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	<title>Thema Unter den Linden &#8211; Futurberlin</title>
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	<description>Guide für Gegenwart und Zukunft der Stadt</description>
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	<title>Thema Unter den Linden &#8211; Futurberlin</title>
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		<title>Weltgästeführertag für Fortgeschrittene</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André Franke]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 21:05:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das wird die letzte Frostfahrt in diesem Winter, denke ich, als ich am Freitagabend in den News Ride reloaded #3 starte. Der Lustgarten liegt im Dunkeln, und der Brunnen, ohne Wasser, wirkt wie ein Loch, in das man hineinzustolpern droht, wenn man nicht aufpasst. Zwei, drei Menschen latschen da trotzdem rum. Scheinbar wollen sie vom [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das wird die letzte Frostfahrt in diesem Winter, denke ich, als ich am Freitagabend in den News Ride reloaded #3 starte. Der Lustgarten liegt im Dunkeln, und der Brunnen, ohne Wasser, wirkt wie ein Loch, in das man hineinzustolpern droht, wenn man nicht aufpasst. Zwei, drei Menschen latschen da trotzdem rum. Scheinbar wollen sie vom ebenso im Dunkeln stehenden Berliner Dom ein Foto machen. Es sind, wie beim letzten News Ride, Minusgrade. Ich trage eine lange Unterhose unter meiner Jeans und umkreise langsam radelnd den Brunnen, möchte in Bewegung bleiben und mich auf keinen Fall in die Kälte stellen. Mir ist klar, dass kein Gast kommt. Mir ist nicht klar, ob ich die Tour selber überhaupt fahre. Denn mir läuft seit heute Morgen die Nase, und meine Hände sind kalt. Dabei trage ich wasserdichte Fäustlinge, die innen schön flauschig sind.</p>
<div id="attachment_18631" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-1-1.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-18631" class="wp-image-18631" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-1-1.jpeg" alt="Denkmal auf einer Straße. " width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-1-1.jpeg 960w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-1-1-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-1-1-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-1-1-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-1-1-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-1-1-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-1-1-450x600.jpeg 450w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-18631" class="wp-caption-text">Sichelmond hinterm Reiterdenkmal von Friedrich II. Unter den Linden am Freitag, den 20. Februar 2026 (Foto: André Franke)</p></div>
<h2>News Ride für Eisbrecher</h2>
<p>Es ist 19:30 Uhr. Ich rolle vom Lustgarten auf das Schloss zu und biege nach rechts Richtung Brandenburger Tor ab. Ich habe mich für die Tour entschieden. Zwei Stopps sind darin enthalten, die ich auch morgen auf der Tour zum Weltgästeführertag anfahren will. Und die Neugier auf die Gedächtniskirche ist zu groß.</p>
<p>Da kommt das Reiterstandbild von Friedrich &#8222;dem Großen&#8220; auf mich zu, wie es sonst nicht der Fall ist. Unterm rechten Steigbügel des Königs hängt der Mond, eine ganz zarte Mondsichel, schlank wie die Mondsichel in der Flagge der Türkei. Aber anders als dort, liegt sie horizontal im Abendhimmel. Es ist zunehmender Mond.</p>
<h2>Berlin versilbert seine Linden</h2>
<p>Hier beginnt der Abschnitt der Linden, der ab dem Sommer umgebaut werden soll. Berlins ältester Boulevard bekommt 157 neue Silberlinden (siehe Morgenpost). Und die Straße verwandelt sich für vier Jahre in eine Baustelle. Ich radle auf der Mittelpromenade und entdecke, dass es die in dem Artikel angekündigte Fußgängerampel an der Kreuzung Glinkastraße schon gibt. Zumindest auf der Westseite der Promenade. Das ist ein bisschen dolle schnell für Berlin.</p>
<p>Weiter westwärts kurz vor der Wilhelmstraße gucke ich mir die Lindenbäume genauer an. Sie sind total verschieden. Manche scheinen erst vor kurzem gepflanzt zu sein, andere sehen tatsächlich alt aus. Aber eine weitere, enttäuschende und irgendwie Mitleid erregende Entdeckung mache ich, die nichts mit der Allee zu tun hat. Am Kiosk sitzt doch tatsächlich eine Touristin auf der Bank am Tisch und trinkt eingemummt in die Winterklamotten Bier aus dem Plastikbecher. Alleine. Auch einen Kiosk weiter, hinter der Wilhelmstraße gegenüber vom &#8222;Adlon&#8220;, sitzen zwei Leute verloren in der Kälte und ziehen sich die Currywurst rein.</p>
<h2>Rasende unter der &#8222;Goldelse&#8220;</h2>
<p>Ich radle durchs Brandenburger Tor und lasse mich mitziehen von einem Radfahrer, der zügig vor mir fährt. Etwas Rotes fällt aus seiner umherwackelnden Jackentasche. Sieht aus wie eine dünne Wollmütze oder ein Halstuch. Schon bin ich dran vorbei. Ich würde ihm gerne mitteilen, dass er was verloren hat, aber er fährt zu weit vor mir und zu schnell. Ich komme selber schon aus der Puste und fahre langsamer. Dann beachte ich ihn nicht weiter und verliere ihn aus dem Blick. Drei Minuten später überholt mich einer, dessen Jacke ebenso flackert wie die von dem Typen vorher. Es könnte auch derselbe sein, denke ich in dem Moment. Aber warum habe ich ihn nicht zurückkommen sehen? Dann entwischt mir auch dieser Typ.</p>
<p>An der Siegessäule biegt er links ab, steht auf der Mittelinsel an der roten Ampel. Als ich dort bin, habe ich keine Lust mehr, die Botschaft zu überbringen. Ich wollte auf der rechten Straßenseite bleiben, um nicht noch einmal die Straßenseite wechseln zu müssen, um den Berlin-Pavillon zu inspizieren. So fahre ich rechts um die Siegessäule herum und weiter durch den westlichen Teil des Tiergartens. Dort vernehme ich fahrradfahrend ein rotes, schönes, warmes Licht. Einen Moment später radle ich an dem grauen Anhänger vorbei. Er stammt zweifellos aus dem Fuhrpark der Berliner Polizei. Ein Autofahrer ist auf der Straße des 17. Juni zu schnell gefahren.</p>
