Panorama-Bar, Konzert-, Tanz- und Performance-Sälen, Programmkino, Hof- und Skulpturengarten sowie Kunstläden, bereits komplex und facettenreich wie ein junger, ausgewachsener Mensch.</p>
<p>Der Zukunft zugewandt verlieren wir zusätzlich das in Ewigkeit unbeantwortbare Potenzial, was aus dem Tacheles alles noch hätte werden können: ein Kulturquartier, erweitert um eine Musikschule vielleicht, mit mehr Wohnungen für Künstler und Studenten, dazu Kleingewerberäume in neugebauten, selbstgebauten, mitgebauten Häusern. Eine Bibliothek hätte sich vielleicht auch noch auf das Gelände eingefunden, vielleicht sogar die Zentral- und Landesbibliothek, die jetzt ins Lafayette-Gebäude möchte. In so einem Szenario wäre die ZLB von der Blücherstraße (AGB) die ganze Friedrichstraße hinaufgewandert (nicht nur die halbe bis zum Lafayett an der Französischen Straße). Vielleicht wären aber auch die Prinzessinnengärten, die vom Moritzplatz nach Neukölln wegzogen, hier eingelaufen &#8211; wie in einen Hafen, einen Hort für freie Kunst und alternative Lebensformen. Wer weiß?</p>
<p>Das Areal um die Ruine, das ja ingesamt 16 Teilgrundstücke umfasste, hätte für viele subkulturelle Projekte Platz gehabt. Und das Tacheles hätte den Taktgeber im Quartierskonzert spielen können. Da hätte es mich auch nicht verwundert, wenn Bechstein seine Klaviere statt in der Europacity (zukünftiger &#8222;Bechstein-Campus&#8220;) an der Oranienburger Straße zu verkaufen beabsichtigt hätte. Und das wäre dann auch gut so.</p>
<h2>Kinder des Tacheles</h2>
<p>Heute wäre so etwas möglich. Mit dem Haus der Statistik in Mitte, dem Dragoner-Areal in Kreuzberg oder dem Holzmarkt in Friedrichshain hat sich der Erfahrungshorizont der Stadt enorm erweitert. Künstler, Gewerbetreibende, Clubbetreiber kooperieren mit Senat, Bezirken und Immobiliengesellschaften auf Augenhöhe und kaufen die Grundstücke mit Partnern, auf denen sie zuvor nur Mieter waren. Mittels Erbbaupachten verhandeln sie Entwicklungsperspektiven von bis zu drei oder knapp vier &#8222;Tacheles&#8220; (siehe oben) und bekommen damit eine echte Zukunft. In jedem Fall gestalten sie die Bauten selbst, in welchen sie für die nächsten Jahrzehnte zu leben und zu arbeiten glauben. Sie haben dabei einen Organisationsgrad entwickelt, zu dem sich der Kunsthaus Tacheles e.V., der am Ende insolvent ging, nie hatte aufschwingen können.</p>
<div id="attachment_16173" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Skulptur-1.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-16173" class="wp-image-16173" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Skulptur-1-225x300.jpeg" alt="" width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Skulptur-1-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Skulptur-1-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Skulptur-1-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Skulptur-1-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Skulptur-1-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Skulptur-1-450x600.jpeg 450w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Skulptur-1.jpeg 960w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-16173" class="wp-caption-text">Skulptur im Hof des Haus der Statistik, 2019 (Foto: André Franke)</p></div>
<blockquote><p>&#8222;Für mich ist es hauptberuflich geworden&#8220;</p></blockquote>
<p>Dabei werden Genossenschaften und GmbHs gegründet. In der Regel beginnt alles mit einer Arbeitsgruppe, mit einer AG, und scheint sich im Laufe der Projekte zu überschlagen bis die Akteure auch zuweilen diesen Satz von sich geben: „Für mich ist es ziemlich hauptberuflich geworden (&#8230;) Es ist heftig“, sagt Angela Brown im Film &#8222;Kleinod vor dem Umbruch&#8220;, der die Entwicklungen auf dem Dragoner-Areal/Rathausblock in Kreuzberg eingefangen hat. Brown war zu ihren besten Zeiten in sechzehn Gremien.</p>
