Eine Mitte der Bürgerschaft (5/22)

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5. November 2012
In dieser 22-teiligen Serie beschreibt Florian Mausbach seine persönlichen Vorstellungen für eine Umgestaltung des Rathausforums in Mitte. Die Texte gehen aus einem Vortrag hervor, den der Autor im September 2012 auf einer Veranstaltung zum Thema gehalten hat.

Berlin wird Weltstadt – das Stadthaus

Mit dem historischen Jahr 1871 erlebt die Reichshauptstadt einen weiteren, noch gewaltigeren Entwicklungsschub. Die Gründerzeit verwandelt die Großstadt in eine Weltstadt. Schließlich vereint Groß-Berlin in seinen neuen Grenzen fast 4 Millionen Menschen.

Mit dem raschen Wandel der Arbeitsteilung und der Trennung der Funktionen in der modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft entwickeln sich neue gesellschaftliche Schichten und Klassen und mit ihnen Arbeiterviertel, bürgerliche Wohn- und Villenviertel, Mischgebiete, Industrie- und Gewerbegebiete, Erholungs- und Sport-, Versorgungs- und Verkehrsanlagen.

Die Stadtmitte teilt sich in vielfältige Stadtzentren, in Mittelpunkte politischer und kultureller Repräsentation und Administration ebenso wie in Einkaufs- und  Dienstleistungszentren, Versorgungs- und Bildungszentren, Unterhaltungs- und Vergnügungszentren sowie Stadtteilzentren aller Art.

Schon um 1900 reicht das Rote Rathaus nicht mehr zur Verwaltung dieser dramatisch wachsenden Stadt, so dass von 1902 bis 1911 am benachbarten Molkenmarkt ein „Zweites Rathaus“ errichtet wird – noch größer der Bau und noch höher der Turm: das monumentale „Stadthaus“ mit fünf Innenhöfen und einem „Bärensaal“ für öffentliche Feiern der Bürgerschaft.

Morgen: Teil 6 „Demokratie ohne Autorität“

 

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