<h2>Plattner-Türme vom Baukollegium plattgemacht</h2>
<p>Tja, der Berlin-Pavillon. Das Baukollegium hält schützend seine Hand über das Gebäude und hat einem Projektentwickler aus Hamburg einen satten Strich durch die Rechnung gemacht. Der sollte für ein Hasso-Plattner-Unternehmen zusammen mit den Architekten von David Chipperfield hier, zwischen Pavillon und Joseph-Haydn-Straße, zwei Wohntürme bauen, 90 und 130 Meter hoch. Ich gucke mir die Fläche an, zähle die Bäume, stelle fest, dass sie groß sind und pilgere kurz zum &#8222;Weltbaum&#8220; von Ben Wagin. Das Wandbild am S-Bahnviadukt mahnt und würde sicher aus der Wand wachsen, sollte hier wirklich jemand die Ausläufer des Tiergartens abholzen wollen. Aber soweit kommt es ja nicht, wie der Tagesspiegel berichtet.</p>
<div id="attachment_18615" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1.jpeg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-18615" class="wp-image-18615" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1.jpeg" alt="Eis auf einem Kanal in der Nacht." width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1.jpeg 960w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-1-450x600.jpeg 450w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-18615" class="wp-caption-text">Blick auf den vereisten Landwehrkanal am &#8222;Schleusenkrug&#8220; im Tiergarten (Foto: André Franke)</p></div>
<div id="attachment_18616" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-2.jpeg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-18616" class="wp-image-18616" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-2.jpeg" alt="Orange-beleuchtetes Kino, Zoo-Palast." width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-2.jpeg 960w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-2-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-2-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-2-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-2-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-2-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-2-450x600.jpeg 450w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-18616" class="wp-caption-text">Zoo-Palast während der Berlinale 2026: Farbflash nach dem dunklen Tiergarten-Ride (Foto: André Franke)</p></div>
<p>Als ich durch den Tiergarten durchs Gaslaternenmuseum fahre und über die Schleusenbrücke will, bleibe ich stehen. Zu schön ist der vereiste und mit Schnee bedeckte Landwehrkanal. Er ist mir ein Foto wert, und ich ziehe dafür gerne meinen linken Handschuh aus. Da merke ich, dass die Hände warm geworden sind. Weiter an der neuen, nachts beleuchteten Zoo-Pagode vorbei, ebenso am Löwentor, radle ich am Rande des Hardenbergplatzes entlang, muss plötzlich absteigen und das Rad schieben, weil der Gehweg durch ein Baugerüst führt. Vor mir laufen langsam Leute, und ich werfe den Blick kurz ins Erdgeschoss der Location, in der früher mal MacDonalds drin war. Heute ist da Risa drin.</p>
<div id="attachment_18617" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-3.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-18617" class="wp-image-18617" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-3.jpeg" alt="Mehrere hohe Gebäude, ein beleuchteter Kirchturm." width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-3.jpeg 960w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-3-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-3-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-3-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-3-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-3-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-3-450x600.jpeg 450w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-18617" class="wp-caption-text">Beleuchtete Gedächtniskirche zwischen eingerüstetem Glockenturm und Hochhaus &#8222;Upper West&#8220; (Foto: André Franke)</p></div>
<h2>Die illuminierte Ruine</h2>
<p>Ich gehe um die Ecke und habe seit dem Brandenburger Tor wieder das Gefühl, in der Stadt zu sein. Der Zoo-Palast strahlt wegen der &#8222;Berlinale&#8220; in warmem Rot und Orange, und auf der anderen Seite der Budapester Straße erscheint endlich die beleuchtete historische Turmruine der Gedächtniskirche. Ich habe mein Ziel erreicht, fahre rüber und nähere mich dem Eingang der Gedenkhalle. Sie ist geschlossen.</p>
<p>So komme ich nicht in die Lage, den Blick einzunehmen, den ein Foto in der F.A.Z. vermittelte: den Blick im Inneren der Ruine hinauf zum gedeckelten Turmhelm. Bei der geplanten Umgestaltung des Ruinenraumes soll der Deckel herausgenommen werden, sodass der Himmel über Berlin durch den &#8222;hohlen Zahn&#8220;, das Loch in der Turmspitze, von unten zu sehen sein wird. Morgen werde ich gegen 14 Uhr wieder hier stehen, denke ich. Und dann werde ich gemeinsam mit meinem angemeldeten Gast in die Gedenkhalle gehen und nach oben sehen. Morgen ist Weltgästeführertag.</p>
<div id="attachment_18618" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-4.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-18618" class="wp-image-18618" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-4.jpeg" alt="Zwei hohe Gebäude, eine Kirchenruine und ein Neubau nebeneinander." width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-4.jpeg 960w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-4-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-4-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-4-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-4-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-4-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-4-450x600.jpeg 450w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-18618" class="wp-caption-text">Ruinenturm der Gedächtniskirche mit Turmuhr und neuer Glockenturm, eingerüstet wegen Sanierung (Foto: André Franke)</p></div>
<h2>Weltgästeführung ohne alles</h2>