<div id="attachment_16146" style="width: 710px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Werkstattverfahren-2018-19-1.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-16146" class="wp-image-16146" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Werkstattverfahren-2018-19-1.jpeg" alt="" width="700" height="525" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Werkstattverfahren-2018-19-1.jpeg 1280w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Werkstattverfahren-2018-19-1-300x225.jpeg 300w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Werkstattverfahren-2018-19-1-1030x773.jpeg 1030w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Werkstattverfahren-2018-19-1-80x60.jpeg 80w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Werkstattverfahren-2018-19-1-768x576.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Werkstattverfahren-2018-19-1-705x529.jpeg 705w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/HdS-Werkstattverfahren-2018-19-1-450x338.jpeg 450w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /></a><p id="caption-attachment-16146" class="wp-caption-text">Werkstattverfahren im Haus der Statistik 2018-2019: &#8222;Germans love plenums&#8220; (Peter Poynton, siehe oben)</p></div>
<h2>Eine spontane Liste der Anerkennung</h2>
<p>Um zu erinnern und zu würdigen, welche Panoramen solche Dokumentarfilme aufziehen, rolle ich hier mal die Liste der von den Filmemachern Ulrike Hartwig und Sebastian Nagel interviewten Beteiligten aus der Kleinod-Doku aus (notiert beim Filmscreening im Café &#8222;Planwirtschaft&#8220; des Instituts für Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin im April 2023):</p>
<ol class="ol1">
<li class="li1">Jens Ullrich (Künstler, Gewerbemieter)</li>
<li class="li1">Ann-Kristin Hamm (Künstler, Gewerbemieter)</li>
<li class="li1">Bertram Dudschus (Initiative Upstall)</li>
<li class="li1">Hermione Münch-Pohli (aus Südlicher Friedrichstadt, Klimakunsthallen Berlin)</li>
<li class="li1">Thomas Fues (Upstadt e.V., Forumsdelegierter)</li>
<li class="li1">Holger Gumz (Dragopolis)</li>
<li class="li1">Steff (Wem gehört Kreuzberg, grauer Kapuzenpuli)</li>
<li class="li1">Roberta Burghardt (Architektin, Stadt von Unten, Garagen, Würfelketten)</li>
<li class="li1">Jens Endrich (Wedig Marmorwerk, Schiebermütze)</li>
<li class="li1">Mehmet Yildiz (T.R. Kfz-Service)</li>
<li class="li1">Sahin Günesdogan (Exklusiv Lackdesign)</li>
<li class="li1">Bodo Surma (Polsterwerkstatt, 57 Jahre selbständig)</li>
<li class="li1">Peter Manz (Dragopolis)</li>
<li class="li1">Paula Erstmann (Zusammenküche, aus Obentrautstraße)</li>
<li class="li1">Pamela Schobeß (Gretchen-Club, Sprecherin Gewerbetreibende)</li>
<li class="li1">Lars Döring (Gretchen-Club)</li>
<li class="li1">Alexander Matthes (Stadtplaner Xhain)</li>
<li class="li1">Angela Laich (Künstlerin)</li>
<li class="li1">Cemil Yasar (Meister, „Auto KLas“)</li>
<li class="li1">Emirhan Beyenal („Auto KLas“)</li>
<li class="li1">xxx Demircioglu (Getränkehandel)</li>
<li class="li1">Enrico Schönberg (Vernetzungstreffen Rathausblock)</li>
<li class="li1">Angela Brown (war in 16 Gremien)</li>
<li class="li1">Martina (Wem gehört Kreuzberg)</li>
<li class="li1">Rebecca Wall (Zusammenstelle).</li>
</ol>
<div id="attachment_16156" style="width: 710px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Modell-Dragoner-Areal-1.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-16156" class="wp-image-16156" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Modell-Dragoner-Areal-1-300x225.jpeg" alt="" width="700" height="525" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Modell-Dragoner-Areal-1-300x225.jpeg 300w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Modell-Dragoner-Areal-1-1030x773.jpeg 1030w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Modell-Dragoner-Areal-1-80x60.jpeg 80w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Modell-Dragoner-Areal-1-768x576.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Modell-Dragoner-Areal-1-705x529.jpeg 705w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Modell-Dragoner-Areal-1-450x338.jpeg 450w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Modell-Dragoner-Areal-1.jpeg 1280w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /></a><p id="caption-attachment-16156" class="wp-caption-text">Modell Rathausblock/Dragoner-Areal im Kiezraum vor Ort</p></div>
<p>Gehen wir zurück zu Tuschens Tacheles, sind es weniger Interviewte. Aber auch hier finde ich es nötig, ihre Namen einmal aufzuschreiben, um sie solange wie möglich vor dem Vergessen zu bewahren:</p>
<ol>
<li>Werner Stiele, Handwerker/Nachbar</li>
<li>Horst Spandow, Ingenieur</li>
