Nur noch Schrecken in der Stadt: Lüdershaus steht auf Abriss, Checkpoint Charlie versagt

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13. November 2018

Außerdem im neuen Futurberlin-Xpress: Dreilinden als Autohandelsplatz, Denkmalschutz für Westberliner U-Bahnhof-Architekturen und mehr…


Dies ist der neue Futurberlin-Xpress. Er sammelt die News vom Vortag und anstehende Veranstaltungen für jeweils HEUTE. Der Xpress erscheint sechs Tage die Woche, dienstags bis samstags und bietet eine Online-Alternative zum wöchentlichen „Skyscraper“. Er ist begrenzt auf genau zehn Infos.


I

Das Landesdenkmalamt hat in Berlin die Architektur von 13 weiteren U-Bahnhöfen unter Denkmalschutz gestellt. Sie stehen für die Nachkriegsmoderne und sind alle im ehemaligen Westteil der Stadt zu finden. Insgesamt sind damit jetzt 22 Bahnhofsbauten geschützt. Die Initiative Kerberos hat zusammen mit Universitätsprofessoren das Thema an die Öffentlichkeit gebracht. Im Frühling 2019 ist eine Tagung in der Berliner Galerie geplant, die sich mit der denkmalgerechten Sanierung von U-Bahnhöfen in ganz Europa beschäftigt. MEHR auf moderneREGIONAL

II

Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus im Band des Bundes bleibt ohne Erweiterungsbau. Die Baustelle wird nicht fertig, weil immer noch die Bodenplatte leckt. Bundestag-Politiker denken schon an Abriss: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“ (Jan-Marco Luczak, CDU). Ein zwei Jahre altes Gutachten bringt keine Ergebnisse. Jetzt soll noch eins gemacht werden und die Abrissfrage auf den Punkt bringen. Dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Bauherr der Baustelle, entzieht der Bundestag schon die Aufträge, z.B. das unterirdische Besucher- und Informationszentrum (BIZ) für den Bundestag. MEHR in der Morgenpost v. Montag, AUCH als Kommentar von Isabell Jürgens, PLUS im Interview mit Gesine Lötzsch (Linke) auf Inforadio v. Montag, UND in der Abendschau

III

Metropolenforscher der Humboldt-Universität fordern einen Neustart am Checkpoint Charlie. Sie sehen die Bedeutung des Ortes entwertet durch die immobilienökonomische Entwicklung und sprechen der Berliner R2G-Regierung die Führungskraft ab. Mit einer „B-Plan-Bude“ auf dem westlichen Teil des Areals sollten die Planungen mit allen Akteuren von vorn anfangen. MEHR in der Berliner Zeitung v. Montag

IV

Neukölln kriegt seinen eintausendsten Fahrradbügel. Bezirksbürgermeister Martin Hikel weihte ihn zusammen mit dem Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln letzte Woche Mittwoch ein. Positiver Nebeneffekt der Bügellandschaften: Sie blockieren Ausweichflächen für Parkplatz-suchende Autos am Straßenrand. Eventtip für Donnerstag, 10:30 Uhr: Es wird Neuköllns zweite Fahrradstraße eröffnet, am Weigandufer. MEHR auf Facetten Magazin Neukölln v. Montag

V

Die SPD will die Ampelphasen für Abbieger und Geradeausfahrer trennen. Anlass sind die vielen Unfallopfer auf Berliner Straßen. Acht Menschen sind in diesem Jahr durch abbiegende Fahrzeuge ums Leben gekommen, vier Fußgänger und vier Radfahrer. Ausgerechnet die Verkehrslenkung Berlin habe die Idee getrennter Ampelphasen bisher unmöglich gemacht, so Baustadtrat Rainer Hölmer aus Treptow-Köpenick. (Die Behörde soll auf Empfehlung einer Studie in die Verkehrsverwaltung eingegliedert und in ihren Befugnissen beschnitten werden, wie letzte Woche berichtet wurde.) MEHR im Tagesspiegel v. Montag

VI

Am Wochenende haben die Berliner Wasserbetriebe die Mauerpark-Baustelle für Besucher geöffnet. Die Abendschau war dabei und hat schöne Bilder vom über 600 Meter langen Strauraumkanal, dessen Betonwände die Leute mit Kreide vollkritzeln. Der „Schmutzwasser-Parkplatz“ schafft eine saubere Panke; 20 mal im letzten Jahr wurde Kanalisationswasser in den Fluss abgeleitet, weil die Kapazitäten bei Starkregen nicht ausreichten. MEHR in der Abendschau v. Sonnabend

VII

Nachdem die Straßenbahnschleife in Mittes Schwartzkopffstraße ausgedient hat, hebt der Bezirk die Einbahnstraßen für den Kfz-Verkehr auf. Anwohner fürchten um die Verkehrssicherheit und machen Vorschläge zu einem verkehrsberuhigten Kiez. Jetzt sind die Initiative „Grüne Schleife“ und Fahrradfreundliches Mitte enttäuscht, weil alles so schnell geht; eine Baufirma hat die Schilder vor dem geplanten Termin abgebaut, weil das Wetter gerade so gut ist. MEHR im Tagesspiegel

VIII

Der ehemalige Checkpoint Dreilinden wird Standort für einen Autohandel. Ein Unternehmer aus dem Sauerland hatte das Areal an der Autobahn ersteigert, um seine Baumaschinen zu parken. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf untersagt ihm seine Pläne, Dreilinden steht unter Denkmalschutz. Ein Konzept, diesen zu berücksichtigen, hat der Unternehmer scheinbar nicht. MEHR in der Abendschau v. Montag

IX

Heute ab 16 Uhr öffnet wieder das Café Statistik. Es dient als öffentliche Anlaufstelle bei der Entwicklung des Hauses der Statistik zum Zentrum für Kunst, Kultur und Kreatives. Es befindet sich in dem als Werkstatt eingerichteten Flachbau in der Karl-Marx-Allee 1. MEHR auf hausderstatistik.org

X

Es läuft die Ausstellung „StadtHochDrei – Berlin Mitte“, die an sechs Beispielen im Stadtzentrum zeigt, wie sich in einer wachsenden Metropole lebendige und komplexe Stadt(-struktur) entwerfen lässt. Heute, 14-18 Uhr, im Aufbau Haus am Moritzplatz. MEHR auf clb-berlin.de


Der nächste Xpress kommt morgen, Mittwoch, den 14. November 2018.


 

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