<p>Am Samstagmorgen ist es hell und warm. Der Himmel ist bedeckt von grauen Wolken. Sechs Grad Celsius liegen in der Luft, Temperaturen weit über den Nullpunkt. Die Straßen sind wegen des schmelzenden Schnees nicht gerade einladend. Alles ist nass. Ich ziehe mich zu dick an, trage wieder Winterjacke und Handschuhe, denn die Tour heute wird drei Stunden dauern.</p>
<p>Auf dem Weg zum Treffpunkt fahre ich einen Schlenker über Mitte. Gehe noch mal kurz in den Garten der ESMT, den ich später auf der Tour besuchen werde. Auch dieser Brunnen, der Mosaikbrunnen von Ortraud Lerch, schweigt still. Kein Plätschern, kein Rauschen in der Luft. Aber um den Brunnen geht es heute auch nicht. Das Motto der Tour, die ich als Beitrag zum Weltgästeführertag anbiete, lautet: &#8222;Mit offenen Augen durch die geschlossene Stadt&#8220;. Es geht um die Zugänglichkeit und Unzugänglichkeit von Stadträumen. Die Hochschule plant einen Campus.</p>
<p>Anschließend radle ich über Kreuzberg nach Friedrichshain. Am Engelbecken sehe ich Leute Schnee schieben. Es ist eigentlich Wasser, das sie schaufeln. Ein Bauarbeiten-Schild steht am Rand des Beckens, und ich denke, da wird offiziell Eisfläche geräumt und gesichert. Als ich näher komme, sehe ich, dass das Privatmenschen sind. Sie treffen sich, um Eishockey zu spielen und richten sich im Schmelzwasser ein rechteckiges Spielfeld ein. Die Eisdecke ist immer noch so dick, dass sie mit Schlittschuhen drüberfahren können. Aber die Wassermengen sind so groß, dass einer statt der Schneeschaufel das Bauschild in die Hände nimmt, um damit schneller mehr Wasser auf die Seite werfen zu können.</p>
<h2>Ohne Luft und Gast</h2>
<p>Über die Köpenicker Straße und Oberbaumbrücke komme ich endlich in die Nähe des Treffpunkts. Es ist 10:45 Uhr. Mein Fahrrad rollt irgendwie schwer. Vielleicht liegt es am Rollsplitt, der überall rumliegt. Auch auf dem Radweg. Das Lenken fühlt sich komisch an. Als ich von der Stralauer Allee in die Danneckerstraße zum Rudolfplatz einbiege, merke ich, dass ich einen Platten habe. Sofort wird mir klar, die Tour ist beendet bevor sie begonnen hat. Heute wird es keinen ESMT-Campus geben, keine Schlossfassade, kein Pergamonmuseum, keine Silberlinden und auch keinen Himmel über der Gedächtniskirche. Zum geplanten Hochhaus in der Rudolfstraße, das ich gleich zu Beginn der Tour zeigen möchte, könnten wir vielleicht noch gehen, der Standort ist um die Ecke, aber ich denke nur: Warum habe ich weder Werkzeugtasche noch eine Luftpumpe dabei?</p>
<p>Anfängerfehler. Ich schiebe das Fahrrad die Danneckerstraße entlang und erreiche den Treffpunkt an der Zwinglikirche. Dann warte ich auf den Gast, der für mich Gold wert ist, obwohl die Tour kostenfrei ist. Doch er kommt nicht. Da bin ich erleichtert, wenn auch nicht froh. Jetzt muss ich nur noch nach Hause kommen. Zu Fuß. Eine Stunde später erreiche ich den Wasserturmplatz in Prenzlauer Berg. Das Fahrrad an der Seite. Die Jacke offen. Die Handschuhe im Rucksack. Die Nase läuft immer noch. Ich bin nicht froh, aber trotzdem gut drauf. Und ich freue mich, aus den schweren Klamotten rauszukommen, den Winterstiefeln, und eine Suppe zu essen.</p>
<h2>Auf der Suche nach der verlorenen Matinee</h2>
<p>Am Sonntagmorgen geht es mir gut. Ich habe die Kurve gekriegt, und aus der triefenden Nase ist keine Erkältung geworden. Draußen nieselt es. Drinnen ist es schön ruhig. Mal in den Eventkalender gucken, denke ich. &#8222;Metropolis&#8220; läuft im Kino Babylon, aber erst am Abend. Werde ich eher nicht hingehen heute. Und dann beschleicht mich das Gefühl, dass mir ein Event im Kalender abhanden gekommen sein muss.</p>
<p>Ich suche vergeblich die Dauerausstellung zum Romanischen Café im Europacenter. Im Hinterkopf habe ich die ein oder andere Zusatzveranstaltung, welche die Ausstellung begleiten. Gerade am Wochenende. Dann finde ich den Kalendereintrag im Jahr 2025. Ich hatte das Enddatum 31. Dezember eingegeben. Daher taucht die Ausstellung im neuen Jahr nicht mehr auf. Als ich das ändere und auf die Webseite der Ausstellung gehe, springt mir Joseph Roth ins Gesicht: eine Matinee-Lesung seiner Texte zum Kurfürstendamm um 11:30 Uhr. Wunderbar.</p>
<p>Da ich noch den Platten habe, fahre ich mit der U2 hin, steige am Bahnhof Zoo aus. Dort gehe ich den gleichen Weg, den ich am Freitag-Abend schon mit dem Fahrrad genommen habe, die Budapester Straße nördlich vom Breitscheidtplatz entlang, und sehe die Gedächtniskirche im trüben Vormittagslicht, ganz unscheinbar, aller Illuminationen beraubt. Da bin ich mir plötzlich selber dankbar, dass ich mir vorgestern den News Ride durch die Kälte verschrieben hatte, denn ich erkannte, welche Fallhöhe auch Bauwerke haben können &#8211; im Tagesverlauf und zwischen den Jahreszeiten. Dieser Sonntag gehört schon in den Frühling, auch wenn keine Sonne scheint.</p>
<h2>Roths &#8222;Roter Richard&#8220;</h2>
<p>Im Europacenter liest Michael Bienert an einem Pult stehend Texte von Joseph Roth. Wir Gäste sitzen auf gepolsterten Klappstühlen, umgeben von Labyrinth-artig arrangierten, bunt und detailreich bebilderten Ausstellungswänden. Es ist gemütlich hier. Beinahe wie im Café. Hier geht es ja um das Café. Um das &#8222;Romanische Café&#8220;, legendäre Berlin-Location. Auch Joseph Roth hat sich hier aufgehalten, nachdem das &#8222;Café des Westens&#8220;, Vorgänger-Café des späteren &#8222;Kranzler&#8220;, 1921 geschlossen wurde.</p>
<p>Bienert, von Beruf Berlinologe, liest, was Roth vor hundert Jahren geschrieben hat: wie der &#8222;Rote Richard&#8220;, Zeitungskellner im &#8222;Romanischen&#8220;, den Gästen die gewünschten Blätter reicht; wie die Cafés auf dem Kurfürstendamm die Pariser Straßencafés nachahmen, aber dabei den Fehler begehen, die Sitzplätze auf der Terrasse einzuzäunen und vom Publikumsverkehr abzugrenzen. Irgendwie auch eine Art &#8222;Anfängerfehler&#8220;. Roth machte sich sogar Gedanken darüber, wie man den Berliner Kutschpferden mitteilen könnte, dass es nicht normal für Pferde auf der Welt sei, vor einen Wagen gespannt zu werden, sondern dass Pferde früher einmal frei herumtraben konnten. Diese Roth-Beobachtung sollte mir später am Tag noch eine Entscheidung abnehmen.</p>