<li>Clemens Wallrot</li>
<li>Peter Poynton</li>
<li>Tom Sojka (Verbrennungen nach Brandanschlag)</li>
<li>Samir Semrin</li>
<li>Internationale Brigade</li>
<li>Natascha Hedke</li>
<li>Kemal Cantürk</li>
<li>Jochen Vetter</li>
<li>Leo Kondeyne</li>
<li>Jenny Rosemeyer</li>
<li>Takuya Ishide</li>
<li>Jochen Sandig.</li>
</ol>
<h2>Ein Film fürs Fotografiska</h2>
<p>Immer noch &#8211; und zwar wöchentlich &#8211; führt das Kino Babylon mit Bravour diesen Berlin-Streifen auf. Anlass für die Ausstrahlung war ursprünglich die Eröffnung des Fotografiska-Museums im neugebauten Quartier Am Tacheles im letzten September. Mittlerweile hat das Babylon damit eine Art Gegenpol geschaffen. Von ihm aus, von den Bildern Tuschens, lässt sich das heutige, schicke, seelenlose Quartier von der größtmöglichen Entfernung aus betrachten. Die Bilder senden Gesichter von einer anderen Welt, scheint es. Von einer anderen Stadt, zumindest.</p>
<div id="attachment_16143" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-2.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-16143" class="wp-image-16143" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-2-773x1030.jpeg" alt="" width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-2-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-2-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-2-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-2-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-2-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-2-450x600.jpeg 450w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Am-Tacheles-2.jpeg 960w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-16143" class="wp-caption-text">Im kahlen Octogon (Foto: André Franke)</p></div>
<p>Wenngleich die Nachgespräche im Salon nicht mehr automatisch mit Regisseur Klaus Tuschen stattfinden, hoffe ich, dass er hin und wieder zurückkommt und dass &#8222;Aufgestanden in Ruinen&#8220; so lange wie möglich auf der Leinwand zu sehen sein wird. Auf der Leinwand des Babylon und auf den Leinwänden anderer Programmkinos in der Stadt. Besser noch, Tuschen fände endlich den Sender, der dieser Doku gebührt.</p>
<div id="attachment_16136" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Tuschen-1.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-16136" class="wp-image-16136" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Tuschen-1-773x1030.jpeg" alt="" width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Tuschen-1-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Tuschen-1-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Tuschen-1-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Tuschen-1-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Tuschen-1-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Tuschen-1-450x600.jpeg 450w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Tuschen-1.jpeg 960w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-16136" class="wp-caption-text">Oktober 2023 im Kino Babylon: Der Regisseur auf dem Sofa mit den Kinogästen im Gespräch</p></div>
<p>Es ist ein Film, der in die Köpfe der Menschen gehört, die in Berlin leben. Es würde nichts schaden, wenn er auch in die Köpfe der Menschen dringt, die Berlin besuchen. Warum zeigt das Museum im neuen Tacheles Tuschens bewegtes Foto eigentlich nicht? Das wäre doch die Krönung.</p>
<h2>Für den Wohlfühl-Tourismus</h2>
<p>Mit seinen zwölf, dreizehn Monaten aufgezeichnete Tacheles-Geschichte, dokumentierten Tacheles-Anfängergeists, stellt der Film ja wirklich eine Art Blitzlicht in den 22 Jahren der Künstlerruine dar. Das sollte man jedem zumuten. Eine Dauerschleife einrichten, unten im Café, wo die Kaffee schlürfenden und wohlbepolsterten Touristen den Draht ins wahre Berlin nicht finden. Das täte mal Not. Und es wäre eine starke Geste des Fotografiska-Museums.</p>
<hr />
<p><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li>Termine für die Aufführung von &#8222;Aufgestanden in Ruinen&#8220; im Kino Babylon immer aktuell im: <a href="https://futurberlin.de/newsletter-fuer-stadtentwicklung-in-berlin">Skyscraper &#8211; Newsletter für Stadtentwicklung in Berlin</a></li>
<li>&#8222;Aufgestanden in Ruinen&#8220; im <a href="https://babylonberlin.eu/film/6147-aufgestanden-in-ruinen-projekt-tacheles?highlight=WyJ0YWNoZWxlcyJd" target="_blank" rel="noopener">Kino Babylon</a></li>
