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	Kommentare zu: Der Turm der Touristen	</title>
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	<description>Guide für Gegenwart und Zukunft der Stadt</description>
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		Von: André Franke		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André Franke]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 23:22:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Was nützen einem vor dem Hinauffahren rote Sofas im Erdgeschoss, wenn man sich oben nach dem Rundgang in eine Schlange einreihen muss, deren Kopf und Ende eine Dreiviertellänge der Panoramarunde entfernt liegt? Der Fernsehturm hat keine Designprobleme, sondern Platzprobleme. Als ich im Juli mit meiner Freundin oben war, brauchten wir 20 Minuten, um hochzukommen, eine Viertelstunde für die Runde, aber 30 Minuten, um wieder runterzukommen. Um die Ausblicke muss man außerdem kämpfen, es funktioniert wie die Reise nach Jerusalem: Kaum wird ein Fenster frei, springen zwei Leute in die Lücke. Und was nützt einem eine zukünftig verspiegelte Bar, wenn der Barkeeper sie schon drei Stunden vor Ende der Öffnungszeiten schließt, weil Montag ist? Das Schlangestehen hat man also im schlimmsten Fall auch noch mit trockener Kehle zu bewerkstelligen. Gegebenenfalls laufen dem geduldigen Gast, der den Lift erreicht hat, die Upper-Class-Gäste vor die Füße, die aus der Restaurantetage herunterkommen. Sie werden bevorzugt behandelt und vom Fahrstuhlpersonal – auch unter latent aggressiver Zurückweisung des protestierenden Schlangenkopfes – vorgelassen, schließlich bezahlen sie mit 19,50 Euro für das VIP-Ticket fast das Doppelte des Normalpreises. Unter diesen Umständen entsteht der Besucherrekord. Das Rezept zur Modernisierung müsste besser lauten: weniger Leute hochschaffen, mehr Drinks ausschänken und Treppenhaus öffnen. Denn wer nicht „very important“ ist, braucht Nerven da oben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was nützen einem vor dem Hinauffahren rote Sofas im Erdgeschoss, wenn man sich oben nach dem Rundgang in eine Schlange einreihen muss, deren Kopf und Ende eine Dreiviertellänge der Panoramarunde entfernt liegt? Der Fernsehturm hat keine Designprobleme, sondern Platzprobleme. Als ich im Juli mit meiner Freundin oben war, brauchten wir 20 Minuten, um hochzukommen, eine Viertelstunde für die Runde, aber 30 Minuten, um wieder runterzukommen. Um die Ausblicke muss man außerdem kämpfen, es funktioniert wie die Reise nach Jerusalem: Kaum wird ein Fenster frei, springen zwei Leute in die Lücke. Und was nützt einem eine zukünftig verspiegelte Bar, wenn der Barkeeper sie schon drei Stunden vor Ende der Öffnungszeiten schließt, weil Montag ist? Das Schlangestehen hat man also im schlimmsten Fall auch noch mit trockener Kehle zu bewerkstelligen. Gegebenenfalls laufen dem geduldigen Gast, der den Lift erreicht hat, die Upper-Class-Gäste vor die Füße, die aus der Restaurantetage herunterkommen. Sie werden bevorzugt behandelt und vom Fahrstuhlpersonal – auch unter latent aggressiver Zurückweisung des protestierenden Schlangenkopfes – vorgelassen, schließlich bezahlen sie mit 19,50 Euro für das VIP-Ticket fast das Doppelte des Normalpreises. Unter diesen Umständen entsteht der Besucherrekord. Das Rezept zur Modernisierung müsste besser lauten: weniger Leute hochschaffen, mehr Drinks ausschänken und Treppenhaus öffnen. Denn wer nicht „very important“ ist, braucht Nerven da oben.</p>
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