<h2>Gedenkhalle to go</h2>
<p>Nach der Lesung verlasse ich das Europacenter und betrete den Breitscheidtplatz. Ich hätte gestern hier sein sollen, nun bin ich es heute. Das ist die Gelegenheit, in die Ruine zu gehen. Und ich mach´s. Die Gedenkhalle ist voller Menschen. Boden, Gewölbedecke und Wände sind voller Bildergeschichten. Eine Jesus-Statue steht auf der einen Seite, daneben das Nagelkreuz von Coventry. Hinter dem Souvenirshop-Counter stehen zwei Stadtmodelle. Hier wird es eng, und man schiebt sich um die großen Glaskästen herum. Ein Modell zeigt den Auguste-Viktoria-Platz, wie er mit der intakten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche vor dem Krieg aussah, das andere zeigt den Breitscheidtplatz, wie er mit dem &#8222;hohlen Zahn&#8220; und mit &#8222;Lippenstift und Puderdose&#8220;, den Neubauten Egon Eiermanns, heute aussieht. Im ersten Modell erblicke ich auch das &#8222;Romanische Café&#8220;. Über unseren Köpfen ziehen sich zwei schwebende Treppen ins Obergeschoss hinauf. Eine Glastür versperrt den Zugang. Mehr ist vom Turm nicht zu sehen.</p>
<div id="attachment_18619" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-5.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-18619" class="wp-image-18619" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-5.jpeg" alt="Eine Kirche in einem Stadtmodell." width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-5.jpeg 960w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-5-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-5-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-5-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-5-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-5-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-5-450x600.jpeg 450w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-18619" class="wp-caption-text">Stadtmodell vom ehemaligen Auguste-Viktoria-Platz mit vollständiger Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und Romanischem Café (Foto: André Franke)</p></div>
<div id="attachment_18620" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-6.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-18620" class="wp-image-18620" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-6.jpeg" alt="Jesusstatue und ein Kreuz in einer Kirchenhalle." width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-6.jpeg 960w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-6-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-6-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-6-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-6-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-6-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-6-450x600.jpeg 450w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-18620" class="wp-caption-text">Südseite in der Gedenkhalle mit Nagelkreuz von Coventry (Foto: André Franke)</p></div>
<div id="attachment_18621" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-7.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-18621" class="wp-image-18621" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-7.jpeg" alt="Wanddekorationen, Wandbilder in einer Kirche, Treppen an den Wänden." width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-7.jpeg 960w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-7-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-7-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-7-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-7-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-7-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-7-450x600.jpeg 450w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-18621" class="wp-caption-text">Gedenkhalle in der Gedächtniskirche mit ehemals hinaufführenden Treppen (Foto: André Franke)</p></div>
<p>Als ich die Gedenkhalle verlasse, lese ich &#8222;Guides Tours&#8220; und gehe zurück zum Counter, frage nach. Genau in diesem Moment macht sich die Verantwortliche, eine Glocke mit Klöppel auf der Hand, für die Führung bereit. Berlin, du bist so wunderbar.</p>
<h2>Kims Weltgästeführung durch den Turm</h2>
<p>Kim aus Lübeck hat Kunstgeschichte studiert und führt uns durch die Bildergeschichten der Gedenkhalle: die abgebildete Lebensgeschichte von Wilhelm I., der fehlende Kopf von Friedrich III., der abgebrochene Schnabel des Adlers. Anschließend gehen wir raus, durch den ehemaligen Haupteingang der Kirche, stehen vor dem großen Rosettenfenster ohne Glas. Später stehen wir oben, ein Stockwerk höher, und blicken durch dieses Riesenfenster aus der Ruine heraus, sehen &#8222;Zoofenster&#8220; und &#8222;Upper West&#8220;. Das Fenster liefert den zwei Hochhäusern einen (im wahrsten Sinne des Wortes) &#8222;ausgefallenen&#8220; Bilderrahmen. Das Eckige sitzt im Runden.</p>
<div id="attachment_18623" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-9.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-18623" class="wp-image-18623" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-9.jpeg" alt="Menschen an einem großen runden Fenster. Im Hintergrund Hochhäuser." width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-9.jpeg 960w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-9-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-9-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-9-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-9-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-9-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-9-450x600.jpeg 450w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-18623" class="wp-caption-text">Blick durchs glaslose Rosettenfenster auf Neubauten: neuer Kirchensaal, Upper West und Zoofenster (Foto: André Franke)</p></div>