<li>Die Geschichte des Tacheles in der Sendung &#8222;Wutpilger Streifzüge&#8220;, in der es um den Tacheles-Roman &#8222;Zeugin und Täter&#8220; der Autorin Su Tiqqun geht auf: <a href="https://berlin-plattform.de/die-geschichte-des-kunsthaus-tacheles/" target="_blank" rel="noopener">Berlin-Plattform </a>und direkt auf <a href="https://www.mixcloud.com/streifz%C3%BCge/wutpilger-streifz%C3%BCge-062023-tacheles/" target="_blank" rel="noopener">mixcloud</a></li>
<li><a href="https://hausderstatistik.org/" target="_blank" rel="noopener">Haus der Statistik</a></li>
<li>Website der Dragoner-Areal-Doku <a href="https://www.kleinod-vor-dem-umbruch.de/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Kleinod vor dem Umbruch&#8220;</a></li>
<li><a href="https://www.holzmarkt.com/" target="_blank" rel="noopener">Holzmarkt</a></li>
<li><a href="https://berlin.fotografiska.com/de" target="_blank" rel="noopener">Fotografiska Berlin</a></li>
<li>Jochen Sandig mit Spontanauftritt bei der Grundsteinlegung des neuen Tacheles im September 2019 mit den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen im Ärmel und dem Vorschlag, die Ruine &#8222;Fridays for Future&#8220; zu überlassen auf <a href="https://futurberlin.de/tacheles-ueber-das-wagnis-in-berlin-einen-grundstein-zu-legen">Futurberlin</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurberlin.de/tuschens-tacheles">Tuschens Tacheles</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurberlin.de">Futurberlin</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Stimmanns Straße</title>
		<link>https://futurberlin.de/stimmanns-strasse</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André Franke]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Dec 2020 22:10:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogposts]]></category>
		<category><![CDATA[autofrei]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsquartier]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint Charlie]]></category>
		<category><![CDATA[Flaniermeile]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrichstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Mehringplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Radbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Stimmann]]></category>
		<category><![CDATA[ZLB]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://futurberlin.de/?p=14920</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Friedrichstraße hat Probleme. Dass man sie in diesen Tagen auf 500 Metern komfortabel erradeln kann, halte ich nicht für ihr größtes. Hans Stimmann gefällt diese autofreie "Flaniermeile" überhaupt nicht. Er schimpft in einem Gastbeitrag der F.A.Z. und macht allerdings auf etwas viel Wichtigeres aufmerksam: Dass die Friedrichstraße seit der Nachkriegszeit eine Sackgasse ist, und die Sackgasse seit den 80er Jahren bis heute weiterhin Sackgasse bleiben durfte. Das sollten alle ändern, die aus der Friedrichstraße wieder ein Kennzeichen der Großstadt machen wollen. Egal, ob sie sie mit dem Auto oder Fahrrad erleben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurberlin.de/stimmanns-strasse">Stimmanns Straße</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurberlin.de">Futurberlin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Natürlich ist es seine Straße. Natürlich ist die Friedrichstraße ein Werk Hans Stimmanns. Denn er hat den Weiterbau, Wiederaufbau, Umbau der Straße als Senatsbaudirektor ja selbst mitgestaltet. Insofern muss seinem Artikel, der am Montag im Feuilleton der F.A.Z. zu lesen war (und für den ich die drei Euro Printpreis ausgesprochen gerne bezahlt habe, denn ich ahnte, was mich erwartete), eine Reizung vorausgegangen sein: Und wen reizt sie nicht, die neue &#8222;Flaniermeile&#8220;, von der niemand mit Gewissheit sagen kann, ob die Friedrichstraße nördlich der Leipziger nun eine Begegnungszone, Fußgängerzone, Radbahn, einen Shared Space, verkehrsberuhigten Bereich, eine temporäre Spielstraße, einen Kunstmarkt, Streetfoodmarkt oder das Choriner Straßenfest aus Prenzlauer Berg darstellt.</p>
<p><span id="more-14920"></span></p>
