Steckbrief Einheitsdenkmal

Von
4. April 2017

Was bisher geschah

Der Bundestag beschloss den Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmals im Jahre 2008. Es gab zwei Wettbewerbe, weil die ersten Entwürfe die Jury nicht überzeugten. Die geplante Einweihung des Denkmals „Bürger in Bewegung“ (in den Medien meist als „Wippe“ verspottet) platzte. Sie war für November 2014 vorgesehen, den 25. Jahrestag des Mauerfalls. Diese drei Probleme gab´s:

  1. Es war nicht klar, was mit den denkmalgeschützten Mosaikplatten im Untergrund geschehen sollte;
  2. die Rampe für die auffahrenden Rollstuhlfahrer war zu steil; und
  3. eine Fledermauskolonie, die im Inneren des Denkmalsockels lebte, wurde nicht rechtzeitig umgesiedelt.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte dann im April 2016 den Bau des F&E-Denkmals überraschend abgesagt, weil die Kosten von 10 auf 15 Millionen Euro gestiegen waren. Futurberlin-Gastautor Laszlo Pollok bezeichnet das als „Blamage für das Bauvermögen einer wohlhabenden Nation“.

Als dasselbe Gremium Ende desselben Jahres plötzlich 18,5 Millionen Euro für den Nachbau der Kaiser-Wilhelm-Kolonnaden am selben Ort freigaben, war das die nächste Überraschung und für die Freunde des Denkmals eine Kampfansage.

Hendricks statt Grütters

Im März 2017 entscheiden jetzt die Fraktionschefs der Groko im Bundestag, das Einheitsdenkmal in die Hand des Bauministeriums zu geben. Damit „gehört“ das Projekt nicht länger Kulturstaatssekretärin Monika Grütters (CDU), sondern Barbara Hendricks (SPD). Erstere „zeigte sich nicht als Befürworterin“ des Denkmals, so DLF24. Das Budget für die Kolonnaden soll jetzt für den Bau des Einheitsdenkmals verwendet werden.

Thierse – mehr als ein Fan

Wolfgang Thierse betont in einem NDR-Interview die Bedeutung des Denkmals als Symbol für den Freiheitskampf der DDR-Bürger in der Friedlichen Revolution 1989. Für ihn ist der Standort genau der richtige. Auf der Schlossfreiheit, wie der Platz zwischen Spreekanal und Schloss heißt, sei mit dem Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I. im ausgehenden 19. Jahrhundert „Einigung von oben“ gemacht worden. Das neue Denkmal „Bürger in Bewegung“ (er mag den Begriff der „Wippe“ überhaupt nicht) erinnere jetzt an „die Freiheit und Einheit von unten“.

Und so geht´s weiter:

Ich plädiere für die Umbennung des Denkmals in „Kaltschale“ Futurberlin.de

Kultursenator Klaus Lederer will den Baustopp tagesspiegel.de

Florian Mausbach kommentiert Lederers Haltung tagesspiegel.de

Dieser Beitrag kann nicht kommentiert werden.

Seite 1 von 11