<p>Von hier aus blicken wir hoch in den Turm. Treppen mit Geländer führen an den rohen Wänden hinauf. Eine graue Decke, ganz oben, verhindert die offene Sicht in den Turmhelm. Und genau das wird sich ändern. Bald fällt der Himmel über Berlin herein, Tageslicht auf die Orgelempore, auf der wir stehen.</p>
<div id="attachment_18624" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-10.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-18624" class="wp-image-18624" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-10.jpeg" alt="Mauern und Leitern führen im Innern eines Turms hinauf." width="500" height="667" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-10.jpeg 960w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-10-225x300.jpeg 225w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-10-773x1030.jpeg 773w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-10-60x80.jpeg 60w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-10-768x1024.jpeg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-10-529x705.jpeg 529w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2026/02/BP-WGFT-10-450x600.jpeg 450w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><p id="caption-attachment-18624" class="wp-caption-text">Ruine der Gedächtniskirche von innen: verschlossener Turmhelm (Foto: André Franke)</p></div>
<p>Die Welt ist klein, an diesem Weltgästeführertag 2026, der das ganze Wochenende stattfindet. Vier Damen aus der Gruppe kommen ebenfalls aus Lübeck, und die Gäste freuen sich mit der Gästeführerin.</p>
<h2>Kutschpferd im Café</h2>
<p>Sonntag, früher Nachmittag. Im zugigen Turm ist mir kalt geworden. Ich gehe zu Fuß nach Hause. Als ich in der Budapester Straße am &#8222;Einstein Café&#8220; vorbeikomme, muss ich rein. Ich bin wegen des &#8222;Romanischen Cafés&#8220; gekommen und am Ende in einer Kriegsruine gelandet. Durch ein Café will ich den Ort wieder verlassen. Dann lacht mich doch tatsächlich drinnen ein &#8222;Einspänner&#8220; an. Er steht auf der Menütafel, und ich bestelle einen, ohne mit der Wimper zu zucken. Ich will ihm doch sagen, dass er die Droschke, die seinen Weg bestimmt, gar nicht zu ziehen braucht.</p>
<p><strong>Links</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://taz.de/Neues-Hochhausleitbild-fuer-Berlin-vorgestellt-Luxustuerme-gegen-Wohnungsnot/!6134464/" target="_blank" rel="noopener">taz (u.a) zum Bau des Wohnturms Rudolfstraße v. 2. Dezember 2025</a></li>
<li><a href="https://www.morgenpost.de/berlin/article410518270/unter-den-linden-wird-ab-sommer-2026-umgebaut-das-sind-die-plaene.html" target="_blank" rel="noopener">Morgenpost zum Umbau Unter den Linden v. 1. Dezember 2025</a></li>
<li><a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-wirtschaft/doch-keine-hochhauser-am-rand-des-tiergartens-berliner-baukollegium-erteilt-investoren-traumen-eine-absage-15008091.html" target="_blank" rel="noopener">Tagesspiegel zu den Hochhäusern im Tiergarten v. 3. Dezember 2025</a></li>
<li>&#8222;Zu viel des Gedenkens&#8220;, F.A.Z. zum Umbau der Gedächtniskirche v. 25. November 2025 (dort im Archiv zu lesen)</li>
<li><a href="https://romanisches-cafe.berlin/" target="_blank" rel="noopener">Ausstellung &#8222;Romanisches Café&#8220; im Europacenter</a></li>
<li><a href="https://michaelbienert.de/" target="_blank" rel="noopener">Berlinologe Michael Bienert</a></li>
<li><a href="https://futurberlin.de/tools/eventkalender-fuer-stadtentwicklung-in-berlin">Eventkalender auf Futurberlin.de</a></li>
</ul>
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		<title>Die Oberwallstraße ist ein starker Zug!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André Franke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Oct 2017 10:26:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Kronprinzengärten]]></category>
		<category><![CDATA[Oberwallstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Opernpalais]]></category>
		<category><![CDATA[Staastsoper]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtkern]]></category>
		<category><![CDATA[Unter den Linden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass die Staatsoper eröffnet, bedeutet nicht nur das Ende eines Bauskandals. Mehr als das Haus selbst kriegen wir einen Platz zurück und eine völlig unterschätzte Straße. Was freue ich mich auf den Bebelplatz! Den ganzen. Er hat wieder Micha Ullmanns Mittelpunkt, die Kellerbibliothek. Er atmet wieder auf zwei Lungenflügeln, anstatt auf nur einem. Die Leute [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass die Staatsoper eröffnet, bedeutet nicht nur das Ende eines Bauskandals. Mehr als das Haus selbst kriegen wir einen Platz zurück und eine völlig unterschätzte Straße. Was freue ich mich auf den Bebelplatz! Den ganzen. Er hat wieder Micha Ullmanns Mittelpunkt, die Kellerbibliothek. Er atmet wieder auf zwei Lungenflügeln, anstatt auf nur einem. Die Leute werden wieder Kreise um das Denkmal ziehen, anstatt Halbkreise am Bauzaun. Jeder wird wissen, wo er hier hin muss. Und die Hedwigskirche strahlt bis Unter den Linden.</p>
<h2 style="text-align: center;">Comeback eines Straßenzugs</h2>
<p>Die Baustellen gehen, Berlin kommt! Das gilt auch für die andere Seite der Staatsoper. <span style="text-decoration: underline;">Hinter dem Opernpalais rappelt sich die Oberwallstraße wieder auf.</span> Hoffentlich nicht nur, um im Dezember zum Weihnachtsmarkt zu mutieren. Nachdem die „Kronprinzengärten“ jetzt fertig sind, kann man hier zu Fuß schon wieder langgehen. Mehr schleichen eigentlich, an den Containern vorbei und an den Baufahrzeugen. Es kann nicht mehr lange dauern, und die ganze Straße wird frei. Befahrbar. Seit ich den <a href="https://futurberlin.de/berlin-touren-stadtplaner/tour-stadtkern-tour/">Stadtkern-Ride</a> mache, warte ich auf das Comeback dieses Straßenzugs.</p>