<div id="attachment_14923" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2020/12/Friedrichstraße-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-14923" class="wp-image-14923" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2020/12/Friedrichstraße-1.jpg" alt="" width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2020/12/Friedrichstraße-1.jpg 754w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2020/12/Friedrichstraße-1-225x300.jpg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2020/12/Friedrichstraße-1-60x80.jpg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2020/12/Friedrichstraße-1-528x705.jpg 528w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2020/12/Friedrichstraße-1-450x600.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-14923" class="wp-caption-text">&#8222;Flaniermeile&#8220; Friedrichstraße mit Radkorridor, Dezember 2020</p></div>
<p>Es findet sich eben von allen Berliner Straßenexperimenten etwas im Supergau der Friedrichstraße wieder: die gescheiterten Parklets aus der Bergmannstraße, die überalterten Schaukästen vom Ku´damm, die visionäre Radbahn aus Kreuzberg (die noch gar nicht gebaut ist). Das reizt nicht nur, sondern das nervt schon (die Parklets stehen ja auch in der Schönhauser Allee rum). Das nervt selbst mich, also einen, der die Verkehrswende gut findet.</p>
<p>Anfangs bog ich mit einem Lächeln in die umgekrempelte (so muss man es nennen) Friedrichstraße ein und genoss den Tapetenwechsel. Ich lachte, weil es so mutig war! Hier hatte sich Changing Cities an einer Legende vergriffen. Doch die Friedrichstraße lädt dazu ein: schnurgerade, menschliches F0rmat, markante Schnittpunkte mit Mauer, Linden, Spree. Wo wenn nicht in der Friedrichstraße musste das Berliner Experiment der Umgestaltung des bewegten Raumes erfolgreich sein?</p>
<h2>Die amputierte Stadt</h2>
<p>Aber mit Hans Stimmann wird die Legende wieder stark. Und Legenden herauszufordern, ist meistens ein Holzweg. Eine Sehnsucht packte mich oft, als ich mit Touristen am südlichen Ende der Friedrichstraße stand, ihnen die Vorstellung versuchte klarzumachen, dass mehr als eine, mehr als die Friedrichstraße früher in den Mehringplatz mündeten. Es war die Sehnsucht danach, die drei Kilometer lange Friedrichstraße mit einem Delorean (mit Flux-Kompensator) hinunter zu rasen und in der Zeit des Soldatenkönigs zu landen. Warum wagte Berlin, sein einzigartiges &#8222;Rondell&#8220; zu zerstören? Während ich vor meinen Touristen immer davon redete, wie die Stadtplaner der Nachkriegszeit die Linden- und die Wilhelmstraße vom Platz &#8222;abschwenkten&#8220; (wie mild!) und somit dem Doppelplatz Mehringplatz/Blücherplatz seiner Verkehrsfunktion beraubten, lese ich bei Stimmann in seinem historischen Abriss über die Geschichte der Friedrichstraße (der Dreiviertel des Artikels ausmachte), dass die beiden Nachbarstraßen geradezu &#8222;amputiert&#8220; wurden. Das wird nicht ganz schmerzfrei für die Stadt abgelaufen sein. Wer aber der Stadt Schmerzfähigkeit zugesteht, muss es gut mit ihr meinen.</p>
<p>Er schreibt über das Wesen der Friedrichstraße vor der Amputation ihrer Nachbarstraßen:</p>
<blockquote><p>Nicht die funktionelle Trennung, sondern das Aufeinandertreffen der Verkehrsteilnehmer auf den vergleichsweise engen Straßen des vormodernen Berlin wurde zum Kennzeichen großstädtischen Lebens.</p></blockquote>
<p>Das ist im Grunde der Ruf nach einem echten Shared Space! Keinen roten Teppich für Radfahrer auslegen&#8230; Aber auch den Autos nicht das Durchfahren verbieten. Die Friedrichstraße darf niemandem gehören. Urbane Räume sind freie Räume, aber nicht zwangsläufig &#8222;autofreie&#8220; Räume. &#8211; Ist es diese Einsicht, die Hans Stimmann uns abverlangt, wenn er klagt, das &#8222;keiner begreift, was urbane Räume wirklich ausmacht&#8220;?</p>
<h2>Keine Autos, aber fast wieder Panzer</h2>
<p>Der Artikel steht unter einem Paar Fotos. Das linke zeigt eine turbulente Straßenszene von früher. Das rechte zeigt die Radmeile mit den Parklets und den gelben Fahrbahnmarkierungen von heute. Früher war die Straße tatsächlich frei von Definition, überall gleich grau für jeden, der sie betrat oder befuhr. Beiden gemeinsam ist allerdings, dass kein einziges Auto zu sehen ist. Auch nicht im alten Bild. Insofern schwelt hier auch ein nicht gelöschtes Feuer unter dem Asphalt des Artikels. Das Feuer der Verbrennungsmotoren.</p>
