Wem gehört Berlin?

Klassische Frage …

13

Antworten:

Es ist nicht so, dass ich mich aufgemacht hätte, Antworten auf die Frage „Wem gehört Berlin?“ zu finden. Die Lust am einfachen Titel war es, die diese Serie hat entstehen lassen. Es ist nur eine Stil-Serie, die aber auch mit sich brachte, dass die Artikel länger wurden als vorher. Und einmal dabei, kam ich nicht mehr so einfach davon ab.

Nun, 2026, die Abkehr. Ich möchte wieder mehr Action in die Titel bringen und an einem Artikel nicht tagelang, sondern höchstens einen Abend lang schreiben. Aber es ist eine schöne Sammlung geworden. Sie hätte auch weitere Stücke hervorgebracht, wenn sich die Erde nicht so schnell drehen würde, zum Beispiel:

  • „Niemands Zuhause“
  • „Salehs Feld“
  • „Schusters Arche“
  • „Düttmanns Block“.

Wem gehört also Berlin? Darauf gibt es wohl 3,8 Millionen Antworten. Lediglich 13 Antworten hab ich auf die Frage parat:

Luises Schatten

Viele Jahre ist es her, da näherte ich mich mit einer Gruppe dem Berliner Schlossplatz. Es war zu der Zeit, als der Schlossplatz von allen Seiten gleich aussah. Denn es stand kein Gebäude dort, weder das Schloss, noch der Palast der Republik. Das Schloss war noch nicht da, der Palast war schon weg. Da war […]

Haspels Brunnen

Da muss ich reingrätschen. So wenige Medien berichten über den neuen alten Mosaikbrunnen in Mitte, aber gleich zwei Zeitungen schreiben den Namen der Hochschule falsch. Die Hochschule, in deren Garten der Brunnen steht, welcher am letzten Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, feierlich und in Anwesenheit des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner wieder in Betrieb genommen […]

Merks heißer Markt

Wanderer, kommst du im Sommer über die Lange Brücke nach Potsdam, merke dir: Das erste und das letzte, das du siehst, wird der Alte Markt sein. Und er wird heiß sein. Trittst du aus dem Schatten der Humboldtstraße heraus, um zum Obelisk zu gehen, wird ein Sack Sonne dir in den Nacken fallen, der dich […]

Körtes Störer

Es ist mir Balsam auf der Seele, wenn ich lese, dass wieder mehr Touristen in die Stadt kommen. Erstmals seit der Pandemie verbuchen die Hotels im vergangenen Jahr wieder mehr als 30 Millionen Übernachtungen mit knapp 13 Millionen Gästen in den Betten, berichtet die Morgenpost aus einer Studie. Mit Genuss vernehme ich, dass 60 Prozent […]

Kuttes Feuerland

In der Mediathek, meiner eigenen, hauseigenen, hier auf futurberlin.de, die ich in Erinnerung meiner alten, irgendwann gelöschten Filmliste nun wieder rekonstruiere, findet sich seit Sonntag ein Dokumentarfilm von 1987, den ich noch gar nicht kannte: „Feuerland“. Ich recherchierte für eine Tour und war eigentlich an dem interessiert, was 150 Jahre früher an der Chausseestraße geschah: […]

Oswalts Hoffnung

Ernst-Wolf Abée spricht und sagt, es sei in seinem Innern eine Klappe aufgegangen, als er sich in jüngster Vergangenheit einmal öfter mit dem Berliner Schloss konfrontiert sah. Er präsentiert seine Idee, aus dem Humboldtforum ein Anti-Kriegsmuseum zu machen. Ein Bild zeigt die Barockfassaden als Schlachtschiff. Aus den Fenstern stechen Kanonenrohre heraus. Alle Luken sind geöffnet. […]

Tuschens Tacheles

An einem Sonntagnachmittag im Oktober letzten Jahres, dachte ich, wir würden diesen Film nie wieder sehen. Elf Jahre nach dem Aus des „Tacheles“ in der Oranienburger Straße, sitzt Regisseur Klaus Tuschen nach der Vorstellung von „Aufgestanden in Ruinen – Projekt Tacheles“ auf dem gepolsterten Sofa im kleinen Saal des Kino Babylon und sagt mit leiser […]

Baustellenplane, dahinter ein Gebäude

Kahlfeldts Kiez

„Baudamen“ … Jemand sagte, man solle doch von „Baudamen“ sprechen statt von „Bauherren“. Das ist wirklich eine gute Idee. Beim Fest von Mitte an einem Septembersonntag in der Berliner Klosterstraße drängt der Bauwille durch die Stimmen von Brigitte Thies-Böttcher, Petra Kahlfeldt und Marie-Luise Schwarz-Schilling und breitet sich in der warmen Kulisse der Parochialkirche aus. Die […]

Neun Karpfen in einem Teich

Berlins Katar

Ein Feature des RBB über die Großbaustelle am Potsdamer Platz findet im Januar mein Ohr und bringt mich zum Nachdenken. Besser gesagt, erstmal zum Staunen: So weit sind die 1990er Jahre weg! So vergessen sind die Menschen, die die Orte gebaut haben, die heute unser Alltag sind oder unser Beruf oder unser Vergnügen. Ich poste […]

Wagins Baum

Als ich 1997 nach Berlin kam, zog ich in eine Studentenwohnung in Siegmunds Hof. Das ist kein Hof. Das ist eine Straße in Tiergarten, die eigenartig schräg nach links von der Bachstraße abgeht und Richtung Spree führt. Die S-Bahnstation Tiergarten befindet sich hier. Von dort, auf dem Bahnsteig stehend, war der „Weltbaum“ an der Brandwand […]

Evers Garten

Die Berliner Christdemokraten werden immer sympathischer. Zumindest einer, weil er sogar die Bildung von neuem Volkseigentum unterstützt. So äußerte Stefan Evers, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus Berlin, Anfang Juni beim Gartengespräch des Flussbads sein Belieben, den Garten des ehemaligen DDR-Staatsratsgebäudes in Mitte, also den heutigen Garten der European School for Management and Technology (ESMT) […]

Lüschers Steg

Der Golda-Meir-Steg ist Regula Lüschers Steg, denn er besiegelt den Bau der Europacity. Ein renommierter Architekt beschimpft das Projekt.

Stimmanns Straße

Die Friedrichstraße hat Probleme. Dass man sie in diesen Tagen auf 500 Metern komfortabel erradeln kann, halte ich nicht für ihr größtes. Hans Stimmann gefällt diese autofreie „Flaniermeile“ überhaupt nicht. Er schimpft in einem Gastbeitrag der F.A.Z. und macht allerdings auf etwas viel Wichtigeres aufmerksam: Dass die Friedrichstraße seit der Nachkriegszeit eine Sackgasse ist, und die Sackgasse seit den 80er Jahren bis heute weiterhin Sackgasse bleiben durfte. Das sollten alle ändern, die aus der Friedrichstraße wieder ein Kennzeichen der Großstadt machen wollen. Egal, ob sie sie mit dem Auto oder Fahrrad erleben.