Die Heimatlosen

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18. August 2013

Aus dem Wahlspruch der FDP zur Bundestagswahl im September geht nicht eindeutig hervor, ob die Partei damit die politische Mitte meint oder das Zentrum Berlins. “Die Mitte entlasten”, ruft sie und trifft damit den Nerv der Stadt. Vielleicht ist es Absicht, vielleicht ahnt sie es nicht. Aber ihrem Ruf folgen viele. Denn in Berlin hat eine Welle der Peripherisierung eingesetzt. Ob es die Arbeitslosen sind wie Ursula Neue oder die Prostituierten aus Südosteuropa oder selbst die legendäre Kunststätte des Tacheles – Etwas zieht sie alle an den Rand der Stadt, oder vertreibt sie dorthin: das zahlungsunwillige Jobcenter, die angestammte Konkurrenz oder ein herzloser Verwaltungsakt. Heimatlos lebt Frau Neue in Staaken. Verloren laufen die Bulgarinnen draußen in Buch. Zwangsgeräumt springt das Tacheles nach Marzahn. Die Mitte ist reserviert für die anderen. Entlastet ist sie deshalb noch nicht.

 

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