<p>Die Friedrichstraße, schreibt Stimmann, habe wie Unter den Linden nur bescheidene Autoverkehrsmengen zu bewältigen, da sie beide verkehrsfunktionale Sackgassen sind. Die Realität des Verkehrsalltags sah (vor Corona) anders aus. Drei Beispiele:</p>
<ol>
<li>Täglich stauten sich die Karossen auf der einspurigen östlichen Fahrbahn zwischen Friedrichstadtpalast und Oranienburger Straße, sodass Radfahrer ab Höhe Tacheles auf den (ebenfalls schmalen) Gehweg ausweichen mussten. Hier dient der Nordstumpf Friedrichstraße als Abschnitt auf der Umfahrungsroute Prenzlauer Berg-Mitte-Regierungsviertel.</li>
<li>Täglich wälzten sich die Reisebus-Kolonnen, linksabbiegend aus der Zimmerstraße vom Potsdamer Platz kommend über den belebten Kreuzungsbereich am Checkpoint Charlie. Eine beklopptere Sightseeingroute kann es gar nicht geben, da die Busse als Linksabbieger immer zuletzt fahren und daher lange warten, sich stauen und dabei die Luft verschmutzen. Die vormoderne, enge Breite der Friedrichstraße macht das Manöver leider nur gefährlicher.</li>
<li>Und dann gab es das: Ein Vierzigtonner überrollte Ende März 2015 eine Radfahrerin, als das Lastfahrzeug von der Friedrichstraße nach rechts abbog.</li>
</ol>
<p>Mag die Verkehrsmenge geringer sein als in andern Straßen, geringer als in der Leipziger, klar. Die Verkehrsqualität lässt jedenfalls zu große Kaliber zu, als dass ich in der Art Aufeinandertreffen einen erlebenswerten großstädtischen Reiz erblicken könnte.</p>
<h2>Vom Kulturkaufhaus zum Bildungsquartier</h2>
<p>Der Reiz der &#8222;Flaniermeile&#8220; liegt doch darin, den Moment der Ruhe auszukosten, die Meile auszudehnen und auf ihr mit zeitgemäßen Verkehrsmitteln von Mitte nach Kreuzberg zu gelangen, ohne abzubiegen. Wenn man bei Dussmann schon an die Amerika-Gedenkbibliothek denkt, sie vielleicht sogar sieht (es ist fast möglich), dann erfüllt die Friedrichstraße ihre städtebauliche Funktion. Am Blücherplatz entsteht doch ein Bildungsquartier! Die ganze südliche Friedrichstadt wird davon profitieren.</p>
<p>Aber ich fürchte, sie braucht dafür ihre Gliedmaßen zurück. Mit der Sackgasse da unten wird das nichts. Im Interesse des ZLB-Projekts sollte man den Mehringplatz noch einmal auf den Operationstisch legen und die &#8222;amputierten&#8220; Straßen wieder einrenken. Dann wäre die Friedrichstraße auch in Kreuzberg Stimmanns Straße.</p>
<h2>Das Rad reaktivert die alte Stadt</h2>
<p>Was könnte so ein Mehringplatz für ein öffentlicher, anregender Raum werden! Ein Satellitenplatz der Bibliothek. Und was aufeinanderträfe: Die Bücher, das Wasser, die Hochbahn, die Radbahn! Da haben wir sie wieder: die Radbahn. Die Friedrichstraße, ob selbst Radstraße oder nicht, trifft hinterm Mehringsplatz bald auf die Radbahn Berlin, den acht Kilometer langen Radschnellweg, der die Oberbaumbrücke im Osten mit dem Tauentzien im Westen verbinden wird. Paradoxerweise könnte es gerade der neue Radverkehr sein, der die alten Stadtstrukturen einfordert.</p>
<p><em>(Danke an Annette Ahme für ihren KIOSK-Tip vom 14. Dezember!)</em></p>
<p>LINKS</p>
<ul>
<li><a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/wieso-berlins-verkehrs-aktionismus-der-stadt-nicht-hilft-17100209.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Friedrichstraße, ein Stadtschicksal (F.A.Z.-Artikel)</a></li>
<li><a href="http://radbahn.berlin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Radbahn-Berlin-Projekt</a></li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mehringplatz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Historisches zum Mehringplatz</a></li>
<li><a href="https://www.berlin.de/friedrichstrasse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flaniermeile-Projekt des Senats</a></li>
<li><a href="https://www.youtube.com/watch?v=js9j0s61Z6M" target="_blank" rel="noopener noreferrer">TV Berlin-Beitrag mit den Kontrahenten des Projekts</a> (youtube)</li>
</ul>
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		<title>Baut dem Checkpoint Charlie einen Tower und wir kriegen eine geile Begegnungzone!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André Franke]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Apr 2016 22:03:20 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Asisi-Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnungszone]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint Charlie]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrichstraße]]></category>