<div id="attachment_9610" style="width: 1290px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-Hausvogteiplatz-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9610" class="size-full wp-image-9610" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-Hausvogteiplatz-1.jpg" alt="Oberwallstraße nach Süden. Blickpunkt Hausvogteiplatz-Fassade. Links: Friedrichswerdersche Kirche und achteckiger Schinkel-Pavillon (Foto: André Franke)" width="1280" height="850" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-Hausvogteiplatz-1.jpg 1280w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-Hausvogteiplatz-1-150x100.jpg 150w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-Hausvogteiplatz-1-300x199.jpg 300w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-Hausvogteiplatz-1-768x510.jpg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-Hausvogteiplatz-1-1024x680.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></a><p id="caption-attachment-9610" class="wp-caption-text">Oberwallstraße nach Süden. Blickpunkt Hausvogteiplatz-Fassade. Links: Friedrichswerdersche Kirche und achteckiger Schinkel-Pavillon (Foto: André Franke)</p></div>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Warum denn? </strong></em></p>
<p>Weil er so schön vom Hausvogteiplatz durch die Brückenbogen des Opernpalais Über die Linden zur Ecke „Hinterm Gießhaus“ führt. <span style="text-decoration: underline;">Die Oberwallstraße ist wörtlich: ein guter Zug.</span> Das Beste an ihm: Er ist absehbar (wieder wörtlich zu nehmen): Man blickt von einem Ende zum andern &#8230;</p>
<p>Die visuelle<strong> Qualität der Oberwallstraße</strong> ist aber nicht ihre einzige. Sie hat auch historische (Nicht gleich gähnen!), dramaturgische und überlokale Fähigkeiten. Was die so alles kann &#8230;</p>
<ol>
<li>Sie erzählt an drei Stellen (Hausvogteiplatz, Hedwigskirche, „Hinterm Gießhaus“) die Geschichte der Festungsstadt.</li>
<li>Sie inszeniert Unter den Linden dadurch, dass sie beim Durchqueren des nördlichen Brückenbogens das Panorama des Boulevards aufmacht: Humboldt-Universität, Neue Wache, Zeughaus, Berliner Dom, Fernsehturm, Schloss.</li>
<li>Sie verbindet als Segment eines potenziellen Stadtkern-Rundwegs das Märkische Museum mit der Museumsinsel.</li>
</ol>
<div id="attachment_9611" style="width: 1290px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-UdL-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9611" class="size-full wp-image-9611" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-UdL-1.jpg" alt="Oberwallstraße, Blick durch Brückenbogen zum Palais am Festungsgraben. Zuviel Blech im Stadtraum, inklusive Parkscheinautomat (Foto: André Franke)" width="1280" height="850" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-UdL-1.jpg 1280w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-UdL-1-150x100.jpg 150w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-UdL-1-300x199.jpg 300w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-UdL-1-768x510.jpg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-Richtung-UdL-1-1024x680.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></a><p id="caption-attachment-9611" class="wp-caption-text">Oberwallstraße, Blick durch Brückenbogen zum Palais am Festungsgraben. Zuviel Blech im Stadtraum, inklusive Parkscheinautomat (Foto: André Franke)</p></div>
<div id="attachment_9608" style="width: 1290px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9608" class="size-full wp-image-9608" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-1.jpg" alt="Eine Offenbarung erfährt, wer hier weitergeht. Aus der Enge heraus entfaltet sich das Panorama von Unter den Linden: 180 Grad Berlin (Foto: André Franke)" width="1280" height="850" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-1.jpg 1280w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-1-150x100.jpg 150w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-1-300x199.jpg 300w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-1-768x510.jpg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Oberwallstraße-1-1024x680.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></a><p id="caption-attachment-9608" class="wp-caption-text">Eine Offenbarung erfährt, wer hier weitergeht. Aus der Enge heraus entfaltet sich das Panorama von Unter den Linden: 180 Grad Berlin (Foto: André Franke)</p></div>
<div id="attachment_9609" style="width: 1290px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Hinterm-Gießhaus-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9609" class="size-full wp-image-9609" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Hinterm-Gießhaus-1.jpg" alt="Hier wird die Oberwallstraße zu „Hinterm Gießhaus“. In der Ecke, am Baum, biegt der Straßenzug nach rechts ab zur Mueumsinsel. (Foto: André Franke) " width="1280" height="850" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Hinterm-Gießhaus-1.jpg 1280w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Hinterm-Gießhaus-1-150x100.jpg 150w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Hinterm-Gießhaus-1-300x199.jpg 300w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Hinterm-Gießhaus-1-768x510.jpg 768w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2017/10/Hinterm-Gießhaus-1-1024x680.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></a><p id="caption-attachment-9609" class="wp-caption-text">Hier wird die Oberwallstraße zu „Hinterm Gießhaus“. In der Ecke, am Baum, biegt der Straßenzug nach rechts ab zur Mueumsinsel. (Foto: André Franke)</p></div>
<p>Die Oberwallstraße sollte deshalb mehr werden als Glühwein-Quelle und Hinterhof der Kronprinzengärten. Sie sollte eine echte Aufgabe bekommen:</p>
<h2 style="text-align: center;"><em><strong>Das Aufmerksamkeitsgefälle </strong></em></h2>
<h2 style="text-align: center;"><em><strong>zwischen nördlichem und südlichem Stadtkern </strong></em></h2>
<h2 style="text-align: center;"><em><strong>verringern helfen, </strong></em></h2>
<p style="text-align: left;">indem sie die Besucherströme verteilt, ein alternatives Angebot zur Touristenbahn „Gendarmenmarkt &#8211; Bebelplatz &#8211; Lustgarten“ macht und mehr Durchwegungsattraktivität entwickelt.</p>
