Bestandsaufnahme der Bergmannstraße: Urbanes Flair und schweres Queren

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19. Januar 2016

— Newsletter von Zebralog —

Liebe Freundinnen und Freunde des Bergmannkiezes,

im Herbst 2015 haben wir Sie bei der Auftaktveranstaltung und im Online-Dialog gefragt, was Ihnen an der Bergmannstraße heute gut gefällt, was nicht – und warum. Aus mehr als 700 Beiträgen und Kommentaren ist ein vielschichtiges Bild der Bergmannstraße entstanden. Die „Bestandsaufnahme“ dient nun als Grundlage für erste Maßnahmenvorschläge, die das Verkehrsplanungsbüro LK Argus momentan für die zweite Phase der Bürgerbeteiligung entwickelt. Insgesamt sehen Sie – als Anwohnerin, Gewerbetreibender, Nutzer oder Besucherin der Bergmannstraße – den Raum zwischen Mehringdamm und Friesenstraße als vielfältigen, lebendigen Ort. Gleichzeitig braucht die Straße aus Ihrer Sicht aber zukünftig Veränderungen, um ein gutes Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden zu ermöglichen. Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Ergebnisse vor. Den ausführlichen Auswertungsbericht der ersten Beteiligungsphase finden Sie hier …

Was Sie an der Bergmannstraße schätzen:

Für Sie lädt die Bergmannstraße zum Einkaufen, im Café sitzen und zum Spazieren ein. Sie wird als vielfältiger und lebendiger Ort gelobt, sowohl mit Kiezcharakter als auch urbanem Flair. Besonders im Sommer gewinne die Bergmannstraße an Aufenthaltsqualität, wenn draußen in Cafés gesessen werden kann. Bepflanzte Baumscheiben und die angelegten Beete vor einigen Geschäften werden als sehr positiv hervorgehoben. Gerade auch für den Radverkehr heben Sie die Straße als wichtige Route für den Weg durch die Stadt hervor.

Bergmannstraße, Kreuzberg (Foto: LK Argus)

Bergmannstraße, Kreuzberg (Foto: LK Argus)

Diese Probleme identifizieren Sie in der Bergmannstraße:

Gerade im Miteinander im Straßenverkehr wünschen Sie sich Veränderungen: Beim häufigen „Halten in zweiter Reihe“, auch seitens des Lieferverkehrs, komme es zu gefährlichen Situationen, wenn Rad- und Autofahrende diesen Hindernissen ausweichen müssen. Für Fußgängerinnen und Fußgänger sei das Queren der Bergmannstraße an vielen Stellen schwer. Radfahrende würden zu wenig Fahrradständer vorfinden, gleichzeitig seien die bestehenden Fahrradparkplätze voll mit „Fahrradleichen“. Hier werden bessere Kontrollen gefordert, auch in Bezug auf die Geschwindigkeitsübertretungen der „Raser“, die von Ihnen oft angesprochen werden. Generell wünscht man sich in der Bergmannstraße mehr Rücksicht aufeinander.

Die Gehwege in der Bergmannstraße werden von Ihnen an manchen Stellen als zu eng beschrieben. So nehme die Außenbestuhlung der Gastronomie oft zu viel Platz ein. Und generell sei ein Verweilen in der Bergmannstraße meist an den Besuch eines Cafés oder eines Restaurants gekoppelt. Sitzgelegenheiten für einen Aufenthalt „ohne Konsumzwang“ seien nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Auch das Thema Lärm war Ihnen wichtig – die Bergmannstraße ist vielen von Ihnen einfach zu laut, sei es durch den Verkehr oder die Gastronomie.

Zum Konzept der Begegnungszone:

Sie wünschen sich ein Gesamtkonzept für den Bergmannkiez. Die Beibehaltung des heutigen Kiezcharakters steht dabei ebenso im Vordergrund wie eine Verkehrsberuhigung und eine bessere Aufenthaltsqualität. Das sind auch Themen, die bei der Gestaltung der Berliner Begegnungszonen wichtig sind. Einige von Ihnen sagen, dass die Gestaltung in der Maaßenstraße nicht Vorbild für die Begegnungszone Bergmannstraße sein soll. Das ist selbstverständlich: Jede Straße hat Ihre eigenen Besonderheiten. Die Bürgerbeteiligung dient gerade dazu, Sie nach Ihren Vorstellungen zu fragen. Denn Sie wünschen sich eine einladende und gemütliche Gestaltung, damit die Bergmannstraße eine quirlige, großstädtische Straße bleibt. Massive Umbaumaßnahmen, eine starke Uneinheitlichkeit und Zergliederung des Straßenraums durch „Übermöblierung“, das fehlende Grün sehen viele von Ihnen mit Sorge.

Alle „heißen Themen“ aus der ersten Phase der Bürgerbeteiligung können

Sie ab jetzt im Ergebnisbericht lesen:

Weiter mit der Bürgerbeteiligung geht es in diesem Jahr – ab 09. Februar 2016 im Online-Dialog und am 03. März 2016 in einer Bürgerwerkstatt.

Herzliche Grüße,

Jan Korte vom Moderationsteam „Neues Miteinander in der Bergmannstraße“

Modellprojekt „Berliner Begegnungzonen“

 

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