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		<category><![CDATA[Skyscraper]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich würde nicht so weit gehen und sagen: Wenn der Checkpoint Charlie eine stupide Blockrandbebauung kriegt, verlasse ich Berlin. Aber meiden werde ich die Ecke. Ganz einfach, weil sie zu eng wird. Und natürlich langweilig. Damit das anders kommt, rufe ich die Trockland-Projektentwickler auf &#8230; und die Graft-Architekten &#8230; und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich würde nicht so weit gehen und sagen: Wenn der Checkpoint Charlie eine stupide Blockrandbebauung kriegt, verlasse ich Berlin. Aber meiden werde ich die Ecke. Ganz einfach, weil sie zu eng wird. Und natürlich langweilig.</strong></p>
<p>Damit das anders kommt, rufe ich die Trockland-Projektentwickler auf &#8230; und die Graft-Architekten &#8230; und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und alle, die die Macht haben, die Berliner Baumassen (ob per Unterschrift oder Ideenblitz) in die richtigen Himmelsrichtungen zu lenken, dem Checkpoint einen Skycraper zu ermöglichen.</p>
<h2>Der Checkpoint Charlie ist Weltstadt</h2>
<p>Die Friedrich- / Ecke Zimmerstraße ist keine normale, historische Friedrichstadt. Und nicht leitbildtauglich für die „Europäische Stadt“. Die Ecke ist eine Weltstadt. Sie sollte in die Höhe ragen. Dass man den Checkpoint Charlie in der Skyline sieht. Aber das ist nur der zweite Grund für ein Hochhaus am alten Grenzübergang.</p>
<div id="attachment_8388" style="width: 1290px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower2-1-1.jpg" rel="attachment wp-att-8388"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8388" class="size-full wp-image-8388" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower2-1-1.jpg" alt="Hochhaus am Checkpoint - Wo, wenn nich hier?" width="1280" height="960" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower2-1-1.jpg 1280w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower2-1-1-150x113.jpg 150w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower2-1-1-300x225.jpg 300w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower2-1-1-768x576.jpg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower2-1-1-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></a><p id="caption-attachment-8388" class="wp-caption-text">Hochhaus am Checkpoint &#8211; Wo, wenn nich hier?</p></div>
<p>Der erste Grund ist die Begegnungszone, die hier geplant ist. Nach der Maaßenstraße in Schöneberg und der Bergmannstraße in Kreuzberg kommt ja nächstes Jahr der Checkpoint Charlie als drittes Pilotprojekt für diese neuartige Straßenumgestaltung dran. Doch waren wir damit bisher in Gründerzeitquartieren mit komfortabler Straßenbreite unterwegs, wagt sich die Senatsverwaltung beim Checkpoint auf barocken Stadtgrundriss vor. Die Friedrichstraße ist eng. Die Zimmerstraße auch. Das fühlt man heute nicht, wenn man am Asisi-Panorama steht. Noch ist ja Platz.</p>
<h2>Tower gegen Zone &#8211; das ist der Deal</h2>
<p>Gebt dem Checkpoint einen Hard-Rock-Tower, der der Begegnungszone den notwendigen Raum verschafft! <span style="text-decoration: underline;">Zurückgesetzt vom Straßenrand, dass die Massen überhaupt Platz haben.</span> Und dass der Investor trotzdem auf seine Kosten kommt, wenn er sich freundlich von einigen Quadratmetern Grundstücksfläche trennt. Was wird sich Berlin darüber freuen! Und Berlin erlaubt Trockland, in die Höhe zu bauen. Und Graft freut sich, jenseits der Traufhöhe zu zeichnen.</p>
<p>Baut dem Checkpoint Charlie ein Hochhaus! Doch vergesst nicht, es an die richtige Stelle zu setzen. Die Begegnungszone muss der Profiteur sein. Man könnte sogar weitergehen und einen Stadtplatz fordern. Aber bleiben wir erstmal in der Zone. Schließlich war das hier jahrzehntelang Thema.</p>
