Steckbrief Alexanderplatz

Von
9. Januar 2013

Die Lage:

  • im Nordosten von Fernsehturm und Bahnhof Alexanderplatz
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Das Hauptthema: Hochhausarchitektur in Berlin!

Die Nebenthemen: 

  • Büroflächenleerstand in Berlin
  • Umgang mit dem DDR-Städtebau
  • Berlins neue Konsumwelten Alexa, Saturn, Alea 101
  • Auswirkungen aufs benachbarte Rathausforum

Die 10 Hochhausstandorte:

  • 8 Türme entlang der Alexanderstraße
    • Block Park Inn Hotel (Blackstone Group/Deutsche Interhotel, DIH)
    • neuer Block südöstlich von Park Inn Hotel I (Blackstone Group/Deutsche Interhotel, DIH)
    • neuer Block südöstlich von Park Inn Hotel II (Blackstone Group/Deutsche Interhotel, DIH)
    • Block Saturn (Hines)
    • Block „Haus des Reisens“ (Alexanderplatz 5 GbR)
    • neuer Block „Haus der Elektroindustrie“ I (Lone Star)
    • neuer Block „Haus der Elektroindustrie“ II (Lone Star)
    • Block „Haus der Verlage“ (Gruner & Jahr)
  • 2 Türme abgelegener
    • Block Galeria Kaufhof an Karl-Liebknecht-Straße (METRO Group, ASSET Management GmbH & Co. KG.)
    • Block Alexa an Grunerstraße (Sonae Sierra)

Der Alexa-Turm:

  • Eigentümer: portugiesische Sonae Sierra Germany GmbH
  • im benachbarten Sockelbau: ALEXA-Einfkaufszentrum
  • Turm 150 Meter hoch
  • 2008 war die Rede von „Spatenstich 2009“
  • mit 43 Geschossen
  • auf Grundfläche von 1.800 Quadratmetern
  • Nutzung für Hotel, Büros, Wohnen
  • fällt in B-Plan I-B4d

Der Saturn-Turm:

  • Eigentümer: US-Investor Hines
  • im benachbarten Sockelbau: SATURN-Elektronikfachmarkt
  • Turm 150 Meter hoch
  • 40.000 Quadratmeter Geschossfläche
  • Umplanung:
    • Nutzung: früher als größtenteils Büroturm geplant, heute als Wohnturm mit 400 Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 40 und 400 Quadratmetern
    • Lage: Hochhaus rückt aus Blockinnenbereich heraus, näher an Alexanderstraße heran
    • fällt in B-Plan I-B4a (festgesetzt 2000; wird für Umplanung gerade geändert)
  • gläsernes Atrium als Sockelbau des Turms, etwa 30 Meter hoch
  • Architekturwettbewerb für Hochhaus geplant

Der „Kollhoff-Plan“ von 1994:

  • Siegerentwurf im Wettbewerb von 1993
  • ursprünglich 13 Hochhäuser entworfen
  • nach Überarbeitung 1994 nur noch 10 Hochhäuser
  • Hochhäustürme (150 Meter hoch, mehr als 40 Geschosse) wachsen aus Sockelbauten (etwa 30 Meter hohe Blockrandbebauung) hervor, verjüngen sich zur Höhe hin
  • Rasterfassadenarchitektur im Detail
  • „Stadtkrone“ als Gesamtentwurf

Der zeitliche Perspektive der Realisierung: eine Frage der Jahrzehnte

Der Wettbewerb von 1993:

  • zweistufiger, beschränkter, städtebaulicher Ideenwettbewerb
  • 16 Architekturbüros eingeladen
  • 14 Architekturbüros in erster Stufe teilgenommen, 5 davon in zweiter Stufe weitergearbeitet
  • Sieger:
    • 1. Preis: Architekten Hans Kollhoff und Helga Timmermann
    • 2. Preis: Daniel Libeskind und Bernd Faskel
    • 3. Preis: Architekturbüro Kny & Weber

Die Bürgerbeteiligungen:

  • erste Ausstellung mit Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse nach erster Stufe (9.000 Besucher)
  • frühzeitige Bürgerbeteiligung nach zweiter Wettbewerbsstufe mit den veröffentlichten Ergebnissen (Stellungnahmen von 400 Bürgern)
  • Gründung „Arbeitsgruppe Berliner Zentrum“ aus Bürgern
  • etwa 5.000 Personen bei Ausstellung Nr. 2
  • etwa 500 Personen bei Erörterungsveranstaltung
  • 230 Stellungnahmen
  • Gegner der Planung aus universitärem Bereich und aus Bezirksamtsmitgliedern des Bezirks Mitte
  • Die Kritik:
    • in Höhe und Anzahl reduzierte Hochhäuser
    • kein Abriss von Wohnbauten und Erhalt von Wohnraum
    • reduzierte Büroflächen
    • emotionale Auseinandersetzung: „Überstülpen von Westplanung“

Die Kritik des Architekturkritikers Bruno Fierl:

  • kompositorisch ausgewogener Dialog der Türme mit dem Fernsehturm anstatt zu geringer Distanz und Verstellung („visuelle Entsorgung“) des Fernsehturms durch einige der Hochhaustürme
    1. Kaufhof-Turm (Sichtachse Prenzlauer Allee)
    2. Alexa-Turm (Sichtachse Karl-Marx-Allee)
    3. Turm Best-Hotels (Turm nicht mehr vorgesehen)
  • Widersprüche zu Planwerk Innenstadt

Die städtebaulichen Verträge:

  • Investoren bezahlen technische und soziale Infrastruktur, die die Realisierung der Planungen mit sich bringt, z.B. die Tiefgarage unter der Alexanderstraße, den Rückbau der Alexanderstraße, die Neugestaltung der Platzfläche des Alexanderplatzes
  • Berlins Anteil an den Gesamtkosten für Infrastruktur unter 20 Prozent

Die Bebauungspläne (B-Pläne):

  • ursprünglich nur ein B-Plan I-B4 für Gesamtgebiet
  • dann Teilung in vier Teilbebauungspläne zur schrittweisen Realisierung:
    • B-Plan I-B4a, Alexanderplatz, Otto-Braun-Straße, Mollstraße (größte Teilfläche, festgesetzt 2000)
    • B-Plan I-B4b, Cubix-Kino und Alea 101 (öffentliche Auslegung 2006)
    • B-Plan I-B4ca: Prenzlauer Allee und Alexanderstraße (öffentliche Auslegung 2005); B-Plan I-B4cb: Berliner Zeitung, Prenzlauer Allee (Verfahren ruht)
    • B-Plan I-B4d: Alexa (festgesetzt 2005)
  • Baurecht für acht der zehn Hochhaustürme

Die Chronik:

Baubeginn des „Alea 101“, 2012

Eröffnung der Tiefgarage, 2010

Eröffnung des Saturn-Gebäudes („die mitte“), 2009

Eröffnung des Alexa, 2007

Neue Platzgestaltung, 2007

Fassadensanierung des Park-Inn-Hotels, 2005

Gestaltungswettbewerb für die Platzfläche, 2004

denkmalgerechte Sanierung des U-Bahnofs, 2008

Zweite Straßenbahnlinie verkehrt zum Alex, 2007

Umbau des Centrum Warenhauses zum Galeria Kaufhof, 2006

Unterzeichnung der Kaufverträge zwischen den Investoren und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 2002

Senatsbeschluss über Bebauungsplan, 2000

Unterzeichnung der städtebaulichen Verträge zwischen den Investoren und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für die Umsetzung der Pläne von Kollhoff und Timmermann, 1999

Rückkehr erste Straßenbahnlinie auf den Alex, 1998

Sanierung des Alexanderhauses, 1995

Senatsbeschluss über modifizierten Kollhoff-Entwurf, 1994

Städtebaulicher Ideenwettbewerb, 1993

Die Historie: zu wikipedia

 

 

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