<p style="text-align: left;">Natürlich nicht für Autos.</p>
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		<title>Die 38,9-Milliarden-Centopera &#8211; Ist das steigerungsfähig?</title>
		<link>https://futurberlin.de/staatsoper-centopera</link>
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		<dc:creator><![CDATA[André Franke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2015 17:41:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Best of]]></category>
		<category><![CDATA[Blogposts]]></category>
		<category><![CDATA[Bauskandal]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturbauten]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsoper]]></category>
		<category><![CDATA[Unter den Linden]]></category>
		<category><![CDATA[Untersuchungsausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[Zitty]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zahlenspiele machen Laune. Ich hoffe nur, ich habe mich nicht verrechnet. Die ZITTY überschreibt ja ihre aktuelle Titelgeschichte mit &#8222;Die 3,89-Milliarden-Groschenoper&#8220;, wobei der Überraschungseffekt der Schlagzeile im Dimensionssprung vom Millionen- zum Milliardenprojekt liegt. Die Rede ist von der Sanierung der Staatsoper. Seit Dezember 2014 soll sie 389 Millionen Euro kosten. Ein aufschlussreicher Artikel ist das, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_7067" style="width: 589px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/04/Staatsoper.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7067" class="wp-image-7067 size-large" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/04/Staatsoper-1024x682.jpg" alt="Die Staatsoper-Baustelle vom Bebelplatz: aktueller Eröffnungstermin (Nr. 3) ist der 3. Oktober 2017" width="579" height="385" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/04/Staatsoper-1024x682.jpg 1024w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/04/Staatsoper-150x99.jpg 150w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/04/Staatsoper-300x199.jpg 300w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/04/Staatsoper-900x599.jpg 900w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/04/Staatsoper.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 579px) 100vw, 579px" /></a><p id="caption-attachment-7067" class="wp-caption-text">Die Staatsoper-Baustelle vom Bebelplatz: aktueller Eröffnungstermin (Nr. 3) ist der 3. Oktober 2017</p></div>
<p>Zahlenspiele machen Laune. Ich hoffe nur, ich habe mich nicht verrechnet. Die ZITTY überschreibt ja ihre aktuelle Titelgeschichte mit <strong>&#8222;Die 3,89-Milliarden-Groschenoper&#8220;</strong>, wobei der Überraschungseffekt der Schlagzeile im Dimensionssprung vom Millionen- zum Milliardenprojekt liegt. Die Rede ist von der Sanierung der Staatsoper. Seit Dezember 2014 soll sie 389 Millionen Euro kosten. Ein aufschlussreicher Artikel ist das, der die Geschichte des neuesten Berliner Bauskandals ausbreitet (es gibt einen Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus) und dabei alle Finanzversprechen, Kostensteigerungen und Ex-Eröffnungstermine nennt. Warum also nicht noch weitergehen und sich des Englischen bedienen, <strong>der &#8222;Threepenny-Opera&#8220;?</strong> Den Penny übersetzen wir zurück ins Deutsche (beziehungweise ins europäische Währungsmaß) und können damit das Komma letzten Endes noch eine Stelle weiter nach rechts schieben. Und die Bausumme steigt augenscheinlich &#8211; für Berlins voluminöse Centopera. SCHOCK!</p>
<p><em>Siehe ZITTY Berlin Heft 08/15</em></p>
<p><em>Nochmal der Hinweis auf das (im Internet als Podcast anhörbare) Interview mit Nikolaus Bernau von der Berliner Zeitung <a title="Nikolaus Bernau im Podcast: “Berlin ist eine eigene Kategorie innerhalb der ethnologischen Museen”" href="https://futurberlin.de/bernau/">(letzter Blogpost)</a>, der das Staatsoper-Projekt als &#8222;schieren Wahnsinn&#8220; bezeichnet <a href="http://www.verbietet-das-bauen.de/wahrheit-nikolaus-bernau/" target="_blank">(Link hier)</a></em></p>
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		<title>Wie ein &#8222;Bordeaux&#8220;: Stadtkern-Kurs an der VHS wirbt für Berlin-Geschichte, aber auch für die eigene Meinung</title>
		<link>https://futurberlin.de/stadtkern-vhs</link>
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		<dc:creator><![CDATA[André Franke]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Feb 2015 19:43:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der Berliner Altstadt sei es wie mit Bordeaux-Weinen, sagt Benedikt Goebel, der im Namen des Bürgerforums Berlin am Dienstag in die Volkshochschule zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Berliner Stadtkerns“ einlud.  „Es dauert ein Weile bis man zum Kenner wird, aber bis dahin hat man einfach eine schöne Zeit.“ Der multifunktionale [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit der Berliner Altstadt sei es wie mit Bordeaux-Weinen, sagt Benedikt Goebel, der im Namen des Bürgerforums Berlin am Dienstag in die Volkshochschule zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Berliner Stadtkerns“ einlud. </strong></p>
<blockquote><p>„Es dauert ein Weile bis man zum Kenner wird, aber bis dahin hat man einfach eine schöne Zeit.“</p></blockquote>
<div id="attachment_6850" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/02/vhs-stadtkern-kautz.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6850" class="size-medium wp-image-6850" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/02/vhs-stadtkern-kautz-300x164.jpg" alt="Multifunktionsraum in der VHS-Mitte mit den pünktlichen Gästen. Es kamen mehr als zu sehen sind. (Foto: Christina Kautz)" width="300" height="164" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/02/vhs-stadtkern-kautz-300x164.jpg 300w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/02/vhs-stadtkern-kautz-150x82.jpg 150w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/02/vhs-stadtkern-kautz-1024x560.jpg 1024w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/02/vhs-stadtkern-kautz.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-6850" class="wp-caption-text">Multifunktionsraum in der VHS-Mitte mit den pünktlichen Gästen. Es kamen mehr als zu sehen sind. (Foto: Christina Kautz)</p></div>