<div id="attachment_8387" style="width: 1290px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower1-1.jpg" rel="attachment wp-att-8387"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8387" class="size-full wp-image-8387" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower1-1.jpg" alt="Deal or nor Deal? Tower gegen Begegnungszone" width="1280" height="960" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower1-1.jpg 1280w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower1-1-150x113.jpg 150w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower1-1-300x225.jpg 300w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower1-1-768x576.jpg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2016/04/Checkpoint-Tower1-1-1024x768.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></a><p id="caption-attachment-8387" class="wp-caption-text">Deal or nor Deal? Tower gegen Begegnungszone</p></div>
<h2>Futurberlin-Ideenwettbewerb</h2>
<p><strong>Seid eingeladen, Eure Ideen an Futurberlin zu schicken!</strong> Wie sieht der Checkpoint Charlie Eurer Träume aus? Wo steht der Tower? Welche Route nimmt die Kolonne der Touri-Busse?</p>
<p>Was das Hochhaus betrifft, hab ich da schon mal was vorbereitet &#8230; (siehe Bilder). Gut, dass ich das 3D-Berlin-Puzzle tatsächlich auf die Weihnachtsliste gesetzt habe.</p>
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		<title>Checkpoint Disney adé!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André Franke]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Sep 2014 23:17:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogposts]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur und Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint Charlie]]></category>
		<category><![CDATA[Festivalisierung und Berlin-Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrichstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Immobilien & Liegenschaften]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der “Berliner Kurier” schreibt am Dienstag, dass der irische Eigentümer seine Grundstücke am Checkpoint Charlie beiderseits der Friedrichstraße verkaufen will (oder – die staatliche Bank “Nama” im Nacken sitzend – verkaufen muss). Das heißt, Disneyland verabschiedet sich. Zum Ende des Jahres ziehen die Buden ab. Ich wette, wir werden sie uns zurückwünschen! Denn die Friedrichstraße/ [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6328" style="width: 589px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2014/09/Checkpoint-Charlie-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6328" class="size-large wp-image-6328" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2014/09/Checkpoint-Charlie-1-1024x682.jpg" alt="Yadegar Asisi-Panorama im Hintergrund. Die Zeit der Rundumschläge am Checkpoint Charlie ist bald vorbei." width="579" height="385" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2014/09/Checkpoint-Charlie-1-1024x682.jpg 1024w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2014/09/Checkpoint-Charlie-1-150x99.jpg 150w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2014/09/Checkpoint-Charlie-1-300x199.jpg 300w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2014/09/Checkpoint-Charlie-1.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 579px) 100vw, 579px" /></a><p id="caption-attachment-6328" class="wp-caption-text">Yadegar Asisi-Panorama im Hintergrund. Die Zeit der Rundumschläge am Checkpoint Charlie ist bald vorbei.</p></div>
<p>Der “Berliner Kurier” schreibt am Dienstag, dass der irische Eigentümer seine Grundstücke am Checkpoint Charlie beiderseits der Friedrichstraße verkaufen will (oder – die staatliche Bank “Nama” im Nacken sitzend – verkaufen <em>muss</em>). Das heißt, Disneyland verabschiedet sich. Zum Ende des Jahres ziehen die Buden ab. Ich wette, wir werden sie uns zurückwünschen! Denn die Friedrichstraße/ Ecke Zimmerstraße wird bald nicht mehr von der Friedrichstraße/ Ecke Leipzigerstraße und von der Friedrichstraße/ Ecke Krausenstraße und von der Friedrichstraße/ Ecke x-beliebige Straße zu unterscheiden sein. Das wäre schlimmer als das, was wir heute haben. <strong><span style="color: #993300;">Aber was wäre eigentlich besser als der Mansch von heute? Eine Gedenkstätte? Ein Platz? Ein Park? Ein Panzer-Denkmal? Oder doch ein banales Bürohaus in Rasterfassaden?</span></strong> Eigentlich ist doch alles besser als die Grenze von vor 25 Jahren.</p>
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