Durchbruch’13 spät

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1. März 2013

Nachdem der Durchbruch’89 den großen Umbruch brachte, kommt der Durchbruch im Jahre’13 eher spät. Oder was kommt einem in den Sinn, wenn man Polizisten entlang der Mauer gehen sieht? Und auch noch auf der historisch korrekten Seite: East-Side… Ein Bühnenstück ist das, reif für die Aufführung! Der Schutzwall-Schützer von einst, kehrt polizeistaatlich inkarniert zurück an eine alte Front, die ihrerseits selber in der Auferstehung begriffen ist. Das Stück wird zur „striking story“, spätestens an dem Punkt, an dem man erkennt, dass die Staatsbediensteten von der East-Side-Gallery am Dienstag heute genau das schützen, was es im Kalten Krieg zu verhindern galt: Durchbrüche. Und auch das Verhältnis der Staatsmacht zum Privateigentümer hat sich ins Gegenteil verkehrt. Früher hat sie ihn vergrault, heute lässt sie sich von ihm rufen. Wie kann sich ein Land in so kurzer Zeit so ändern? – Das kommt mir in den Sinn, nicht „Living Bauhaus“ und nicht die gelöcherte East-Side-Gallery. Dafür umso mehr Deutschlands Schreckens-Achtzigster, der in Berlin mit vielen Gedenkfeiern begangen wird. Gestern Rosenstraße. Was in dieser Woche zu mir durchgebrochen ist, ist die beispiellose Umbruchsaffinität von Deutschland. Nur der Frühling’13 lässt auf sich warten.

Video von Tv.Berlin zur East-Side-Gallery

 

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