<p>Der multifunktionale Raum 1.12 in der Linienstraße 162 war gut besucht. Die VHS lieferte Stühle nach. Die Landschafts-architektin Christina Kautz und der Architekt Lutz Mauersberger hielten einen bilderreichen Vortrag über den Ursprung der <strong>Doppelstadt Berlin-Cölln</strong> und der <strong>historischen Stadtentwicklung an der Spree und dem Spreekanal</strong>. Und jene Bilder sind es eben, die einen zum Genießer werden lassen, bevor man sich versieht, weil sie Berliner Orte zeigen, die es nicht mehr gibt: Packhöfe, Oberbäume, Unterbäume, Schleusen, Pferdeschwemmen, Wasserkunst, Brückenschmuck, Fischkästen. Und Flussbäder.</p>
<div id="attachment_6838" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/02/Flussbad-Berlin.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6838" class="size-medium wp-image-6838" src="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/02/Flussbad-Berlin-300x180.jpg" alt="Projekt Flussbad Berlin: renaturierter Spreekanal für ein sauberes Schwimmbecken direkt am Lustgarten (Bild: Flussbad Berlin e.V., realities:united)" width="300" height="180" srcset="https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/02/Flussbad-Berlin-300x180.jpg 300w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/02/Flussbad-Berlin-150x90.jpg 150w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/02/Flussbad-Berlin-1024x614.jpg 1024w, https://futurberlin.de/wp-content/uploads/2015/02/Flussbad-Berlin.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-6838" class="wp-caption-text">Projekt Flussbad Berlin: renaturierter Spreekanal für ein sauberes Schwimmbecken direkt am Lustgarten (Bild: Flussbad Berlin e.V., realities:united)</p></div>
<p>Wobei die historischen Spree-Flussbäder hier eine ziemliche Steilvorlage boten für die Diskussion über das <strong>Zukunftsprojekt „Flussbad Berlin“</strong>, das auf 750 Meter Länge zwischen Bodemuseum und Schleusenbrücke gebaut werden soll und mit vier Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ öffentlich gefördert wird (<a href="http://www.flussbad-berlin.de" target="_blank">hier mehr zum Projekt</a>).</p>
<p>Das wird beim Bürgerforum sehr kritisch gesehen. Und Gründe, dem Flussbad-Projekt skeptisch gegenüber zu stehen, gibt es einige, zum Beispiel die <strong>Standortwahl</strong>: Man brauche sowas nicht an einer prominenten Stelle wie der Museumsinsel, meint Christina Kautz. Lutz Mauersberger macht auf den Preis aufmerksam, mit dem das Schwimmbecken bezahlt wird: <span style="text-decoration: underline;">die Filteranlage und Moorlandschaft, die den restlichen Spreekanal bis zur Mündung ausfüllen sollen.</span> Und Benedikt Goebel ergänzt, dass Projektbilder eben auch nicht riechen. Sprich: das Projekt beeinträchtige potenziell die Wohnqualität an den angrenzenden Ufern, zum Beispiel auf der Fischerinsel.</p>
<p>Für einen Volkshochschulkurs könnte das für manchen ein bisschen viel Meinung gewesen sein. Oder auch nicht. Kennerschaft bringt am Ende eben auch ein handfestes Urteilsvermögen mit sich. &#8211; Prost.</p>
<hr />
<p><em>Zum „Flussbad Berlin“ wird es beim Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin (AIV) am 23. Februar eine Veranstaltung geben. </em></p>
<p><em>Der nächste Kurstermin für angehende und schon gereifte Stadtkernkenner findet in der VHS Mitte am 17. Februar statt, dann unter dem Thema „Vergessene Schönheit der Berliner Altstadt“. </em></p>
<p><em>Kommen unkompliziert: keine Anmeldung nötig, kostenfrei, und Stühle gibt es auf jeden Fall genug.</em></p>
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		<title>Distel entwirft Zukunft Berlins anno 2050</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André Franke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Oct 2013 08:59:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Kabarett-Theater &#8222;Distel&#8220; in der Friedrichstraße spielt in seinem Jubiläumsprogramm &#8222;Endlich Visionen&#8220; auch einen Sketch über Berlin im Jahre 2050. Auf dem &#8222;Wowereiter&#8220; unternimmt eine Familie eine Stadtführung und bekommt ein Bild von der Stadt geboten, das wir heute noch nicht kennen, aber vielleicht schon erahnen: Berlins Innenstadt wird bus- und autofrei, Neukölln ein Safari-Zoo [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Kabarett-Theater &#8222;Distel&#8220; in der Friedrichstraße spielt in seinem Jubiläumsprogramm &#8222;Endlich Visionen&#8220; auch einen Sketch über Berlin im Jahre 2050. Auf dem &#8222;Wowereiter&#8220; unternimmt eine Familie eine Stadtführung und bekommt ein Bild von der Stadt geboten, das wir heute noch nicht kennen, aber vielleicht schon erahnen: Berlins Innenstadt wird bus- und autofrei, Neukölln ein Safari-Zoo für Touristen, Opernhäuser gibt es sieben, verbunden werden sie mit einem &#8222;Transopera&#8220;, über den auch das einzige Stadtorchester seine Instrumente austauscht, das Berliner Schloss als Humboldtforum wird unter die Erde gelegt, zugunsten des darüber ausgebauten U-Bahnhofs Museumsinsel, denn es gibt eine neue U-Bahnlinie U55 B, die oberirdisch &#8222;über den Linden&#8220; verkehrt &#8211; zusätzlich zur unterirdischen U55 -, die Linden werden deswegen gefällt, Hertha schießt wegen der Dauersanierung des Olympiastadions aufs Brandenburger Tor und einen Flughafen gibt es nicht, auch nicht in Tegel. Ich war der einzige, der bei der Vorstellung gestern für die autofreie Innenstadt geklatscht hat. Die &#8222;Distel&#8220; feiert ihr 60-jähriges Jubiliäum. In dem <a href="http://www.distel-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Programm</a> wirft sie den Blick 60 Jahre in die Zukunft. Es läuft noch bis Ende des Jahres.</p>
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